Düren - Rurtalbahn: Ohne Verkehrsentlastung kein Terminal

Rurtalbahn: Ohne Verkehrsentlastung kein Terminal

Von: Jörg Abels
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Im Bezirksausschuss Arnoldswei
Im Bezirksausschuss Arnoldsweiler stellte Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen erstmals öffentlich die Pläne des Containerterminals vor. Foto: Abels

Düren. Mit Blick auf das von der Rurtalbahn geplante Containerterminal spricht Landrat Wolfgang Spelthahn von einer historischen Chance für die Region. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Der Großteil der 1500 bis 1800 Arbeitsplätze, die in der Region in der Logistikbranche entstehen könnten, kämen den vielen gering qualifizierten Langzeitarbeitslosen zu gute. Aber es ist aus seiner Sicht auch die Chance, endlich die seit Jahrzehnten vergeblich von der Dürener Politik geforderte Ortsumgehung für die schon heute vom Verkehr über Gebühr belastete Arnoldsweiler Bevölkerung zu erreichen.

Bei der ersten offiziellen Vorstellung der Pläne am Dienstagabend im Bezirksausschuss Arnoldsweiler versuchte Spelthahn, die Ängste und Befürchtungen der Bürger zu entkräften. Denn von der Akzeptanz der Pläne, betonte der Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der Rurtalbahn, hänge es entscheidend ab, dass internationale Geldgeber in das 50-Millionen-Euro-Projekt der Rurtalbahn in Düren investierten.

Spelthahn versprach den besorgten Lokalpolitikern, aber auch den interessierten Zuhörern: „Wir treten nicht an, um Ihnen die Lebensqualität zu nehmen, sondern um sie zu entlasten.” Und dabei denkt Spelthahn in erster Linie an die Ortsumgehung (L 257n), „ohne die es das Terminal nicht geben wird.”

Dies werde er gegenüber dem NRW-Verkehrsministerium deutlich machen, ist aber schon jetzt überzeugt, dass er angesichts der Bedeutung des Terminals als „Leuchtturmprojekt” für den Warenumschlagplatz NRW in Düsseldorf nicht auf taube Ohren stoßen werde. Und Spelthahn ist auch überzeugt, dass mit dem Faustpfand „Terminal” in der Hinterhand das Bundesverkehrsministerium seine bislang ablehnende Haltung zum „Dritten Gleis” zwischen Düren und Aachen noch einmal überdenken werde.

Die Rurtalbahn will das Terminal über die Tagebaurandstraße (L 264) erschließen, so dass der Lkw-Verkehr vom Terminal direkt über die im Zuge der A4-Verlegung noch zu bauende Anschlussstelle Merzenicher Heide abfließen kann, betonte Rurtalbahn-Geschäftsführer Hans-Peter Nießen.

Das Terminal selbst mit vier Gleisen und zwei Fahrspuren soll deshalb im Bereich gegenüber der S-Bahn-Haltestelle Merzenicher Heide entstehen, auf einem Areal von rund 700 x 70 Meter, das von der bestehenden Bebauung der Ortschaft Arnoldsweiler mindestens 750 Meter entfernt bleibt, erklärte Nießen. Im eigentlichen Bereich des Vorbahnhofs sollen die benötigten Rangiergleise entstehen. Alles komplett elektrifiziert, um die Fahrgeräusche so gering wie möglich zu halten.

„Die Geräuschkulisse wird wesentlich geringer sein als die der bestehenden Bahnstrecke”, versicherte Nießen mit Blick auf die derzeit mit 100 km/h durchfahrenden Güterzüge und die Personenzüge des Fernverkehrs, die just in diesem Bereich stark abbremsen müssten. „Wir hingegen werden mit maximal 25 Stundenkilometern rangieren”, verwies der Eisenbahner auf die geltende Gesetzeslage.

„Was aber ist mit dem Lärm der Lkw-Beladung?”, wollten Zuhörer und Ausschussmitglieder wissen. Auch daran werde im Zuge der Planungen natürlich gedacht, versicherte Nießen, dass Lärmschutzmaßnahmen - wenn erforderlich - berücksichtigt würden. Und schließlich versuchten Spelthahn und Nießen auch die Angst zu nehmen, im unmittelbaren Umfeld des Terminals würden neue Gewerbeflächen für die Logistiker entstehen.

In den Region stünden aktuell bereits 340.000 Quadratmeter erschlossener Gewerbeflächen zur Verfügung, beispielsweise in Eschweiler, am Aachener-Kreuz, im Bereich Talbenden/Rurbenden, aber auch am Kreuz Kerpen, die alle gut über die A4 zu erreichen sind. Auch die Gemeinde Merzenich, klang an, habe sich mit einem Gewerbegebiet an der Tagebaurandstraße bereits in Stellung gebracht.

Die lokale Politik, so klang an, steht den Plänen grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber. „Es wird aber keine Zustimmung geben ohne Lärmschutz und Umgehungsstraße”, kleidete der Bezirksausschussvorsitzende Hermann Josef Geuenich das Meinungsbild in Worte. Und Wolfgang Spelthahn machte noch einmal deutlich, dass man das Projekt nicht gegen die Bedenken der Bevölkerung durchsetzen werde.

Er bot auch an, die Pläne noch einmal im Rahmen einer Bürgerversammlung in Arnoldsweiler detailliert vorzustellen, alle Anregungen und Bedenken aufzunehmen. „Noch besteht die Chance, dass wir nachbessern können.”
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