Jülich - Reise nach Taicang: Der Jülicher Antrittsbesuch in China

Reise nach Taicang: Der Jülicher Antrittsbesuch in China

Von: Volker Uerlings
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Jülich. Das geht schnell. Mitte Mai haben die beiden Bürgermeister von Taicang und Jülich, Jianguo Wang und Axel Fuchs, eine Absichtserklärung in Sachen Städtepartnerschaft unterzeichnet, da fliegt die erste Jülicher Delegation in die „deutsche Stadt“ Chinas. Anfang nächster Woche geht es los, wie Axel Fuchs auf Nachfrage unserer Zeitung informierte, da die Dienstreise doch sehr still und geräuscharm organisiert worden ist.

Acht Personen aus der Stadtverwaltung, aus der Industrie, von der Fachhochschule und dem Forschungszentrum brechen am Montag auf. „Es ist eine Form von Respekt, den Gegenbesuch nicht auf die lange Bank zu schieben“, erklärte der Bürgermeister die Erwartungshaltung der Chinesen, die am 11. Mai Jülich im Schnellverfahren kennenlernten und ihre Einladung aussprachen.

Auch wenn die Gewichtsklassen der Verlobten sehr unterschiedlich scheinen – 34.000 Einwohner in Jülich, gut 700.000 in Taicang: Die chinesische Kommune gilt dort als „Kleinstadt“.

Zwischen den Partnern gibt es dennoch auffallend viele Parallelen. 1000 Deutsche leben in der Stadt nahe Shanghai, außerdem haben sich dort fast 270 deutsche Unternehmen angesiedelt. In Jülich wiederum sind 1000 Chinesen zu Hause. Jülich ist ein gefragter Studienort im Reich der Mitte. Von daher gibt es Berührungspunkte und Kooperationspotenzial, von dem beide Seiten profitieren könnten.

Der Bürgermeister, an den die Idee am Jahresanfang vom chinesischen Kulturverein Jülichs herangetragen wurde, glaubt an das Potenzial, nachdem im Rathaus Monate lang am Thema gearbeitet worden sei. „Ich kann nicht versprechen, dass uns das auf allen Ebenen nach vorn bringen wird, aber wir können uns doch diese Chance nicht entgehen lassen“, sagte er im Redaktionsgespräch.

Bei ihrem ersten Jülich-Besuch war die Delegation um Oberbürgermeister Wang von den Forschungseinrichtungen, der chinesischen Gemeinde hier, aber auch dem geplanten Gewerbegebiet mit Brainergy-Park begeistert. Und einen direkten geschäftlichen Kontakt wird es nächste Woche auch geben. Zur Jülicher Delegation gehören Vertreter vom hiesigen Werk von Pfeifer & Langen, weil bekannt ist, dass China den eigenen Zuckerbedarf nicht decken kann.

Alle China-Reisenden werden bei der Reise Vorträge halten: über Jülich als Stadt, als Industriestandort, als Forschungsplatz von Weltrang. Lächelnd beantwortet Axel Fuchs die „Gretchenfrage“, wer denn die Reise bezahlt, weil sie nicht überrascht: „Das wird nicht über den städtischen Haushalt abgewickelt.“ Die externen Mitreisenden zahlen selbst. Die Unterbringung übernimmt die Stadt Taicang.

Durch lange Flüge und Zeitverschiebung bleibt die Jülicher Gruppe netto gut zwei Tage. Axel Fuchs ist optimistisch, aber bleibt realisitisch: „Wir werden gut vorbereitet und gehen nicht blauäugig daran.“ Sprich: Der Besuch ist ein Fuß in der Tür; nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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