„Restsee Inden”: Auf dem Weg zum Masterplan

Von: ahw
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Mit Transparentpapier und reichlich Kaffee arbeiteten die Experten beim Planungsworkshop im Rathaus Inden zum Restsee und der Gestaltung der so genannten „Zwischenlandschaft”. Foto: Gemeinde Inden

Inden. Auf dem Weg zur Entwicklung eines Masterplans fürs Indeland sind im Mai Experten zu einem zweitägigen Planungsworkshop im Indener Rathaus zusammengekommen, der sich insbesondere dem „Restsee Inden” sowie der so genannten „Zwischenlandschaft” widmete.

Im Indener Ausschuss für Gemeindeplanung und -entwicklung referierte Regina Dechering wesentliche Ergebnisse der Experten, die als Planer insbesondere Erfahrung mit der Entwicklung, Gestaltung und Nutzung von Restseen gesammelt haben oder aus dem Toursmusbereich kommen.

Dechering projezierte etliche Planskizzen, die bei der Arbeit mit Transparentpapier und Filzschreibern entstanden waren und das Neben- und Miteinander von Indeaue, See, Verkehrswegen und Siedlungen beleuchten.

Wassersee und Feldermeer

Die Planer unterscheiden bei ihrer Betrachtung zwischen dem eigentlichen Wassersee und dem Grünsee, worunter sie das umgebende „Feldermeer” verstehen. Auf dem Weg zum Masterplan sollen die wirtschaftliche Entwicklung und die touristischen Perspektiven vorgezeichnet werden.

Der Masterplan ist auch Grundlage für das anstehende Betriebsplanverfahren zum Aufstellen des Abschlussbetriebsplanes für den Tagebau Inden. Darin könnten noch gewünschte Änderungen oder Erweiterungen berücksichtigt werden.

Wie Regina Dechering weiter ausführte, nahmen die Planer zunächst von der Mitte des Restsees aus die umliegenden Dörfer in den Blick. Das größte Potenzial wird dabei Schophoven beigemessen, das günstig am See liegt und planerisch zu entwickeln sei. Merken dagegen liegt demgegenüber herausgehoben quasi über dem See.

Laute Strandnutzung

Angenommen wird von den Planern darüber hinaus, dass die laute Strandnutzung vorzugsweise in der Nähe der neuen Anschlussstelle Langerwehe der A4 zu finden sein werde. Um die Lärmbelästigung für die Wohngebiete in Lucherberg zu minimieren, sei zu überlegen, die Wasserfläche hier um eine Seezunge zu erweitern, die wie ein „Raumteiler” wirkt.

Die große Marina und zahlreiche Freizeiteinrichtungen sollen am oder in der Nähe des Indemanns entstehen. Die verkehrliche Anbindung könne hier auch über die Anschlussstelle Weisweiler erfolgen, die wegen der Nähe zum Kraftwerk wohl bestehen bleiben werde. Der Bau eines großen Resorthotels würde sich im Norden anbieten, wo in der Wasserfläche eine seichte Bucht angelegt werden könnte. Um den steigenden Wasserspiegel in der Befüllungsphase zum Thema zu machen, wird auch das Anlegen einer (bewohnbaren?) Insel überlegt. Regelmäßige Veranstaltungen sollen den Fortschritt in der Restsee-Werdung begleiten.

Bei den Mitgliedern des Ausschusses musste der Bericht zunächst einmal sacken. Das Gremium wird sich voraussichtlich vor der Sommerpause erneut mit der Thematik beschäftigen, um in einer Sondersitzung die Stellungnahme der Gemeinde Inden zum Abschlussbetriebsplan des Bergbautreibenden zu erarbeiten.

Diplomarbeit zu Schophoven

Wie eine Planung für die Ortschaft Schophoven aussehen könnte, demonstrierte Dipl. Ing. Martina Winendi, die ihre Diplomarbeit am Lehrstuhl für Landschaftsplanung der RWTH Aachen (Prof. Dr. Franz Lohrbeck) vorstellte. Die Gemeinde hatte das herausragende Ergebnis angekauft.

Unter dem Titel „Schophoven - Stadt und Landschaft an der Kante” hatte die Diplomandin ihre Arbeit zum Thema Entwicklung des Dorfes an der Zwischenlandschaft und dem Restsee entwickelt, die mit dem Euregionalen Architekturpreis ausgetzeichnet worden ist.

Für Irritationen bei Peter Prost, Ortsvorsteher von Schophoven, sorgten einige Aussagen und Schlussfolgerungen Winandis in der Arbeit, die er nicht recht einzuordnen vermochte. Doch die Di­plomarbeit orientierte sich weniger an realen Planungsprozessen, sondern folgte vielmehr Vorgaben, die der Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur für die Ausarbeitung festgesetzt hatte.

Fundus planerischer Ideen

Immerhin liegt der Gemeinde nun ein Fundus an planerischen Ideen für Schophoven vor, von denen einzelne später vielleicht einmal verwirklicht werden. Enthalten sind neben Schophoven auch die Entwicklungspotenziale der Seeorte Merken und Inden/Altdorf. Es gelte, diese Potenziale zu erkennen und zu verknüpfen, unterstrich Winandi, die bereits die zusätzlichen Chancen durch die geplante Erweiterung der Euregiobahn mit in ihre Betrachtung hatte einfließen lassen.
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