Saatpillen mit Turbo-Effekt: Rübenbauern dehnen Anbauflächen aus

Von: Antonius Wolters
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Das Lager ist noch voll: Franz-Josef Tholen (v.l.) aus Broichhoven (Kreis Heinsberg) wird bei der Saatgut-Ausgabe im Jülicher Werk von Arturo Perez bedient. Foto: Wolters

Jülich. „Die Bauern stehen in den Startlöchern“, sagt Heinz Leipertz, Leiter Landwirtschaft für die rheinischen Werke der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG zur aktuellen Stimmungslage seiner Berufskollegen. Gleichzeitig hofft er, dass sich die Rübenanbauer durch die milde Witterung nicht dazu verleiten lassen, allzu früh mit der Aussaat zu beginnen.

Dabei hat sich der bisherige Winter in zweierlei Hinsicht ausgewirkt: Geringe Niederschläge haben dazu geführt, dass die Böden nicht durchfeuchtet sind. Unterhalb von zehn Zentimetern ist sie sogar ziemlich trocken.

Dagegen hat ausreichend natürlicher Frost für eine gute Bodengare gesorgt. „Der liebe Gott hat fürs Saatbett mitgegrubbert“, umschreibt Heinz Leipertz, der sich vor allem weiteren Regen wünscht, diese natürliche Auflockerung der Ackerböden.

Alte Bauernregel

„Wie die Saat, so die Ernte“, zitiert er eine alte Bauernregel, die insbesondere für den Rübenanbau gelte. So sei der Termin der Aussaat gewissermaßen eine Wette auf die Folgewitterung, die die Voraussetzungen für das Auskeimen und die weitere Entwicklung der Pflanzen bietet.

Die fünf Saatgut-Hersteller, mit denen die Zuckerfabrik zusammenarbeitet, gewährleisten mit ihren stetigen Neuzüchtungen, deren Innovations-Tempo in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, das anhaltend hohe Ertragsniveau der süßen Feldfrüchte.

Die Auswahl der richtigen Sorte für den einzelnen Betrieb und seine spezifischen Bodenverhältnisse ist das tägliche Geschäft der Anbauberater, die mit den Landwirten erörtern, welche Sorten in Frage kommen. Durch die Ergebnisse der Sortenprüfungen gibt es jeweils Angaben über Erträge, Resistenzen und Toleranzen, um für jedes Problem auf dem Acker eine passende Lösung zu finden, wobei es die eine Sorte, die für alle Zwecke erste Wahl ist, gar nicht gibt, wie Leipertz betont. Sonst wären er und seine Anbau-Berater ja auch längst arbeitslos.

Hightech-Produkte

Die Sämereien sind dabei echte Hightech-Produkte, in die eine ausreichende Versorgung und Schutz gegen Pilze und Insekten in Form von Fungiziden und Insektiziden für die ersten Tage schon mit „eingebaut“ sind.

Diese Stoffe befinden sich in der so genannten Beize, die die Samenkörner umgibt. Je nach Land und entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen, kann diese Beize unterschiedlich ausfallen, so dass etwa deutsches Saatgut in der Regel nicht in den Nachbarländern verwendet werden darf – und umgekehrt.

Damit das Saatgut fürs weitere Wachstum keinen langen Vorlauf benötigt, ist darin auch gleich ein „Turbo“ enthalten, denn die Sämereien sind bereits vorgekeimt und starten los, sobald die passende Temperatur und Bodenfeuchte vorliegt. „Damit werden zwei bis drei Tage Vegetationszeit eingespart“, schildert Pflanzen-Spezialist Leipertz den Vorteil dieser Ausrüstung, die jede Saatpille mit in den Boden nimmt. Entsprechend groß war unter der Woche der Andrang bei der Saatgut-Ausgabe der landwirtschaftlichen Abteilung.

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