Rock ‘n‘ Roll von Johnny Sanders und den „Late Alligators“

Von: jago
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NoiseLess mal ganz laut: Johnny Sanders and the Late Alligators rockten das Bonhoeffer-Haus und begeisterten mit alten Songs aus der Sun-Records Ära. Das Publikum war begeistert von gefühlsbetonten und unvergesslichen Hits. Foto: Jagodzinska

Jülich. NoiseLess und Rock ‘n‘ Roll – die simple Übersetzung beschreibt zwei Gegensätze, die sich von der Lautstärke her ausschließen.

Treffen jedoch NoiseLess als Synonym für volle Konzentration auf die Musik und ihre jeweilige Wirkungskraft und Rock ‘n‘ Roll von Johnny Sanders mit seiner Band „Late Alligators“ aufeinander, dann ergibt das eine perfekte Kombination.

„Hier kommt der Burner“, kündigte Virginia Lisken, die Organisatorin der ambitionierten Kleinkunstmusikreihe, den ersten Auftritt des von der Country-Musik kommenden Allrounders im Bereich Hillbilly, Rockabilly und Rock ‘n‘ Roll im Bonhoeffer-Haus an.

Wie bei Konzerten mit den unvergesslichen Hits aus der Sun-Records Ära üblich, ließen sich im Publikum Fans aus drei Generationen vom Repertoire und der Bühnenpräsenz der Musiker begeistern und mitreißen. Zum Aufleben der beschwingten Club-Atmosphäre der 50er- und 60er Jahre trug bei, dass trotz ausverkauftem Haus Platz für eine kleine Tanzfläche geschaffen worden war, auf der nicht nur die Freunde vom Dürener Rock ‘n‘ Roll Club gekonnte Tanzfiguren und Kicks im 4/4-Takt aufs Parkett legten. Sanders und seine Alligatoren legten mit dem Intro „Twenty Flight Rock“ und „Shake Ratttle And Roll“ gleich die richtige Basis für eine prima Stimmung.

Nahezu jeder im Raum bewegte sich mehr oder weniger im Rhythmus der mitreißenden Stücke. Natürlich fehlten die ganz großen Titel wie Eddy Cochrans „Summertime Blues“ nicht im Programm.

Sanders kurze Anmoderationen, oft im Gespräch mit Gitarrist Christian Wester-Gretsch, waren mal ernst, mal lustig – immer so, wie es zum Song passt. „Ein Song der heute gültig ist wie eh und je“ hieß es zu „Waitin‘ For The Axe“, in dem die depressive wirtschaftliche Lage in den späten 1940er-Jahren Ausdruck findet. Ganz im Gegensatz dazu das aufkommende Wirtschaftswunder, spürbar in „Buona Sera, Signorina“, das früher „aus einem kleinen Lautsprecherchen neben einem Blumenväschen“ klingend für gute Laune gesorgt haben muss.

Die Stärke von Sanders Gesang liegt in seiner ehrlichen und bei langsamen Stücken gefühlsbetonten Interpretation. Wenn er beispielsweise „Mean Woman Blues“ oder „Pretty Woman“ seines persönlichen Favoriten Roy Orbinson singt, dann klingt das einfach authentich.

Perfekt wird das Ganze durch die Qualität der Bandmitglieder. Christian Wester-Gretsch (Gitarre), Maik Müller (Piano), Alex Ruiz (Kontrabass) und Rolf Lindemeier (Drums), die nicht nur ihre Instrumente großartig beherrschen, sondern sie auch so einzusetzen wissen, wie es zu den einzelnen Songs am Besten passt. Ein Superauftakt der aktuellen NoiseLess-Konzertreihe.

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