Rekord-Fehlbetrag in Titz: Die Grenze ist erreicht

Von: hfs
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Ist ab sofort neuer Kämmerer der Gemeinde Titz: Der 32-jährige Michael Dahlem. Foto: hfs.

Titz. Mit dem Rekord- Fehlbetrag von 1,57 Millionen Euro muss die Landgemeinde Titz ihren Haushalt 2013 bewältigen. Dies sieht jedenfalls der Verwaltungsvorschlag vor, den Bürgermeister Jürgen Frantzen auf der jüngsten Ratssitzung vorlegte. Dennoch bleibt den Titzern ein Haushaltssicherungskonzept erspart.

Die Titzer Ratsvertreter können ohne drohendes Haushaltssicherungskonzept in ihre Haushaltsberatungen für das laufende Jahr gehen. Auch wenn das Defizit deutlich höher ausfällt als in den vergangenen Jahren – Erträgen von gut 13,8 Millionen Euro stehen Aufwendungen in Höhe von rund 15,4 Millionen Euro gegenüber – bleibt der Gang in einen Nothaushalt aus.

Denn dieses strukturelle Defizit wird durch den Griff in die allgemeine Rücklage aufgefangen. „Dies heißt, wir leben noch mehr als in den vergangenen Jahren auf Kosten unserer eigenen Substanz“, meinte Bürgermeister Jürgen Frantzen in seiner Haushaltsrede, in der er in einer Dreiviertelstunde alle relevanten „Eckpunkt“, die für den „spitz auf Knopf gerechneten und ohne Risikobuchungen oder Luftnummern“ aufgestellten Etatentwurf beinhalteten, kurz erläuterte.

Da wurden in erster Linie die geringeren Schlüsselzuweisungen genannt, dann die Erhöhung der Kreisumlage. Die dazu führte, dass die Gemeinde Titz von jedem Euro, der in 2012 eingenommen wurde, fast 67 Cent an den Kreis abführen musste. Mit diesem Hebesatz, so gab der Etatentwurf wieder, liegt Düren landesweit auf Platz 2 der insgesamt 31 Kreise. Lediglich der Kreis Recklinghausen, der allerdings eine ganz andere Sozialstruktur hat, so Frantzen, erhob eine noch höhere Umlage.

Für den Titzer Bürgermeister steht fest, dass die Grenze des realistisch Machbaren bei Aufwendungen erreicht ist. So sind denn auch in seinen Augen Ertragsverbesserungen unabdingbar. So schlug er denn erstmals nach acht Jahren vor, die Grundsteuer B um „moderate 20 Prozentpunkt“ zu erhöhen.

Darüber hinaus machte der Titzer Bürgermeister den Vorschlag, im Rahmen der Infrastrukturmaßnahmen eine Reduzierung von einzelnen Positionen vorzunehmen, zum Beispiel größere Sanierungsmaßnahmen in die Folgejahre zu verschieben. So kann er sich auch vorstellen, die Planungen für das Hauptschulgebäude vor dem Hintergrund des „Schulkonsens“ einzufrieren.

Umgesetzt werden sollen allerdings der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Müntz (wurde während der Ratssitzung mehrheitlich beschlossen), die Kanal-und Straßenbaumaßnahmen Drenkerweg und Mühlendriesch, neue Baugebiet-Erschließungen in Rödingen sowie der Bau von neuen Brücken in Müntz und Hompesch.Gleichzeitig wird in die Fertigstellung des Rathausumbaus (Aufzug) investiert. Nicht unerwähnt ließ Frantzen die Tatsache, dass die Verwaltung „schlanker“ gemacht wurde, drei Stellen in den letzten drei Jahren eingespart wurden.

Was dazu führte, dass die Gemeindeprüfanstalt in ihrem Abschlussbericht Titz, „einen sparsamen personellen Ressourceneinsatz“ bescheinigte, mit der die Landgemeinde bei den ganz kleinen Kommunen in NRW die zweitniedrigste Personalquote aufweist. Jürgen Frantzen abschließend: „Noch haben wir unsere kommunale Eigenständigkeit bewahrt. Aber die Lage ist viel ernster als in den letzten Jahren.“ Ein großes Dankeschön sagte er seiner Finanzverwaltung.

An deren Spitze mit Michael Dahlem der neue Kämmerer Steht. Der Gemeindeamtmann übernahm zum 1. Januar kommissarisch die Leitung der Finanzabteilung, wurde nun aber einstimmig von der Ratsversammlung bestellt. Dahlem löst damit Gemeindeoberamtsrat Dietmar Krauthausen ab, der in den Ruhestand ging.

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