Rekordernte bei Jülicher Rübenkampagne

Von: Antonius Wolters
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Foto: Wolters

Jülich. Genau um 13.57 Uhr rollte am Freitag die letzte von gut 87.000 Fuhren an die Rampe der Jülicher Zuckerfabrik. Zu dieser Zeit hatte längst die „Fahrersause“ begonnen, mit der allen Beteiligten dafür gedankt wird, dass die süßen Knollen wohlbehalten vom Feld in die Fabrik gelangt sind.

Heinz Leipertz, Leiter der Landwirtschaftlichen Abteilung im Werk Jülich von Pfeifer&Langen (P+L), sprach hinterher von einer harmonischen und gut gelungenen Kampagne, die nicht unkompliziert war, manchen Bestwert und gute Qualitäten bis zum 131. Tag erbracht habe. „Die Messlatte liegt hoch“, sagte Leipertz, der die erste Rübenkampagne verantwortete.

So ist es gelungen, die Rekordkampagne von 2011 in einzelnen Parametern zu übertreffen, die mit 141 Tagen sogar noch zehn Tage länger lief. Knapp zwei Millionen Tonnen (1,935) als Gesamt-Rübenmenge liegen nur einen Wimpernschlag – in Zahlen sind das 3000 Tonnen – über dem Ergebnis von 2011.

Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass seit der Zugehörigkeit zur P+L-Familie im zentral gelegenen Werk Jülich auch Vertragspartner der Schwesterwerke in Appeldorn und Euskirchen ihre Zuckerrüben anliefern können, sofern das den Lieferweg verkürzt.

Demgegenüber blieb die Zuckermenge, die in Rübenform zur Fabrik gefahren wurde, klar hinter dem 2011er Ergebnis zurück: Brachte seinerzeit eine durchschnittliche Fuhre umgerechnet knapp 3,5 Tonnen Zucker nach Jülich, waren es in der zu Ende gegangenen Kampagne „nur“ gut drei Tonnen.

Grund ist der durchschnittliche Zuckergehalt der Feldfrüchte, der gegenüber 2011 (17,5 Prozent) um einen Prozentpunkt auf 16,5 gesunken ist – die feuchte Witterung hat den Zuckergehalt der Pflanzen regelrecht verdünnt.

Die knapp 1600 Vertragspartner der Jülicher Fabrik, die Rüben auf gut 19.000 Hektar anbauen, dürfen sich gleichwohl freuen, denn der Zuckerertrag von rund 14,6 Tonnen pro Hektar ist der Spitzenwert in der Geschichte der Jülicher Fa-brik. Gestern wurden die letzten Knollen geliefert, und auf dem Rübenhof türmen sich gewaltige Berge, doch bereits „in der Nacht zu Sonntag wird die letzte Rübe gewaschen, geschnitten und verarbeitet sein“, sagte Heinz Leipertz voraus.

Es folgen noch drei Tage Fabrikputz, „danach haben sich die Mitarbeiter eine Auszeit verdient“. Das Werk Jülich zählt rund 140 Beschäftigte, dazu kommen etwa 70 Kampagnenkräfte.

Nach der Kampagne ist vor der Kampagne: So erfordert die aktuelle Situation auf dem Zuckermarkt, wo die Preise durch das große Angebot dank europaweit guter Ernten unter Druck geraten sind, eine Selbstbeschränkung der hiesigen Rübenanbauer, denen die Prüfung eines betrieblichen Rübenübertrags auf 2015 und die Reduzierung der Anbaufläche um rund 15 Prozent empfohlen werden, um die Zuckermengen der Marktlage anzupassen.

Ob sich das auf die Erlöse auswirkt, wird sich im Februar zeigen, wenn die Preise mit dem Rheinischen Rübenbauer-Verband ausgehandelt werden.

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