Rollende Wehr-Leitstelle im Jumbo-Format

Von: hfs.
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Mit allen „Schikanen” präse
Mit allen „Schikanen” präsentiert sich morgen in Jülich ab 10 Uhr „Florian 01-13-01”, Europas größter rollender Feuerwehr-Einsatzleitwagen.

Jülich. „Florian Düsseldorf 01-13-01, bitte kommen.” Wenn in Zukunft dieser Ruf im Funknetz der Düsseldorfer Feuerwehr zu hören ist, dann ist Europas, wenn nicht gar der weltgrößte Einsatzleitwagen im Einsatz.

Der steht am Freitag noch auf der Jülicher Karl-Beckurts-Straße 1 im Gewerbegebiet Königskamp bei der Firma Jumbo, kann dort neben vielen anderen Groß-Fahrzeugen bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden. Danach wird er offiziell in die Landeshauptstadt transportiert und der dortigen Feuerwehr übergeben.

„Die hatten feuchte Augen, als sie diese Technik sahen”, sagt Stefan Kassette von der Firma Jumbo und muss schmunzeln, wenn er sich an den Besuch der Berufsfeuerwehr der Stadt Aachen erinnert. Die war vor wenigen Tagen Gast beim Spezialfahrzeughersteller aus Jülich, der sich bei der Aufrüstung von Groß- und Schwerlinern, aber auch beim Umbau zu Spezialfahrzeugen europaweit einen Namen gemacht hat. „Wir kennen natürlich auch kleiner”, sagt Kassette, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und sich bestens im Betriebs- und Arbeitsablauf auskennt.

Diese Informationen sind auch morgen von Nutzen, denn Jumbo hat zum Tag der offenen Tür für jedermann eingeladen. Die Veranstaltung ist gleichzeitig auch als Fachmesse gedacht. Dabei können umgebaute Großfahrzeuge, rollende Riesenunikate sowie unter anderem ein Formel 1-Simulator können bestaunt werden. Star der Ausstellung wird aber der Einsatzleitwagen ELW 3 sein.

Seit der Bau des 25-Tonners Insidern bekannt wurde, weckt er Rieseninteresse bei Feuerwehren im In- und Ausland. So werden rund 150 Blauröcke vor Ort sein - aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg oder Deutschland: „Wir erwarten nicht nur das Fachpublikum, sondern auch die Jülicher Bürger, die sich einfach einmal in unserer Firma umsehen und erleben wollen, was wir so machen.”

Die Gäste werden auch Vertreter der Berufsfeuerwehr München und Paris antreffen. Vielfach werden auch Feuerwehren vor Ort sein, die auf Flughäfen Dienst verrichten. Denn im Grunde genommen hat der Brand auf dem Düsseldorfer Flughafen am 15. Dezember 1999 - die mit 17 Toten die bislang schwerste Katastrophe auf einem deutschen Flughafen - die Notwendigkeit eines Spezialgefährtes leidvoll untermauert.

„Es gab damals bei den Feuerwehren, die im Einsatz waren, Kommunikations-Schwierigkeiten”, erklärt Kassette. So kamen die Verantwortlichen auch auf die Idee, einen Einsatzleitwagen bauen zu lassen, der möglichst alle Szenarien für einen reibungslosen Einsatz im Katastrophenfall gewährleistet.

Herausgekommen ist „Florian 01-13-01”, dessen Finessen vielleicht auf der ganzen Welt einmalig sind. „Wir wollen uns nicht so weit aus dem Fenster hängen. Aber in Europa gibt es nichts Vergleichbares”, sagt Stefan Kassette und ist wie das Unternehmen Jumbo stolz auf den rollen Kommandostand.

Zwei Kilometer Netzwerkkabel

Es sind nicht die fast elf Meter Länge, 2,5 Meter Breite oder aber die Höhe von 3,35 Metern, die „Florian” einmalig machen. Höher durfte das Fahrzeug übrigens nicht werden, da die Halle an der Düsseldorfer Einsatzzentrale auf der Hüttenstraße unter Denkmalschutz steht und nicht umgebaut werden durfte. Es ist die geballte Technik, die sich im Inneren verbirgt.

Über zwei Kilometer Netzwerkkabel mussten verlegt werden, damit das Miteinander von Analog- und Digitalfunk sowie dem sogenannten „getunnelten” Netzwerk gewährleistet waren. Hinzu kommt ein stufenlos freitragender Ausschub von zwei Metern, der so noch nie von Jumbo konstruiert wurde.

Ganz abgesehen von der Netzwerktechnik, ebenso Neuland für die Jülicher Spezialisten, von denen 30 fast ein Jahr im Einsatz waren. Natürlich ist auch ein Blick in die Zentrale erlaubt. Um den Stab von zehn Führungspersonen im Einsatz im integrierten Kommandoraum mit Informationen zu versorgen, stehen drei vollwertige Kommunikationsarbeitplätze und ein Mediaarbeitsplatz zur Verfügung.

Den Onlinezugriff des Leitstellenrechners ermöglichen automatische Routingwege zu Navigationssystemen. Strom produziert das Fahrzeug selbst.

Modernste Multimediapräsentationstechnik ist so selbstverständlich wie die eingebaute Kaffeemaschine. „Wir haben mit Partnern gebündelte Technik-Highlights verarbeitet”, sagt Kassette, der sich mit allen Mitarbeitern darüber freut, wenn morgen ab 10 Uhr neben dem Fachpublikum interessierte Jülicher den Weg zu Jumbo finden.
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