„Rockcity Jülich 11“: Rockfestival mit Bühnenskulptur

Von: Mira Otto
Letzte Aktualisierung:
10913569.jpg
Beim Auftritt der„Kapelle Petra“ reicht „Gazelle“ dem Gitarristen der Band die Melodica. Foto: Mira Otto
rockfestival jülich
Mr. Morris rappte sich bei seinem Auftritt in die Köpfe der Zuschauer. Foto: Mira Otto

Jülich. Es war ein bunt gemischtes Konzert im Jülicher Kulturbahnhof (KuBa). Mit einem vielseitigen Angebot, wie beispielsweise dem Modern Metal von „The Legion: Ghost“ oder dem Rap des „Mr. Morris“, waren viele Sparten der Musik an einem Abend abgedeckt.

„Rockcity Jülich Rocks Again 11“ wurde von den absoluten Newcomern „Lost Confusion“ eröffnet. „Ich hatte drei Tage absolutes Lampenfieber“, sagte Jonas Pauli, der Gitarrist der Coverband, nach dem ersten Auftritt außerhalb der Schule. Sein Kollege Jan Andre Picha am Schlagzeug ergänzte: „Aber es ist ein gutes Gefühl, auch außerhalb der Schule zu spielen.“ Die Musiker brachten während ihrem Auftritt Titel wie „Unholy Confessions“ von Avenged Sevenfold der Musikrichtung Metal. Die Gruppe besucht zurzeit die Realschule Jülich. „Wir möchten mit Rockcity auch eine Plattform für junge Bands bieten“, erklärte KuBa-Geschäftsführer Cornel Cremer.

Nach dem Auftritt der „The Backyard Band“, die Rhythm‘n‘Blues spielten, betrat „The Legion: Ghost“ die Bühne und die „mano cornuta“ (gehörnte Hand) wurde im Publikum erhoben. Auch hier gab es eine Premiere: Die Band, früher unter dem Namen „Koroded“ in der Region wohl bekannt, betrat zum ersten Mal unter dem neuen Namen „The Legion: Ghost“ die Bühne.

Hierzu sagte Schlagzeuger Ben Overmann: „Unser Musikstil hat sich mit der Zeit verändert und darüber hinaus haben wir nur noch zwei Bandmitglieder der Urbesetzung, da war es einfach Zeit für einen neuen Namen.“ Während der Performance spielten sie den Song „Ruins“, bei dem auch der Gastsänger Armin Lausberg mitwirkte. „Es geht um die Entscheidung, auf die Vernunft oder auf die Leidenschaft zu hören“, sagte Kevin Kearns, der Sänger der Band, zum Thema des Gesangstücks.

Nach tosendem Jubel verließ die Band die Bühne und wieder wechselte der Stil der Musik. Im Boombap rappte sich „Mr. Morris“ (Dominik Merres) in die Köpfe der Zuschauer. „Ich will die Zuhörer mit meinen Texten wachrütteln“, gab der Musiker an. Seinen Gig eröffnete der Tonkünstler mit „Freigeist“. Auch er beleuchtete, wie viele Gruppen des Abends, die aktuelle Flüchtlingsdebatte und reimte in „Dislike“ über die Feigheit der Nutzer von sozialen Netzwerken, die sich hinter den Monitor verstecken und sich dabei rassistisch äußern.

Auch „Herr Miesepeters“ mit Simon Jülicher am Cajon, Melodica, Gitarre und Mikrofon und Tobi Peters mit Gitarre und Gesang schlossen sich dem an und musizierten den brandneuen Titel „Keine Mittelmeer“. „Viele wissen nicht, wie gut es ihnen geht“, kritisierte Tobi Peters die Haltung vieler Europäer. Mit „Was stimmt nicht mit Alf“ war die Band an diesem Abend mit gleich zwei neuen Titeln dabei.

In der entspannten Atmosphäre des KuBa betrat schließlich der Headliner des Abends, „Kapelle Petra“, die Empore. Die deutschsprachige Rock- und Pop-Band fiel durch ihre ausgefallene Bühnenshow ins Auge. Eine Besonderheit der Gruppe ist das Mitglied „Gazelle“, das die Kapelle nur passiv mit Kostümen und Gesten unterstützt. „Ich sorge mit meinem Aussehen auf der Bühne für das richtige Ambiente“, ergänzte „Bühnenskulptur Gazelle“ und: „Das Auge hört mit.“ So verkleidet er sich beim Song „Gewitter“ als Baum, in den am Ende ein Blitz einschlägt.

Rockcity ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem KuBa und dem Jugendparlament Jülich. Hierzu sagte deren Mitglied Ariane Schenk: „Es gibt in Jülich viel zu wenige junge Rockbands. Früher war das anders.“ Cornel Cremer, Geschäftsführer des KuBa, sagte dazu noch: „Mit Rockcity bieten wir ein Forum für solche Gruppen, denn der Kulturbahnhof steht für Livemusik.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert