Reste der Jülicher Gartenschau verschwinden

Von: Volker Uerlings
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Die Beete im Stadtgarten – von Buchsbaumhecken umsäumt – sind pflegeintensiv und sollen in drei Jahren verschwinden. Dafür will die Brückenkopf-Park GmbH andere Akzente setzen. Foto: Horrig, Uerlings
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Der heutige Granusgarten soll noch in diesem Jahr durch einen neuen Spielplatz für Kleinstkinder (unter 5) ersetzt werden.

Jülich. Dass der heutige Brückenkopf-Park einmal aus der Landesgartenschau 1998 in Jülich entstanden ist, wissen die vielen Kinder nicht, die sich am Donnerstag bei Sonnenschein in der Freizeiteinrichtung tummelten. Wie auch?

Bei ihren Eltern und Großeltern sieht das sicher anders aus, aber auch die werden in den nächsten Jahren immer weniger daran erinnert. Viele charakteristische Merkmale der LaGa verschwinden: zum Beispiel einige Themengarten oder die markanten Beete im Stadtgarten. Neuerungen sind auch geplant. Das alles verbirgt sich hinter der Aussage von Geschäftsführerin Dr. Dorothee Esser: „Wir werden in den nächsten Jahren, wenn es die Finanzen erlauben, den Park umstrukturieren.“

Das ist ein durchaus teures Unterfangen, wie unsere Zeitung in Erfahrung brachte. Die Doppelspitze der Betreiber GmbH, Dorothee Esser und Hajo Bülles, machten dazu keine Aussagen. Der Aufsichtsrat habe aber die Pläne, denen ein Pflegekonzept zugrunde liegt, genehmigt. Nach Recherchen unserer Redaktion steht ein stattlicher sechsstelliger Betrag in Rede, allerdings verteilt auf etwa fünf Jahre. Ein Teil des Geldes soll über Sponsoren finanziert werden.

Warum das alles? Der Park verfügt über ein recht kleines Gärtnerteam, das alle Hände voll mit den zahlreichen Bestandtteilen der früheren Landesgartenschau zu tun hat. Eine Vergrößerung der Mannschaft durch Neueinstellungen sei schlicht und ergreifend nicht möglich, das gebe das Park-Budget nicht her, sagte Dorothee Esser am Donnerstag. „Unsere 33 Hektar große Fläche ist mit dem recht kleinen Team manchmal nicht so zu pflegen, wie wir uns das selbst wünschen.“ Daher sieht das neue Konzept eine Spezialisierung, Abbau und grundsätzlich einfacher zu pflegende Flächen vor – mit einigen Highlights. Wenn die vielen Einzelbeete vor der Festung Brückenkopf zurückgebaut worden sind – geplant in etwa drei Jahren –, dann werde nicht nur Rasen eingesät, sondern auch zum Beispiel ein attraktiver Rosengarten entstehen. Aber das ist noch Zukunftsmusik, der zudem unter Finanzierungsvorbehalt steht. Das Konzept in Gänze wurde im Park am Donnerstag nicht vorgestellt, sondern nur einige Häppchen.

Kurzfristig soll der Granusgarten (rechts des Hauptweges vom früheren Eingang aus, etwa in Höhe des Bachlaufs) verschwinden, aber nicht ersatzlos. „Wir wollen 2015 eine Attraktion umsetzen: einen U5-Spielplatz für Mütter mit Kleinstkindern“, erklärte Dorothee Esser. Einen Namen gibt es auch schon: „Zwergenland“. Hier wird es Spielgeräte geben, die die Motorik von Kindern unter fünf Jahren schulen.

Für diese Maßnahme steht im Wirtschaftsplan eine Anschubfinanzierung zur Verfügung. Dorothee Esser: „Damit können wir anfangen. Wir hoffen aber auf weitere Unterstützung durch Spenden und Sponsoring.“

Der Besucherzuspruch im Park war im vergangenen Monat übrigens ausgesprochen gut: Über 25.000 Gäste wurden im Mai gezählt, wie Heinrich Horrig als Chef vom Dienst darlegte. Das seien zwar fast 9000 mehr gewesen als im Mai des Vorjahres, allerdings ist heuer darin das Epochenfest mit über 10.000 Besuchern enthalten. Diese Großveranstaltung war 2014 erst im Juni. Im vergangenen Monat steuerte allein das Jufa-Gästehaus 2256 Gäste zur guten Bilanz bei. Bis zum 10. Juni wurde die Freizeiteinrichtung von insgesamt gut 69.000 Menschen besucht.

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