Renaissance-Ruine soll gerettet werden

Von: zts
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Das verfallene Herrenhaus der
Das verfallene Herrenhaus der Siersdorfer Kommende: Ist die Renaissance-Ruine, erbaut 1578, noch zu retten? Foto: Zantis

Siersdorf. Seit über 65 Jahren verfällt das Herrenhaus der Siersdorfer Kommende. Heute ist die Residenz des Deutschen Ordens nur noch eine Renaissance-Ruine. Fraglich ist, ob sie die Herbst- und Winterstürme überstehen wird.

Die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten wollen sich dafür einsetzen, dass die Kommende gerettet wird. „Schon in Kürze”, so fordert Landtagsabgeordneter Josef Wirtz (CDU), „muss für den Erhalt der Kommende dringend eine Bestandssicherung durchgeführt werden!” Nach seiner Einschätzung ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein Ansprechpartner.

„Ich werde mich dafür einsetzen, um hier die maßgebenden Stellen aufmerksam zu machen!” Inwieweit öffentliche Mittel für die Sanierung zur Verfügung gestellt werden, sollte in einem Antragsverfahren für eine Mitförderung von Bund und Land ermittelt werden. „Dem weiteren Verfall des Gebäudes muss Einhalt geboten werden”, so bekräftigte es Landespolitiker. Ein konkretes Hilfsangebot gibt es auch von Staatssekretär Thomas Rachel MdB (CDU): „Als Abgeordneter des Kreises Düren unterstütze ich die Bemühungen zum Erhalt der Deutschordenskommende Siersdorf ausdrücklich.

Sie ist ein bedeutendes Zeugnis europäischer Geschichte, und ich bin froh, dass wir sie im Kreis Düren haben. Im Frühjahr 2011 habe ich der Gemeinde Aldenhoven meine Unterstützung bei der Beantragung öffentlicher Mittel aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien angeboten und zahlreiche Informationen zur Antragsstellung zur Verfügung gestellt. Unabdingbare Voraussetzung für eine Beteiligung des Bundes ist jedoch die Anerkennung der Kommende als Denkmal von nationaler Bedeutung durch das Land NRW. Für den Denkmalschutz ist zuerst die Kommune bzw. das Bundesland zuständig. Zudem muss sich das Land auch bereit erklären, mit gleich hohen, mindestens aber angemessenen Hausmitteln an der Restaurierung zu beteiligen”.

Dietmar Nietan, MdB (SPD), sieht ebenfalls Handlungsbedarf: „Die Kommende Siersdorf halte ich aufgrund seiner Geschichte und Architektur für ein förderungswürdiges Baudenkmal, dass erhalten werden sollte. Ich möchte deshalb meinen Vorschlag noch einmal bekräftigen, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Dazu gehören die Gemeinde Aldenhoven, der Kreis Düren, die Kölner Bezirksregierung, der Landschaftsverband, die Denkmalschutzbehörde sowie das Land NRW und der Bund. Zum runden Tisch zählt auch der Förderverein und die Erbengemeinschaft Heusch, die bereit sein müssen, sich konstruktiv in die Gespräche über die Sicherung und Erhalt der Kommende einzubringen. Ich hoffe, dass sich dadurch Fortschritte zum Erhalt der Kommende Siersdorf erreichen lassen.”

Briefwechsel mit Ruhrkohle

Der Bundestagsabgeordnete Oliver Kriescher (Grüne) berichtet: „Wie besprochen hatte ich in der Zwischenzeit eine Korrespondenz mit der RAG-Stiftung und Evonik. Dabei ging es im Wesentlichen um die Verantwortung für die Bergbauliegenschaften und mögliche zukünftige Folgekosten durch späte Bergschäden. In diesem Zusammenhang habe ich auch die Kommende thematisiert. Leider sind die schriftlichen Aussagen dazu nur allgemein und am Ende wenig hilfreich. Ich denke, dass es in absehbarer Zeit zu einem Gespräch kommen wird. Dann werde ich das auf der Entscheidungsebene von RAG-Stiftung und Evonik noch mal persönlich ansprechen.”

Guido von Büren, Vorsitzender des Fördervereins Siersdorfer Kommende, ist „besonders dankbar für die Hilfestellung” durch die regionalen Abgeordneten.

Der studierte Kunsthistoriker aus Jülich warnt allerdings vor zu großen Erwartungen, denn vorerst müssen noch Verhandlungen vor allem mit der Aachener Besitzerfamilie Heusch wie auch mit den zuständigen Stellen z. B. der Bezirksregierung geführt werden. In nächster Zeit soll ein Gespräch stattfinden, bei dem das weitere Vorgehen abgestimmt wird. „Wir sind auf einem guten Weg”, so ist sich der Vorsitzende sicher.
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