Run auf manipulationssichere Registrierkassen ausgelöst

Von: Antonius Wolters
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Geschäftsführer Ulrich Backhausen (r.) und Harald Manz vom technischen Service, der das Gros der neuen Kassen für die Kunden eingerichtet hat. Foto: Wolters

Jülicher Land. Das Geschäft mit Registrierkassen hat bei der Backhausen Bürotechnik GmbH in Jülich zuletzt die Kasse des eigenen Unternehmens nachhaltig klingeln lassen, denn eine mehrjährige Übergangsfrist für das Nutzen von Registrierkassen oder PC-Kassensystemen für alle Unternehmen, die Bargeld einnehmen, endet zum 31. Dezember diesen Jahres.

Bis dahin muss manipulationssichere Technik installiert sein, die es den Finanzbehörden überdies erlaubt, dass Einzeldaten, die durch die Nutzung der Kasse entstehen, während der zehnjährigen Aufbewahrungsfrist manipulationssicher jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar aufbewahrt werden. So will es jedenfalls das Bundesministerium der Finanzen.

Seit zwei bis drei Jahren gebe es die neuen Kassen zu kaufen, die geprüft, zertifiziert und zugelassen sind, sagt Geschäftsführer Ulrich Backhausen, den zuletzt fast täglich Last-Minute-Bestellungen von Einzelhändlern erreicht haben.

„Die kriegen jetzt Panik“, sagt Backhausen, der allerdings kurzfristig wenig helfen kann: „Obwohl wir viele Kassen vorgeordert hatten, müssen wir die Kunden auf März/April vertrösten“, verweist er auf Lieferzeiten, die inzwischen auf drei bis vier Monate angewachsen sind.

Mit dem Gerät allein ist es außerdem nicht getan, es muss vor dem Ersteinsatz programmiert werden und die Benutzer brauchen auch zunächst eine Schulung. „Wir bereiten die Kassen vor, wie der Kunde es wünscht“, erläutert Ulrich Backhausen das Prozedere, für das in Sachen Kassen in der Regel sein Service-Techniker Harald Lanz zuständig ist. So gilt es beispielsweise, diverse Produktgruppen und unterschiedliche Mehrwertsteuer-Sätze einzupflegen.

Mit der Gestaltung des Kassenbons, den das Gerät ausgibt und für den beispielsweise das Firmenlogo eingespielt werden muss, hört die Arbeit im Vorfeld der Umstellung auf eine neue Kasse noch lange nicht auf. „Das ist viel Arbeit, doch es bleibt auch etwas hängen“, sieht der Einzelhändler in solch einem Service eine besondere Stärke seines Familienunternehmens, in dem auch Ehefrau und Sohn mitarbeiten. Dazu komme die Nähe zum Kunden, der in kürzester Zeit den technischen Service anfordern kann, wenn es Probleme mit dem Gerät geben sollte.

„Alles wird registriert“, geht Backhausen in die technischen Details der Kassen. Die verfügen über SD-Speicherkarten, wie sie beispielsweise Digitalkameras haben, auf denen die Daten der Nutzung einschließlich der Serien-Nummer der Kasse geschrieben werden. Die funktioniert überhaupt nur, wenn sich die SD-Karte im Gerät befindet. Ist die Kapazität der Karte erschöpft, kann leicht eine weitere genommen werden, so dass die geforderte Speichererweiterung relativ leicht zu bewerkstelligen ist.

Die neuen Kassen erleichtern nicht nur dem Finanzamt bei einer Außenprüfung die Arbeit, sondern auch dem Steuerberater, der Daten etwa für Buchführung und Steuererklärung auslesen kann. Die Hürden für Steuerhinterziehung sind indes höher.

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