Jülich - Rudolf Jagusch liest aus Krimiroman: Monsterjagd in der Eifel

Rudolf Jagusch liest aus Krimiroman: Monsterjagd in der Eifel

Von: Marzena Vomberg
Letzte Aktualisierung:
15731523.jpg
Ein ruhigerer Moment der ansonsten temperamentvollen Autorenlesung von und mit Rudolf Jagusch. Foto: M. Vomberg

Jülich. Ein frostiger, sternenloser Himmel. Menschenleere, neblige Straßen. Die perfekte Außenkulisse für einen spannenden Krimiabend mit zwei Hauptakteuren, dem „Eifelmonster“ und seinem Schöpfer Rudolf Jagusch.

In den beschaulichen Räume der Stadtbücherei Jülich gehören die Autorenlesungen seit gut 20 Jahren dazu. „Was gerade aktuell am Puls der Zeit ist, neueste Trends und Leserwünsche, aber auch, was das Budget hergibt“, sind laut Bibliotheksleiterin Birgit Kasberg die wichtigsten Kriterien zur Autorenauswahl. Ein besonderes Angebot war in diesem Herbst eine Exkursion zur Krimihauptstadt Hildesheim in der Eifel. Sich für einen Eifelkrimiautoren bei der Lesung zu entscheiden, war dann eine Selbstverständlichkeit.

Rudolf Jaguschs schriftstellerischer Weg führte inhaltlich aus dem Vorgebirge über einige Thriller und Kurzgeschichten in die Eifel. Seine ersten Arbeiten spielten im Horrorgenre, was mitunter einer Vorliebe für die Werke Stephen Kings geschuldet war. Der große Erfolg blieb aus.

Auf das Anraten seines Verlags, der an höheren Verkaufszahlen interessiert war, wechselte er in die Krimiwelt. Bereits nach kurzer Zeit entdeckte Jagusch seinen „Spaß am Krimi“. Dieser bietet die Möglichkeit, alle anderen Genres in den Roman einfließen zu lassen und die Leute auf die falsche Fährte zu führen. Besonders Letzteres bereitet ihm bei der schriftstellerischen Arbeit stets großes Vergnügen.

Es erschien sein erster Krimiroman aus der Vorgebirgsreihe, „Leichensabbat“. Die Abenteuer seines Protagonisten Hauptkommissar Stephan Tries erreichten viele Leser, jedoch für die Herausgeber nicht genug. Gemäß der in der Verlagswelt verbreiteten Überzeugung, dass „ein Eifelkrimi sich immer verkauft“ und der eigenen Gewissheit entsprechend, „ die Eifel sei die schönste Ecke in Deutschland“, kreierte Jagusch neue Helden.

Seine Liebe zur Eifel zahlte sich aus und spiegelte sich nun endlich in einem kommerziellen Erfolg wider. Sein neuerschaffener Hauptkommissar Hotte Fischbach ist ein Motorradliebhaber und, wie Jagusch sagen würde, „ein schlaues Kerlchen, ein bisschen tollpatschig, aber sehr liebevoll“.

Im vorgestellten vierten Eifelkrimi ermittelt Fischbach wieder mit seinem Kollegen Jan Welscher. Ein heimtückischer Mord zum Auftakt, eine Oldtimerrallye, die es in sich hat und ein hinterhältiger Killer erwarten den Leser in „Eifelmonster“.

Vorgebirge meets Eifel

Eine schöne Überraschung gibt es für die Fans vom Hauptkommissar Stephan Tries. Mit seinem 67-er Mercedes Benz lässt er sich die Eifel-Klassikrallye nicht entgehen und unterstützt schon bald die Eifelkommissare bei den Ermittlungen. Vorgebirge meets Eifel.

Es trifft sich in der Tat gut, denn in diesem Eifelwerk wird Hotte Fischbach nicht nur mit einem wahrhaften „Monster“, sondern auch mit dem eigenen etwas instabilen Gemütszustand zu kämpfen haben. Dem Buch beigefügte Eifel-typische kulinarische Rezepte werden womöglich zu kleinen Lesepausen verleiten und so bei zartbesaiteten Krimifreunden die Spannung beim Nachkochen ein wenig lockern.

Neben einigen Ausschnitten aus dem „Eifelmonster“ präsentierte Jagusch den zahlreich erschienenen Lesern überdies eine Weihnachtskurzgeschichte. Zum zweiten Mal durfte er schon an der im Knaur Verlag jährlich veröffentlichten Anthologie „24 Weihnachtskrimis“ mitwirken. Jaguschs Devise: „Ein Mord, aber keiner stirbt in meiner Weihnachtsgeschichte.“

In Edgar Allan Poe-Manier macht Jagusch das scheinbar Unmögliche zur Tatsache. Obwohl er keine direkten Vorbilder in den Klassikern wie Arthur Conan Doyle oder Agatha Christie findet, arbeiten seine Weihnachtskrimis nach dem Scherlock Holmes- Prinzip: „Wenn Du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist.“

Eine Autorenlesung ist für Jagusch oder Jan Kilman – sein Pseudonym bei historischen Romanen – eine großartige Austauschmöglichkeit nach Monaten einsamer Schreibtischarbeit. „Solch ein Feedback bekommt man nicht bei den Rezensionen“, argumentiert er und fügt noch hinzu: „Da kann ich die Gesichter nicht sehen.“ An diesem Abend gab es viele gezielte Fragen und Anregungen zu der schauspielerisch anmutenden Lesung. Die spannungsvollen Szenen aber auch die vielen humorvollen Momente wurden von Rudolf Jagusch mit Begeisterung an der Sache und mit energievollem Temperament dargeboten.

Der Abend endete mit einer klassischen Signierstunde, was dem Autor und den Lesern sichtlich eine freudige Genugtuung bereitete.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert