Rettungsgasse schlägt Lücken

Von: Otto Jonel
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Hier standen früher Büdchen. An der Engstelle Glasmalerei-Museum lässt die Rettungsgasse keinen Platz mehr für Verkaufsstände. Foto: Jonel

Linnich. „Der Andreasmarkt ist nicht mehr so wie noch vor einem Jahr.” Diesen inhaltsschweren Ausspruch tat Linnichs Bürgermeister Wolfgang Witkopp im schon weihnachtlich geschmückten Ratssaal.

An seinen Lippen hingen Repräsentanten von Behörden und Institutionen, von Kirche und Staat, Freunde aus der Partnerstadt Lesquin und Ehemalige aus Linnich. Von dieser Veränderung war im Saal beim traditionellen Empfang nichts zu spüren. Draußen, auf den Straßen war sie nicht zu übersehen. Lücken klafften in den sonst so geschlossen Reihen der Stände. Witkopp gab dem Phänomen eine Geschichte: „Das sind die Auswirkungen der Love Parade.”

Über Monate war in der Verwaltung ein Rettungs- und Brandschutzkonzept erarbeitet worden - inclusive „Worst Case”-Szenario. Ein wesentlicher Punkt dieses Konzeptes war die strikte Schaffung einer 3,50 Meter breiten Rettungsgasse. Gegenüberliegende Verkaufsstände rückte weiter auseinander. An manchen Stellen ließen sich zwei Stände nicht mehr vis-à-vis aufstellen. Von 240 möglichen Standplätzen fielen dem Konzept 40 zum Opfer.

Wetterlücken

Manche Lücke war allerdings weniger eine Love-Parade-Folge als eine von Nieselschnee und Straßenglätte. Immerhin reisen die meisten Beschicker von weither an zu diesem Markttreiben, das zwar auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblickt, aber immer nur für einen Tag aufblüht.

Eine lange Anreise hatte die Freunde aus der französischen Partnerstadt Lesquin nicht geschreckt. Die Delegation um Mayor Dany Wattebled hatte die knapp 300 Kilometer so fix hinter sich gebracht, dass sie eine halbe Stunde vor dem Empfang im Rathaus erschien.

Durchs Land zu reisen, ist Katharina Bossmann zur zweiten Natur geworden. Sie ist die 11. Rheinische Kartoffelkönigin. Für die 20-Jährige war der Andreasmarkt etwas Besonderes, „weil es einer der letzten Termine in meiner Amtszeit ist”. Die hübsche Regentin studiert Titel-untypisch Kunstgeschichte in Bochum, kennt sich aber mit der Knolle bestens aus.

Fest oder mehlig - die Frage stellt sich Kreislandwirt Franz-Josef Kügelgen nicht, wenn es um die Kartoffel geht. „Ein Mittag ohne Kartoffel kann ich mir nicht vorstellen.” Wirtschaftlich ist die Kartoffel derzeit eher ein Problemkind. „Zum Teil zu nass gerodet, liegen sie in den Lägern. Die müssen raus”, meint der Kreislandwirt ein wenig sorgenvoll.

Ponys auf der Wiese

Stichwort raus: Das musste die Empfangsgesellschaft auch - bei knapp 0 Grad Celsius mitten hinein ins Schnee berieselte Marktreiben, vorbei an den Ständen mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs, den Wundertinkturen und den Giganten für die Feldarbeit. Üppig besetzt war heuer auch die Ponywiese. Mit ihren dicken Winterfell hatten die kleinen Zottel kein Wetterproblem.
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