Richtig auspowern im Jugendheim Jülich

Von: Daniela Martinak
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Sport im Jugendheim: Jetzt können sich die Jugendlichen abends so richtig auspowern. Foto: Daniela Martinak

Jülich. Marco und Stefan (Namen von der Redaktion geändert) haben einen anstrengenden Tag hinter sich. Acht Stunden Schule können ganz schön schlauchen. Dann müssen auch noch Hausaufgaben gemacht werden. „Da braucht man einfach einen Ausgleich. Im Sommer ist das kein Problem, da gehen wir schon mal laufen, aber im Winter, wenn es regnet, ist das ganz schön blöd“, sagt auch Julian.

Viele der Kids haben das Geld für die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio nicht. Dabei ist Sport tatsächlich gut. Nicht nur für den Körper, sondern auch für das Gemüt, weiß Frank Müller, der eine Allianz-Filiale in Jülich betreibt. „Viele der Jugendlichen leben in schwierigen sozialen Verhältnissen, haben Erfahrungen mit Gewalt gemacht oder müssen mit einem Handicap zurechtkommen“, sagt er, „Sie brauchen einfach ein Hobby, was ihnen dabei hilft, Aggressionen abzubauen und das Gemeinschaftsgefühl zu fördern.“

Dem pflichtet auch die Leiterin des städtischen Jugendheimes in Jülich, Sarah Böhnke, bei. Sie betont: „Sport ist hier schon immer ein Thema gewesen. Der Boxsack ist ständig zum Einsatz gekommen. Und kommt noch regelmäßig zum Einsatz. Auch bei den Mädchen. Alles rauszulassen hilft vielen und so können sie sich richtig auspowern“. Ein anderes Ventil als den Nebenmann zu nutzen – so lautet die Devise. Und mit Sport ist das möglich.

Aus diesem Grund hat das Jugendheim schließlich auch die Allianz um Unterstützung gebeten. Binnen drei Wochen kam die Antwort: Vier Fitnesssportgeräte sollen ab sofort der Jülicher Einrichtung für Jugendliche gehören. Darunter eine Langhantelband, eine Kurzhantelstange, eine Trainingsstation und ein Cross-Trainer. Katarina Esser, Dezernentin der Stadt Jülich betont: „Das war uns ein besonders Anliegen.“ Es sei enorm wichtig, die Jugendlichen auch für andere Dinge zu begeistern, so dass sie stärker werden, in jeder Hinsicht.

Rudi und sein Kumpel Arthur, die beide schon Erfahrungen mit solchen Geräten gesammelt haben, haben die Patenschaft übernommen und sind nun dafür zuständig, die anderen Jugendlichen in die Geräte einzuweisen. Sie zeigen ihnen den richtigen Umgang und beraten sie bei der Wahl der richtigen Trainingsart.

Jeden Abend trainieren sie nun, um stärker zu werden – körperlich , aber auch seelisch.

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