Römerpark soll nicht angetastet werden

Von: Antonius Wolters
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Vor Beginn der Aldenhovener Ratssitzung flutete die vom Elternrat des Kindergartens am Römerpark initiierte Demonstration zum Erhalt des Parks den Sitzungssaal. Foto: Wolters
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Angeführt wurde der Demonstrationszug von Uschi Dech, Leiterin des Kindergartens am Römerpark, hier mit Bürgermeister Ralf Claßen. Foto: Wolters

Aldenhoven. Was den Aldenhovenern ihr Römerpark wert ist, wurde am Donnerstag augenfällig: Die Polizei hatte einen Streifenwagen an der Gnadenkapelle postiert, um die Dietrich-Mülfahrt-Straße abzusperren. Ein weiterer Wagen stand am Rathaus, wo eine halbe Stunde vor Beginn der Ratssitzung ein etwa 200-köpfiger Demonstrationszug aufmarschierte und gen Sitzungssaal zog.

Organisiert und bei der Polizei angemeldet hatte die Demonstration der Elternrat des „Kindergartens am Römerpark“. Kinder, Eltern und Großeltern, die Transparente und Plakate mitführten, machten sich außerdem lautstark mit Gesängen und Parolen skandierend bemerkbar. „Hände weg vom Römerpark“, war etwa in überdimensionalen Lettern zu lesen, was gleichzeitig die Stoßrichtung der des Protestes markierte.

Im Gemeinderat stand der Empfehlungsbeschluss des Bauverwaltungsausschusses zur Tagesordnung, wonach in der Nachbarschaft des Kindergartens die Möglichkeit zur Bebauung des Römerparks eingeräumt werden sollte. Das lehnen viele Aldenhovener ab, so dass eine vom Elternrat initiierte Unterschriftensammlung gegen den Verkauf von Teilen des Parkgeländes schnell Unterstützer in der Bevölkerung fand. Die Elternvertreter beließen es indes nicht dabei, Bürgermeister Ralf Claßen bei der Ratssitzung die Listen mit insgesamt 518 Unterschriften zu überreichen, sondern organisierten den Demonstrationszug bei glühender Hitze zum Rathaus.

Der anfängliche Versuch des Bürgermeisters, alle den Römerpark betreffenden Punkte von der Tagesordnung zu nehmen, scheiterte jedoch am Einspruch des Gemeinderates, der darauf bestand, das Thema zu diskutieren. Besagter Empfehlungsbeschluss des Ausschusses, der ursprünglich nichtöffentlich beraten werden sollte, wurde sogar in den öffentlichen Sitzungsteil übernommen, so dass diesbezüglich maximale Transparenz hergestellt war.

Nachdem die Kinder abgezogen waren, verblieb eine größere Gruppe Interessierter im Sitzungssaal, um die weitere Debatte und vor allem die Abstimmung zu verfolgen. Befunden werden sollte über eine Änderung des Bebauungsplanes 8A Zehnthofstraße, die eine Bebauungsmöglichkeit in diesem Bereich umfasst. Bei der vom Bauverwaltungsausschuss mehrheitlich favorisierten Variante C handelt es sich um eine Bautiefe von maximal 83 Metern, was einem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück entspräche, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven vorrechnete.

„Wir lehnen jede weitere Bebauung im Römerpark ab“, machte er außerdem klar und erhielt Unterstützung durch Monika Müller (GL-Fraktion), die in gleicher Richtung einen eigenen Antrag gestellt hatte, der später ebenfalls noch behandelt wurde. Stellvertretende für CDU-Sprecher Georg Krapp, der sich für befangen erklärt hatte, berichtete Dennis Stötzer, dass sich seine Fraktion nicht einig geworden und die Abstimmung freigegeben worden sei.

„Die FWG lehnt die Bebauung ab“, sagte Fraktionschef Dieter Froning, der berichtete, dass für den fraglichen Bereich über ein Investorenmodell mit zweieinhalbgeschossiger Bauweise geredet worden sei. Die in Rede stehende Variante komme nicht in Frage, da die Bautiefe viel zu groß sei.

„Wir sehen das Thema sehr emotionslos“, sagte Bürgermeister Ralf Claßen. Der Antrag eines Investors liege vor und sei zu entscheiden. Bei einem Nein gingen der Gemeinde Arbeitsplätze und Einmalerlös für den Verkauf des Geländes verloren, gab er zu bedenken. Bei zwei Ja-Stimmen votierte der Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit gegen die Änderung des Bebauungsplanes.

Der in vergleichbare Richtung zielende GL-Antrag, der Verkauf und Bebauung von Flächen des Römerparks untersagt, erhielt drei Gegenstimmen. Der Schutz des Parks ist damit indes nicht zementiert, denn der Rat kann die Entscheidung jederzeit kippen.

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