Jülich - Rurtalbahn-Chef antwortet Jülicher Fachleuten

Rurtalbahn-Chef antwortet Jülicher Fachleuten

Von: ptj
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Eisenbahn-Senioren beim regelmäßigen Treffen in Jülich im Austausch mit Herbert Häner, Geschäftsführer der Rurtalbahn (2.v.l.). Foto: Jagodzinska

Jülich. Eine muntere, aktuell 26-köpfige Seniorenrunde aus ehemaligen Eisenbahnern trifft sich seit 20 Jahren am jeweils ersten Donnerstag im Monat. Die Herren vom Fach, die ihre Liebe zur Eisenbahn im Ruhestand nicht verloren haben, klönen, informieren sich und setzen sich gleichzeitig für Bürgerbelange mit Blick auf die Rurtalbahn ein.

Vorsitzender ist Horst Stute, als Vermittler zwischen Eisenbahn-Senioren und Politik dient Eisenbahnfreak Josef Krott. Gast der jüngsten Zusammenkunft war Herbert Häner, seit 2013 Geschäftsführer der Rurtalbahn. Besonders gerne war er der Einladung gefolgt, weil er dort „den ein oder anderen Kollegen aus seiner Eisenbahnzeit“ wieder trifft.

„Wir haben eines der größten Versprechen erfüllt: moderne Triebwagen auf dem Nordast einzusetzen“, betonte Häner. Vereinzelt seien noch Regiosprinter im Einsatz, vor allem aber der „RS1“ und der „Lint 54“. Sie bieten den Komfort der „Regio Shuttles“ auf dem Südast zwischen Düren und Heimbach. Der Geschäftsführer nannte ein „spannendes Beispiel in Verbindung mit praktisch denkenden Leuten“: Der „Lint 54“ ist nämlich 54 Meter lang, die Bahnsteige aber nur 52 Meter. Fünf Meter benötige der Lokführer für das „ungenaue Halten“. So hat die Rurtalbahn durch einen gelben Pfahl den Bahnsteig „virtuell verlängert“ und dadurch „ohne größere Baumaßnahmen die gleiche Sicherheitsvoraussetzung erzielt“.

„An den Aspen“ im Herbst 2018

Warum ist der bereits vor Jahren geplante sechste Haltepunkt im Jülicher Stadtgebiet „An den Aspen“ zwischen Jülich-Nord und Broich immer noch nicht eingerichtet? Grund sei die „signaltechnische Optimierung“, die in Huchem-Stammeln bereits umgesetzt, auf dem Nordast bis zu drei Minuten Zeitersparnis pro Richtung und damit höhere Anschlusssicherheit im Bahnhof Düren bringt.

Dabei werden die altersbedingt störanfälligen Relais in den Bahnhöfen Krauthausen, Jülich und Linnich auf Digitaltechnik umgestellt. Im Bahnhof Krauthausen werden für die zukünftige Begegnung längerer Züge Weichen verlegt, im Jülicher Bahnhof Gleise und Weichen neu gestaltet. Denn aktuell muss jede einfahrende Rurtalbahn abbremsen und verliert dabei an Tempo.

Das Genehmigungsverfahren sei eingeleitet, während der Wartezeit werden die Vergabeverfahren vorbereitet. Da die eigentliche Bauzeit für einen Haltepunkt zwei Monate betrage, rechne man laut Krott „im Spätherbst nächsten Jahres“ mit der Nutzungsmöglichkeit der Haltestelle.

Ein weiterer Themenpunkt war die bereits im Raume stehende „Elektrifizierung“ der Rurtalbahnstrecke. Häner gab detaillierte Einblicke in den aktuellen Technologiewandel und seine Möglichkeiten, etwa das Fahren mit der „nahezu emissionsfreien Brennstoffzelle“. Laut Häner ist die „Elektrifizierung planerisch eine große Herausforderung“ und die „elektrische Traktionierung“ die günstigste Betriebsmöglichkeit. Überlegt werde, durch schnelles Aufladung des Akkus eine „relativ lange Strecke ohne Fahrleitung zu fahren“.

Im thematischen Zusammenhang mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Heinsberg-Lindern kam die so oft diskutierte Aktivierung der Strecke Linnich-Baal wieder auf den Tisch. Zunächst fasst die „politische Ebene mit der Verwaltung Beschlüsse, dann kommen wir ins Spiel“, erklärte Häner die Zusammenhänge. Linnich-Baal sei „langfristig orientiert“ angemeldet, durch den Regierungswechsel in Düsseldorf gebe es aber „gutachterliche Veränderungen“.

Weil auf der Strecke keine Infrastruktur mehr vorhanden und der Boden entwidmet sei und sich zudem der Bahnhof Baal in Hochlage befände, scheint das Projekt in weiterer Ferne. Immerhin sei der Abschnitt Linnich-Baal inzwischen im ÖPNV-Bedarfsplan verzeichnet.

Abschließend stellte Krott die „Erfolgsgeschichte der Rurtalbahn“ heraus, mit 5105 Passagieren pro Tag auf der Strecke Düren-Jülich und 2900 Passagieren auf der Etappe Düren-Heimbach. Als Phänomen bezeichnete Häner das insgesamt „hohe Fahrgastaufkommen in beiden Lastrichtungen“.

Die Rurtalbahn-Schwester Vias nimmt neben der Odenwald-Bahn, der „RheingauLinie“ und der Strecke Mönchengladbach-Dalheim ab Dezember Nahverkehrsleistungen zwischen Düsseldorf und Bedburg auf.

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