„Rheinisches Revier an Inde und Rur“ bringt Bewerbung auf den Weg

Von: ptj
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Daumen hoch für die Leader-Region „Rheinisches Revier an Inde und Rur“: Gemeinsame Stärke demonstrieren alle Mitwirkenden. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Unterm Strich haben wir heute schon gewonnen. Der Zuschlag wäre die Krönung“. Das sagte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der Abschlussveranstaltung zur Bewerbung als Leader-Region unter dem Namen „Rheinisches Revier an Inde und Rur“.

Der Leader-Wettbewerb setzte stolze 83 Projekte in Gang, die insgesamt rund 300 Bürger in knapp einem Jahr ausgearbeitet haben. „Die Umsetzung wird durch Fördertöpfe angestoßen, wir machen unverdrossen mit den Menschen weiter“, versprach der Landrat. Auch dann, wenn das „Rheinische Revier“ nicht unter den 24 von 43 Bewerbern von der Jury als Leader-Region ausgewählt wird, die in den Genuss der EU-Förderung von rund 70 Millionen Euro bis 2020 kommen. Wird der Zuschlag gewährt, beträgt er 3,1 Millionen Euro.

„Wir haben schon Ideen im Volumen von sieben Millionen Euro“, es gibt also einen erheblichen Mehrbedarf. Spelthahn dankte Indeland-Geschäftsführer Jens Bröker, der das Leader-Modell als methodischen Ansatz der Regionalentwicklung „zur Chefsache gemacht hat“. Dankesworte richtete er ferner an Dirk Schubert vom nova-Institut Bonn und Vera Lauber vom gleichnamigen Planungsbüro in Baesweiler, denn: „Man braucht professionelle Hilfe, um die Energie zu bündeln“.

Schubert verteilte Vorschusslorbeeren: „Das ist schon eine besondere Region mit besonderen Herausforderungen und Chancen“. Im Anschluss präsentierten Schubert und Lauber im Overbacher Science College Ergebnisse und Inhalte der Regionalen Entwick-lungsstrategie in Kurzform. Die im Druck befindliche Bewerbungsmappe ist 120 Seiten stark. Ihr Leitmotto lautet „S(ch)ichtwechel“: Regionale Wurzeln und tieferliegende Schichten der vom Tagebau „durchlöcherten Region“ gilt es wieder zu entdecken und selbstbestimmend zu gestalten.

Die drei großen Handlungsfelder sind: Energiewende, Regionaler Zusammenhalt sowie Natur- und Kulturlandschaft. Energiewendeprojekte sollen die Nutzung von Ab- und Nahwärme sowie von Rest- und Abfallstoffen, alternativen Rohstoffen und konfliktfreier Biomasse voranbringen sowie die Ressourceneffizienz fördern. Der gemeinsame rote Faden der drei Arbeitsfelder ist die regionale Identität.

Nach einer Stärken- und Schwächen-Analyse und der Abwägung von Chancen und Risiken ergeben sich folgende Notwendigkeiten: Die historischen Wurzeln aus der älteren (römischen) und jüngeren Vergangenheit (drei Tagebaue) sollen gepflegt und in gezielten identitätsbildenden Maßnahmen aufgearbeitet werden. Insbesondere die von Umsiedlung betroffenen Menschen sollen begleitet und unterstützt werden. Zum Ausbau regionaler Vernetzung soll das Internet dienen.

Beispiele für Projekttitel sind „Agrobusiness“, „Solaranlage Nahwärme Morschenich“ oder „Initiative Energieland“. Die angestrebte Leader-Region möchte zudem in einer Zusammenarbeit, etwa mit der Lausitz in Brandenburg, „in einen Erfahrungsaustausch gehen“. Zur Leader-Koordination sei die Gründung des „Verein Lokale Aktionsgruppe“ notwendig, angeführt vom Entscheidungsgremium und der Mitgliederversammlung. Auf unterster Stufe befindet sich das Regionalforum als Beteiligungsebene von Bürgern, Verwaltung und Wirtschaft.

51 Prozent der Regionalforumsteilnehmer sollen private Wirtschaftspartner ausmachen, ein Drittel soll weiblich sein. Ausdrücklich sollen Jugendliche im Forum eine Rolle spielen. In der anschließenden Diskussion mit wichtigen Projektpartnern auf der Bühne kam die Jugendarbeit vermehrt zur Sprache. Schubert nannte beispielhaft eine erfolgreiche Einbindung von Kindern in Schweden mittels kleiner Projektmittel, eine Idee, der der 20-jährige Markus Friede aus Titz begrüßte. Diskutiert wurde ferner die zunächst paritätisch angesetzte Verteilung von 806.000 Euro auf die drei Handlungsfelder.

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