Risse in Lucherberger Kirche sorgen für Beunruhigung im Ort

Von: Kr
Letzte Aktualisierung:
14128049.jpg
Die Lucherberger Kirche, aufgrund von Rissen gesperrt, war Auslöser der Beunruhigung im Ort. Foto: Uerlings
14127429.jpg
Zur Problematik von Bergbauschäden in der Ortschaft Lucherberg nahmen Rainer Ortmann, Leiter des Indener Bauamtes, Markus Poths, Rudi Görke und Jürgen Ober Stellung. Foto: Kròl

Lucherberg. Wie eine Bombe war die Nachricht im Dorf Anfang des Jahres eingeschlagen, dass die katholische Pfarrkirche in Lucherberg aufgrund von Rissen in der Taufkapelle gesperrt werden müsse. Zeitgleich hatte es einige Rohrbrüche gegeben, und ein Vermessungstrupp von RWE Power war im Dorf unterwegs, um weitere Messpunkte zu setzen.

Dies alles beunruhigte die Bevölkerung. Die Gerüchteküche brodelte, ob nun in Lucherberg verstärkt mit Bergschäden zu rechnen sei. Um Ängsten vorzubeugen und die Bürger über mögliche Bergschäden zu informieren, wurde der Aktionskreis „LuPO“ (Lucherberg unser Projekt Ort), der sich vor einiger Zeit gegründet hatte und sich mit den Belangen rund ums Dorf beschäftigt, aktiv.

Man lud die Bürger zu einer Informationsveranstaltung ein und hatte gleichzeitig mit Markus Poths, Leiter Bergschäden RWE, Jürgen Ober, Abteilung Bergschäden Gebäude, und Rainer Ortmann, Leiter des Bauamtes der Gemeinde Inden hochkarätige Fachleute geladen, die Rede und Antwort stehen sollten.

Dass eine solche Veranstaltung angebracht war, verriet der große Zuspruch, denn restlos gefüllt war die Aula der Grundschule. Rudi Görke, Sprecher von LuPO legte noch einmal kurz den Anlass des Informationsabend dar. Markus Poths ging auf die Ursachen von Bergschäden ein, die im Tagebau andere sind als im Steinkohleabbau. Um sicher arbeiten zu können, muss RWE das Grundwasser aus dem Tagebau pumpen.

Durch die Fließbewegung und den Untergrund wird dabei auch in weiten Bereichen das Grundwasser abgepumpt, das zu Bodenabsenkungen führen kann. Minimale Absenkungen von zwei bis drei Zentimetern, die unproblematisch sind, wenn sie langsam und gleichmäßig verlaufen, wurden zwischen 2001 und 2013 in Lucherberg beobachtet. Am Rande des Tagesbaus waren es sieben bis acht Zentimeter, was ebenfalls keine Gefahr darstelle.

Regelmäßig kontrolliert RWE diese Setzungen. Zu diesem Zweck wurden an Häusern in Lucherberg Messmarken angebracht. Zurzeit ist man dabei, dieses Netz zu verdichten. Poths erklärte auch, dass es durch tektonische Störungen im Untergrund, die durch die Sümpfung aktiviert werden, zu stärkeren und ungleichmäßigen Setzungen kommen kann. Setzungsunterschiede können auch bei verschiedenen Bodenarten auftreten, den sogenannten Aueschäden, wenn der Untergrund torfig ist.

„Niemand hat Interesse an Bergschäden“, erklärte Poths und berichtete, dass bei Bauvorhaben eng mit der Gemeinde und Bauherrn zusammen gearbeitet werde, um Störungszonen frei zu halten. Im Schadensfall aber, das heißt wenn an einem Haus Risse festgestellt werden, sollte sich der Hausherr sofort eine Schadensmeldung an RWE schicken.

Von dort aus werden kostenfreie Untersuchungen angestellt. Bei Verdacht auf Bergschaden erfolgen eine schnelle Ersthilfe sowie weitere Untersuchungen. Recht zügig, so berichtete Poths werde all dies bearbeitet, allerdings müsse die Schadensmeldung schon vom Besitzer kommen. Dazu wurde eigens eine Hotline Telefon 0800-88-22820 eingerichtet. Informationen gibt es außerdem über www.rwe.com/berg-schaeden, über diese Seite kann man auch Kontakt aufnehmen.

Poths berichtete außerdem, dass in den vergangenen Jahren in Lucherberg keine Bergschäden aufgetreten seien und auch durch die Tatsache, dass weder tektonischen Besonderheiten noch Auebergschäden vorliegen, auch weiterhin nicht damit zu rechnen sei. Er betonte ausdrücklich: „Wir prüfen kostenlos, gründlich und sehr vernünftig.

Wer dennoch Zweifel hat, kann sich an die Anrufungsstelle wenden, die unsere Arbeit überprüft.“ Auch die anstehende Entleerung des Lucherberger See dürfte seiner Meinung nach nicht zu Bergschäden führen. Natürlich hatten die Anwesenden viele kritische Fragen, die natürlich nicht alle im Einzelnen behandelt werden konnten. Rainer Ortmann riet den Anwesenden außerdem, bei Fragen und Problemen im Bauamt der Gemeinde vorbei zu kommen.

„Scheuen Sie sich nicht, zu uns zu kommen“, appellierte er und verwies auf die Möglichkeit Kontakt zum Verband bergbaugeschädigter Haus-und Grundeigentümer aufzunehmen, in dem die Gemeinde Mitglied ist. Zur Situation in der Pfarrkirche konnte an diesem Abend aber niemand etwas Genaueres sagen. Durch Zufall, so berichtete Poths, habe man von den Rissen in der Kirche erfahren und daraufhin den Kontakt zur Pfarre gesucht. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Abschließend bemerkte Rudi Görke: „Es gibt viele Möglichkeiten ein kostenfreies Schadensbild erstellen zu lassen und das macht doch Mut.“

Die Frage eines Anwesenden, ob dieser Abend eine Werbeveranstaltung für RWE sei, da er einen unabhängigen Sachverständigen auch gerne gehört habe, wies er vehement zurück. Auch Markus Poths wies daraufhin, dass RWE die Transparenz um die Bergschädenproblematik verbessert habe, und die Gesetzeslage dies verlange. Er verwies auf die Seite des Wirtschaftsministeriums, wo man unter www.bid.braunkohle.nrw.de weitere Information erhalte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert