Jülich - Rund 70 Ein- und Mehrfamilienhäuser auf altem FH-Gelände

Rund 70 Ein- und Mehrfamilienhäuser auf altem FH-Gelände

Von: Volker Uerlings
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Die weißen Container der provisorischen Kindertagesstätte am Ginsterweg werden einem großen Neubau gleich daneben weichen müssen. Die Tiefbauarbeiten laufen bereits. Es ist sozusagen auch der Startschuss für das innerstädtische Baugebiet „Alte Fachhochschule“, das sich im Bild rechts anschließt. Foto: Uerlings

Jülich. Wenn eine Stadt wie Jülich ihre Finanzen auf Vordermann bringen muss, gibt es auch abseits von Steuererhöhungen und Gewerbeansiedlungen durchaus Wege. Kurz- und mittelfristig bescheren neue Einwohner, die einer Arbeit nachgehen, verlässliche Einnahmen. Das bringt sofort im nächsten Jahr Schlüsselzuweisungen vom Land und eine Beteiligung an der Einkommenssteuer.

Eine kluge Siedlungspolitik ist also unerlässlich. Die größte Wohn-Entwicklungsfläche in Jülich ist das alte FH-Grundstück, auf dessen Vermarktung seit Jahren sehnsüchtig gewartet wird. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen.

Die ersten Tiefbauarbeiten sind zu sehen, auch wenn sie noch nicht einem Wohnhaus das Feld bereiten. Neben den Containern der provisorischen Kindertagesstätte wird die Fläche vorbereitet, auf der die fest gemauerte Kita stehen wird. Der Kreis Düren lässt sie errichten.

Das Areal ist groß: rund 5000 Quadratmeter. Wie dann die großen Restflächen erschlossen und bebaut werden, entscheidet sich wohl Mitte März. Dann legt die Geschäftsführung der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich ihrem Aufsichtsrat die finalen Planvarianten vor. Darüber informierte Geschäftsführer Frank Drewes die Redaktion auf Anfrage.

Unabhängig davon, wofür sich das Gremium entscheidet, ist davon auszugehen, dass gut 300 Menschen in dem Quartier leben werden, vielleicht auch noch mehr. Im Moment sind über 60 Grundstücke für Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhaus-Flächen vorgesehen, sagte Drewes; eine bunte Mischung also.

„Es gibt auch ein paar Grundstücke für Reihenhäuser. Im Moment überlegen wir, ob wir den Bereich noch vergrößern, um auch ein anderes Segment zu bedienen.“ Klar: Reihenhäuser sind an sich günstiger und befinden sich in der Regel auf kleineren Grundstücken, so dass hier – bei günstigen Finanzierungsbedingungen in der Niedrigzinsphase – auch für den kleineren Geldbeutel ein Eigenheim erschwinglich wird.

Die Reihenhaus-Idee stammt von einem Bewerber, der eigentlich die Fläche an der alten Realschule bebauen wollte, dort aber nicht zum Zuge kam. Sie wurde von der SPD jüngst in einem Antrag aufgegriffen und fand in allen Parteien Sympathie.

Ein Blick auf die Warteliste bei der SEG macht den Bedarf an Bauflächen in Jülich deutlich. Nur für das Quartier alte Fachhochschule haben sich laut Frank Drewes bislang rund 500 Interessenten vormerken lassen. Er relativiert diese Zahl aber, denn nach dem Motto „viel hilft viel“ gibt es „Kandidaten“, die sich für zahlreiche Flächen in Jülich und dem Umland interessieren und auf Listen eintragen.

Drewes schätzt, „dass sich rund 100 wirklich sehr konkret mit dem Standort auseinander setzen“. Damit wäre die Zahl der Bewerber aber auch schon größer als die der Einfamilienhaus-Grundstücke.

Baurecht (Bebauungsplan) und Erschließung werden nach der endgültigen Beschlussfassung noch einige Monate verstreichen lassen. „Wenn sich abzeichnet, dass es keine großen Hindernisse gibt, können wir vielleicht schon während des Verfahrens in die Vergabe reingehen“, zeichnet Drewes eine Perspektive für die Bauwilligen auf. Aber das bleibt abzuwarten.

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