Rückhaltebecken soll in Engelsdorf das Hochwasser abpuffern

Von: gre
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Dr. Joachim Burtscheidt erläuterte seine planerischen Vorstellungen für einen wirkungsvollen Hochwasserschutz für Engelsdorf. Foto: Greven

Engelsdorf. Einmal mehr hatte das leidige Dauerthema „Hochwasserschutz“ die Engelsdorfer Bürger zusammengeführt. Bis auf den letzten Platz war das Bürgerhaus besetzt, als die Vertreter des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) und deren Planer Dr. Joachim Burtscheidt die Neuauflage für die Lösung dieses Problems vorstellten.

Man wolle nichts am „grünen Tisch“ ohne die Beteiligung der Betroffenen tun. So leitete Bürgermeister Ralf Claßen die Zusammenkunft ein. Claßen hatte das jüngste Hochwasser mit den Schlammmassen am 1. Juli 2014 miterlebt und den Bürgern versprochen, „Dampf zu machen“. Die von ihm initiierte Petition hat in der Tat für sehr viel Druck gesorgt und zur Beschleunigung beigetragen, so dass WVER und Planer das neue Konzept vorstellten.

Es sieht vor, dass ein Hochwasser-Rückhaltebecken die Wassermassen abpuffern soll. Aus den 3300 Kubikmetern Regenwasser, die bei den „Jahrhundertereignissen“, die mit nur wenigen Jahren Abstand immer wieder auftreten, sollen durch das Rückhaltebecken die Massen so gedrosselt werden, dass der Zufluss in den Merzbach auf 600 Kubikmeter pro Sekunde begrenzt wird. Eingeleitet werden soll das Wasser gleich am Ortseingang aus Richtung Aldenhoven.

Viele Bürger sind skeptisch, dass das funktionieren wird, weil der Merzbach aus dieser Richtung kommend schon voll ausgelastet sei. Zudem erfolge eine Überflutung aus Richtung Koslar, die nicht ausreichend berücksichtigt werde. Hier wurde dem Planer eine Nachbesserung aufgegeben.

Der Vertreter des WVER, Hoffmann, räumte ein, dass die ursprünglich favorisierte Lösung sicherlich wirkungsvoller und preisgünstiger gewesen wäre, aber am notwendigen Grunderwerb gescheitert sei. Er sieht keine Aussicht, diese fünf Jahre alten ausführungsreifen Pläne umzusetzen. Bauamtsleiterin Anita Klotz bestätigte die Schwierigkeiten beim Grunderwerb und die Notwendigkeit, nach all der Zeit endlich zu handeln. Eine Enteignung sei für den Hochwasserschutz nicht möglich, ergänzte Bürgermeister Claßen.

Aus den vielen Wortbeiträgen der Bürger klang Skepsis. Sie hegen große Zweifel, dass der Ort im Tal künftig keine Hochwasserschäden mehr zu befürchten hat. Planer und Bauträger wollen es gerne den Bürgern beweisen. Der WVER tritt nach planerischer Nachbesserung in die Genehmigungsphase ein und wird die Zuschüsse beantragen. Mit dem Bau rechnet der Verband von Ende 2016 bis 2017.

Erleichtert wurde die Antwort auf die Frage nach den Kosten aufgenommen: „Außer Lärm und Dreck nix.“

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