RWE: 65 Meter lange Rohre unter der Inde platziert

Von: ptj
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Spektakuläre Aktion in Frenz: Wegen einer Leckage der Fernwärmeleitung werden nach 20 Jahren zwei Rohre zur Unterquerung der Inde erneuert. Foto: Jagodzinska

Frenz. Ganz relaxt saß Baggerführer Heinz Ahlers in seinem Spezialkran der Firma Breuer mit einer Hubkraft von 350 Tonnen. Der Kran stand auf Hydraulikstützen und war mit Gegengewichten von mindestens 100 Tonnen gesichert.

Die Aufgabe von Ahlers war am Dienstag die Erneuerung eines Teilstücks der 1996 errichteten Fernwärmeleitung vom Kraftwerk Weisweiler zum Forschungszentrum Jülich (FZJ).

Zwei Rohre zur Unterquerung der Inde, sogenannte Düker, sollten eingehoben werden. Bei den 65 Meter langen und jeweils 13 Tonnen schweren baugleichen Edelstahlrohren mit 60 Zentimetern Durchmesser im weißen Schutzflies handelte es sich um eine Vor- und eine Rücklaufleitung zum Kraftwerk Weisweiler hin.

Die Erneuerung der Leitung war, so Kraftwerkleiter Gerhard Hofmann, aufgrund einer Leckage notwendig geworden, festgestellt bei turnusmäßigen Inspektionen.

Hofmann betonte das für RWE Power wichtige Thema „Kraft-Wärme-Kopplung“: „Bei allen unseren neuen Blöcken ist sie planerisch vorbereitet und damit technisch umsetzbar. Wo die ökonomischen Voraussetzungen gegeben sind, liefern wir bereits heute in größerem Umfang Fernwärme, Prozessdampf und Niedertemperaturwärme“, betonte er. Allein 2012 habe RWE 440 000 Megawattstunden Fernwärme in Weisweiler ausgekoppelt. „Das entspricht rund 45 Millionen Litern Heizöl.“

Der Großteil der Lieferungen ging mit 300.000 Megawattstunden über die Stawag an die Stadt Aachen, zweitgrößter Kunde ist das Forschungszentrum Jülich. Würde man die Fernwärmeversorgung des FJZ etwa durch Öl ersetzen, wären jedes Jahr 550 Heizöl-Laster mit einem Tankvolumen von je 20.000 Litern erforderlich. So wurden 2012 rund 110.000 Megawattstunden Fernwärme zur Versorgung des FZJ ausgekoppelt.

Problemlos ging das Einsetzen vonstatten, das pro Rohr etwa 30 Minuten dauerte. Vom Boden abgehoben drehte der Kranarm das Teilstück in der Luft, um es langsam und passgenau auf der Wasseroberfläche niederzulassen.

Dann wurde das Rohr mit absolut sauberem Wasser aus dem Kraftwerk Weisweiler gefüllt, abgesenkt und fixiert. Zum Anschließen des Rohres muss das Wasser aus dem Schacht abgepumpt werden. Dann wird es von der Flussseite her mit Erde bedeckt, Flussbett und vorhandene Böschungen werden wieder hergestellt.

Glücklicherweise war eine Umlegung der Inde während der Baumaßnahme nicht erforderlich, der Fluss kann aufgrund eines wasserdurchlässigen Spunddielenverbaus durch die Baugrube fließen. Nach dem Einbau der neuen Leitungen werden die vorhandenen Fernwärmeleitungen getrennt und die Zu- und Ablaufleitung an die neu verlegte Fernwärmeleitung angeschlossen.

Die Erneuerung des Dükers hat Mitte Juli begonnen und soll Mitte September abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 750.000 Euro; beauftragt waren, so betonte der Energieriese, nur regionale Unternehmen aus Düren und Aachen.

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