Rübenkampagne beginnt am Mittwoch

Von: gep
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Ab Mittwoch rumpeln die Knollen in der Zuckerfabrik in die Rinne. Aus 1,3 Millionen Tonnen Rüben werden 230 000 Tonnen Zucker, 120 000 Tonnen Pressschnitzel, 150 000 Tonnen Pellets und 100 000 Tonnen Carbokalk gewonnen. Foto: gep

Jülich. Ab Mittwoch rollen wieder die Rüben-Laster. Dann startet die Zuckerfabrik Jülich die diesjährige Rübenkampagne. Sie beginnt wegen des widrigen Wetters später als sonst. Denn im Frühjahr hatte sich die Aussaat etwas verzögert, und der Sommer war zu trocken.

Es wird diesmal „keine Rekordernte“, sagt Dr. Willi Kremer-Schillings, Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung der Zuckerfabrik Jülich. Er erwartet einen Rübenertrag von 68 Tonnen/Hektar (t/ha), einen Zuckerertrag von 12 Tonnen/Hektar und einen Zuckergehalt von 17,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 75,9 t/ha, 12 t/ha und 17,8 Prozent.

Kürzere Kampagne

Unter dem Strich wird die Zuckerfabrik in diesem Jahr mehr als 1,3 Millionen Tonnen Knollen verarbeiten, darunter 160.000 Tonnen aus den Niederlanden. Das sind unter dem Strich deutlich weniger als die 1,8 Millionen Tonnen, die zum Abschluss der Kampagne 2012/13 im Januar eingefahren worden waren. Damals waren es (nach dem Ausnahmejahr 2011) in der mit 125 Tagen zweitlängsten und zweitbesten Kampagne 1,8 Millionen Tonnen. Somit waren es für das Pfeifer & Langen-Werk „drei Rekordernten in nur vier Jahren“. 2011 hatte sich die Kampagne über 141 Tage erstreckt, im Jahr danach über 125 Tage.

„Diesmal sind wir nach Jahreswechsel durch“, glaubt Kremer-Schillings. Ein weiterer Grund für die diesmal mit etwa 100 Tagen kürzere Kampagne ist auch, dass mit Blick auf das reichliche Weltmarktangebot die Anbaufläche um 2000 auf 19.000 Hektar reduziert worden war. Dies bedeutet auch, dass sich die Zahl der Rübentransporte um 15 000 Fahrten nach Jülich auf 60.000 vermindert. Und der etwas spätere Start hat auch den Vorteil, dass die Bauern auf den Rübenschlägen noch einen höheren Zuwachs verbuchen können.

Der regenreiche September ist nicht nachteilig. „Es ist nicht furchtbar nass“, sagt der Leiter der landwirtschaftlichen Abteilung mit Blick auf die reichlichen Niederschläge. Entscheidend ist die von den Pflanzen nutzbare Bodenfeuchte.

Sie lag in der ersten Septemberwoche bei nur zehn Prozent. derzeit betrage sie in den oberen zehn Zentimetern etwa 80 Prozent, im Bereich von zehn bis 30 Zentimetern 50 bis 80 Prozent. Das sei „ausreichend“. Und zudem für die Rodung „ideal“, denn dann brächen die Wurzelspitzen der Knollen nicht ab. In der Zuckerfabrik hat die Kampagne schon in der vorigen Woche mit dem Zünden des Kalkofens und der anschließenden traditionellen Erbensuppe schon begonnen. Kremer-Schillings: „Die scharren schon mit den Hufen.“

Auf dem Rübenhof der Zuckerfabrik sind in diesem Jahr die Sicherheitsvorschriften erneut verschärft worden. Für die „Produktsicherheit“ ist sogar der Modezar Karl Lagerfeld eingespannt worden, der in Frankreich auf Plakaten für das Tragen von Warnwesten bei Verkehrsunfällen geworben hatte. Wie „Kaiser Karl“ müssen die Fahrer der Rübenlaster und -gespanne jetzt eine gelbe Warnweste tragen, Besucher eine grüne und Pfeifer & Langen-Mitarbeiter eine orangefarbene Weste.

Nachdem die Zuckerüberschüsse aus den Jahren 2011 und 2012 durch gute Abverkäufe reduziert worden sind, will Pfeifer & Langen jetzt wieder „ein Polster schaffen“, erläutert Kremer-Schillings. Daher biete der Kölner Zuckerriese für Industrierüben, die nicht der Quotenregelung der Europäischen Union (EU) unterliegen, im kommenden Jahr für die Tonne einen „wettbewerbsfähigen Preis“ von rund 31 Euro. Dieses Angebot werde schon „sehr gut angenommen“. Bereits 2012 sei über drei Jahre hinweg ein Kontrakt offeriert worden, der, vom europäischen Industrierübenpreis abgeleitet, bei rund 34 Euro mit Zuckerzuschlag, Schnitzelvergütung und Prämien liege.

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