Jülich - Run auf Rauchmelder ist lange überfällig

Run auf Rauchmelder ist lange überfällig

Von: Manuela Horrig
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Stadtbrandinspektor Udo Diß v
Stadtbrandinspektor Udo Diß von der Jülicher Wehr macht auf den lebensrettenden Nutzen von Rauchmeldern aufmerksam. Foto: Horrig

Jülich. Die Gefahr eines Brandes lauert im ganzen Haus: beim simplen Kurzschluss, der brennenden Kerze, die umkippt, beim Rauchen auf dem Sofa oder im Bett, durch defekte Elektrogeräte, die Feuer fangen.

Jährlich fallen in Deutschland hunderte Menschen einem Feuer in den eigenen vier Wänden zum Opfer. Aber immer noch wissen viel zu wenige Menschen, dass der Rauch weitaus gefährlicher ist als das Feuer.

Ein Brand kann sich in Windeseile ausdehnen und entwickelt eine enorme Hitze. Doch die überwiegende Zahl an Brandopfern erliegen nicht ihren Brandverletzungen, sondern sterben an einer Rauchgasvergiftung, da die giftigen Gase dem Feuer lautlos vorauseilen. Trauriges Beispiel aus der nahen Umgebung ist der verheerende Kellerbrand in der Grünstraße in Jülich, der vor einigen Jahren sechs Todesopfer forderte.

Vor wenigen Tagen fielen in Aachen drei kleine Kinder einem Brand zum Opfer. Und wiederholt flammten die Diskussionen über Rauchmelder auf, die nach Expertenansicht ein effektives „Frühwarnsystem” darstellen, das Leben retten kann. Wahrscheinlich werden sie auch in NRW in Kürze Pflicht.

Selbst ein kleiner Brand kann durch die Entwicklung von giftigem Kohlenmonoxid zur Todesfalle werden, vor allem für Menschen, die im Schlaf überrascht werden. Hier können Rauchmelder den lebenswichtigen Vorsprung verschaffen, so dass man sich oder auch andere noch in Sicherheit bringen kann. Die Feuerwehren raten zu diesen Rauchmeldern und werben für sie, denn Qualm hört man nicht. Auch die Jülicher Wehr vertritt da eine unmissverständliche Position.

„Nach den traurigen Ereignissen in Aachen melden sich wieder vermehrt Bürger auf der Wache, um sich nach Rauchmeldern zu erkundigen”, sagt der Jülicher Wehrleiter Stadtbrandinspektor Udo Diß. „Wir hatten mal vor einigen Jahren zahlreiche Rauchmelder verkauft, doch dann wurde es etwas ruhiger.” Diß empfiehlt dennoch Rauchmelder in Treppenhäusern, Kellern, Dachböden sowie Wohn- und Schlafzimmern zu installieren.

„Beim Kauf eines Melders sollte man unbedingt auf das CE- und das VDS-(Verband der Sachversicherer)-Zeichen achten.” Rauchmelder arbeiten häufig nach dem optischen Prinzip. Eine sogenannte Messkammer erkennt kleinste Rauchpartikel in der Raumluft und löst sofort unüberhörbar die Alarmeinrichtung aus. Mehrfamilienhäuser sollten mit einem Funkrauchmelder miteinander verbunden werden.

In der Gemeinde Aldenhoven gab es nach dem Brand in Aachen ein Dutzend Anfragen zu Rauchmeldern über das Kontaktformular auf der Internetseite der dortigen Feuerwehr. „Ein Bürger fragte sogar nach 25 Rauchmeldern für die ganze Familie...”, erklärte der Aldenhovener Wehrleiter Wilfried Thelen. Die übrigen Fragen bezogen sich auf die Montage der Melder, in welchen Räumen eine In-stallation sinnvoll sei oder worauf man beim Kauf achten müsse.

Die Feuerwehr klärt auf, händigt Broschüren aus und verweist auf die einschlägigen Info-Seiten zum Thema im Internet. Wichtig ist die regelmäßige Wartung, damit die Batterien nicht im Fall der Fälle leer sind. Außerdem wissen die wenigsten, dass die Geräte ein Verfallsdatum von etwa zehn Jahren haben. Dann ist die Optik meist stark verstaubt - und kann nicht ohne Zerstörung des Melders gereinigt werden.

Ganz aktuell gab die Landesregierung bekannt, dass sie den Einbau von Rauchmeldern in Wohnungen zur Pflicht machen will. Dabei sollen Eigentümer oder Mieter für die Installation und Wartung verantwortlich sein. Über das Pro und Contra wurde mit Sachverständigen diskutiert.

„Der aktuelle Fall in Aachen hat gezeigt, dass es bei einem Wohnungsbrand auf jede Sekunde ankommt. Wenn die Bewohner rechtzeitig gewarnt werden, können sie sich und andere retten. Zu der gesetzlichen Regelung muss die Überzeugung kommen, welchen unschätzbaren Nutzen Rauchmelder bringen”, sagt NRW-Innenminister Ralf Jäger.
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