Jülich - Rückenwind für den Klimaschutzmanager

Rückenwind für den Klimaschutzmanager

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Der erste seiner Art im Kreis Düren: Seit September ist das Jülicher Rathaus der Arbeitsplatz von Sebastian Ross. Der 30-Jährige arbeitet daran, dass die Klimaschutzziele vor Ort erreicht werden können.

Jülich. Ein Ziel hatte Sebastian Ross schon erreicht, bevor er seine Arbeit als Klimaschutzmanager der Stadt Jülich begonnen hat und ohne, dass er was dafür tun musste: Das leitende Personal braucht er nicht davon zu überzeugen, häufiger mal das Auto stehenzulassen.

Denn sowohl Bürgermeister Axel Fuchs als auch der Beigeordnete Martin Schulz bevorzugen häufig das Fahrrad als Dienstfahrzeug und leisten damit einen kleinen Beitrag, den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu reduzieren.

Der größte Teil der Arbeit liegt trotzdem noch vor dem Mann, der seit September dafür sorgen soll, dass die Stadt ihren Beitrag zum Klimaschutz leistet. Ross ist der Erste seiner Art im Kreis Düren, der darauf achtet, dass eine Kommune so viel wie möglich dafür tut, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. „Ich setze das Thema immer wieder auf die Agenda“, sagt Ross. Der 30-Jährige ist eine Art stetiger Motivator, aber keiner, der laut anklopfen muss, sondern offene Türen einrennt.

Schließlich hat die Stadt sich freiwillig dafür entschieden, die Stelle des Klimaschutzmanagers zu schaffen, die vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Aktuell spricht Ross von Rückenwind, den er ob der politischen Großwetterlage spürt. Erst recht seit am vorvergangenen Wochenende die Weltklimakonferenz in Paris geendet ist. „Das ist das erste Mal überhaupt, dass sich alle Nationen zum Thema Klimaschutz bekannt haben“, erklärt Ross. Bis zum Jahr 2100 soll sich das Klima auf der Erde um weniger als zwei Grad erhöhen. Das ist das erklärte Ziel, zu dem sich alle Nationen bekannt haben. Allerdings haben sie sich nicht bindend dazu verpflichtet. „Dass es keine Verpflichtung gibt, ist natürlich ein Risiko. Aber trotzdem: Ich sehe da eine Signalwirkung“, sagt Ross.

Damit Klimaschutz funktioniert, muss er vor Ort umgesetzt werden. Genau dafür ist Ross nach Jülich geholt worden. Denn die Stadt hat ihre eigenen Klimaschutzziele. Bis 2020 soll der Ausstoß an Treibhausgasen auf dem Stadtgebiet um 16 Prozent reduziert werden, bis 2050 soll er auf neutralem Niveau ankommen.

De facto kann Ross in Jülich nicht viel bewegen. Die Liegenschaften der Stadt verursachen rund zwei Prozent der CO2-Emissionen in der Stadt. Die Verwaltung kann also noch so viele Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern installieren und ihre Gebäude energetisch sanieren – wenn die Jülicher nicht mitziehen, wäre das ein Tropfen auf den heißen Stein. Genau deshalb möchte Ross die Klimaschutzbestrebungen in der Stadt identifizieren, unterstützen und Klimaschutz in den Köpfen der Menschen verankern.

„Bisher war das Thema Klimaschutz in der Verwaltung nicht bei einer Person gebündelt. Das haben mehrere Mitarbeiter so nebenher gemacht. Jetzt gibt es einen festen Ansprechpartner“, erklärt Ross seine Rolle. Der Klimaschutzmanager soll dabei helfen, Förderprogramme und Töpfe zu finden, Themen wie regenerative Energien oder Energiesparen in den Köpfen aller Entscheider zu verankern. „Ich möchte den Menschen auch vermitteln, dass sich viele Klimaschutzmaßnahmen mit der Zeit rechnen“, sagt Ross.

Der Neue soll Kontakte knüpfen. Was das angeht, ist Ross beinahe ins gelobte Land gekommen. Denn direkt vor der Haustüre sitzen einige der führenden Experten für das Thema Klimaschutz und regenerative Energien. „Wenn ich auf das Forschungszentrum schaue, die Fachhochschule oder den Solarturm – hier in Jülich gibt es ein herausragendes Potenzial. Ich werde versuchen, da eine Zusammenarbeit zu schaffen.“ Auch die Stadtwerke seien ein guter Ansprechpartner.

Klimaschutz fängt bei jedem Einzelnen an. Auch bei Sebastian Ross. Seit zwei Jahren lebt er in Düren. Und wenn immer es möglich ist, tut er es dem Bürgermeister und dem Beigeordneten gleich: Er radelt zur Arbeit. „Das hat aber weniger was mit Klimaschutz zu tun und mit der Botschaft, dass man kein Auto fahren soll. Ich bin passionierter Radfahrer und mache das, weil es mir Spaß macht.“

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