Rolle rückwärts: Welldorfer Grundschule erhält doch mehr Raum

Von: -vpu-
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Der Fachausschuss hat die Raumsituation Welldorf unter die Lupe genommen. Foto: Uerlings

Welldorf/Jülich. Damit war nach den bisherigen Empfehlungen und Positionen der Kommunalpolitik nicht zu rechnen, die Grundschule Welldorf aber wird es freuen. Sie bekommt nach einem Mehrheitsbeschluss des Stadtrates einen Container in Klassenraumgröße, um die erhöhten Schülerzahlen ab dem neuen Schuljahr im Sommer aufzufangen.

Die „Rolle rückwärts“ absolvierten Teile von CDU und SPD, die nicht in Gänze, aber in Teilen im Stadtrat nun für diese Lösung stimmten. Sie sei „temporär“, könnte also bei zurückgehenden Zahlen auch wieder zurückgenommen werden. Bis dahin kostet der Container 800 Euro Miete monatlich plus etwa 100 Euro Betriebskosten. Nach langen Debatten und Ortsbesichtigung in der Einrichtung hatte es sowohl im Schul- als auch im Haupt- und Finanzausschuss nach einer Ablehnung des Schulwunsches ausgesehen.

Leitung, Lehrer und Eltern hatten die Befürchtung geäußert, dass Teile ihres attraktiven Angebotes eingeschränkt werden müssten, sollte nun ein anders genutzter Raum als Klassenzimmer genutzt werden. Der Argumentation folgte der Stadtrat nun mehrheitlich.

Peter Capellmann (CDU) erklärte, dass seine Fraktion intensiv diskutiert habe und noch „Unklarheiten“ sehe, letztlich der Containerlösung aber doch mehrheitlich zustimmen könne. Jül-Fraktion und Bündnisgrüne hatten ohnehin dafür gestimmt, dem Erweiterungswunsch zu folgen. Wie Capellmann äußerten sich auch Harald Garding (SPD) und Frank Bourguignon (FDP), dass ihre Fraktionen dem Antrag in Teilen „schweren Herzens“ zustimmten.

Der Erweiterungswunsch war im Fachgremium grundsätzlich debattiert worden, weil die Kinder- und Schülerzahlen in der Stadt laut Prognosen rückläufig sind. Hier stellte sich manch einem Politiker die Frage, ob es da sinnvoll sei, jetzt noch Erweiterungswünsche zu finanzieren.

Die Entscheidung fiel bei sechs Nein-Stimmen von CDU und SPD sowie drei Enthaltungen. Der Welldorfer Ortsvorsteher Christian Klems, der sich wie sein Güstener Kollege Erich Gussen für die Schule eingesetzt hatte, würdigte das „erfreuliche Umdenken“ der Mehrheit und sah ein „schönes Signal“ an die Einrichtung.

Am Ende gab es dann doch noch ein Scharmützel zwischen Politik und Verwaltung. Auf Wunsch des Schulausschusses waren im Rathaus die Kapazitäten aller Grundschulen im Stadtgebiet untersucht worden. Im Ergebnis gibt es in den meisten Schulen zu viele Räume, einen zusätzlichen Bedarf aber neben Welldorf noch in Koslar.

Im Zuge der Gleichbehandlung müsste die dortige GGS West „ein oder zwei Räume erhalten“, wenn der Welldorfer Wunsch erfüllt werde. Eine derartige „Automatik“ mochte der Stadtrat nicht erkennen. Mit eventuellen Wünschen aus Koslar werde man sich auseinandersetzen, wenn entsprechende Anträge vorliegen – vorher aber noch nicht.

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