Reinhard Paffen: Ein politischer Haudegen zieht sich zurück

Von: gre
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Neben seiner Familie widmet sich der scheidende CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen künftig dem schmucken „Hauspark“ Foto: Greven.

Siersdorf. „31 Jahre sind genug“. Es gibt keine andere Begründung dafür, dass der langjährige Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen sich bei der Gemeinderatswahl am 25. Mai nicht mehr zur Verfügung stellt. Überraschend zwar für einen solchen Vollblutpolitiker, aber angekündigt hatte der 69-Jährige seinen Rückzug schon vor einiger Zeit.

1983 rückte das Siersdorfer CDU-Mitglied für den aus Gesundheitsgründen ausscheidenden Klaus Brück in den Rat. Schon bald drängte Paffen sich durch Fleiß und Sachverstand in den Vordergrund. Schon vorher als sachkundiger Bürger war er Sprecher seiner Fraktion im Planungsausschuss.

Als Diplomingenieur für Vermessung blieb das Bauen und Planen seine Domäne. Schon bei der nächsten Kommunalwahl 1984 gelang es der CDU, die 28-jährige Ratsmehrheit der SPD zu brechen. Ein wesentlicher Grund hierfür war die von der SPD angekündigte Schließung des Hallenbades Siersdorf, die damals die Siersdorfer Bevölkerung zusammenrücken und initiativ werden ließ.

Als der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Willi Prell 1989 ausschied, hatte er bereits Reinhard Paffen als seinen Nachfolger ausersehen und entsprechend vorbereitet. In den nun folgenden 16 Jahren setzte Paffen mit seiner Fraktion sehr viele Akzente. „Immer im Einklang mit meiner Fraktion“, wobei deren Erfolg vielfach auf Paffens Durchsetzungskraft basierte. „Was sagt Paffen dazu“, war die gebräuchliche Redewendung in der Fraktion und auch in der Verwaltung.

Bürgermeister Lothar Tertel und seine Dezernenten bestätigten die durchweg gute Zusammenarbeit: „Manchmal hatte Paffen Recht, manchmal wir“. Im Bau- und Planungsrecht und in den Finanzen hatten die Verwaltungsleute einen fachkundigen Gesprächspartner.

Im Gemeinderat ging Paffen einem Streit nie aus dem Wege. Er bevorzugte eher den „schweren Säbel“ als das Florett. Freimütig bekannte er: „Ich war für die Operationen am offenen Herzen zuständig“. Ungeachtet dessen bestätigen viele seiner Zeitgenossen, dass er eine Lücke hinterlassen wird. Er selbst ist der Meinung, dass die „junge Garde“, die in der CDU nachrückt, sie schließen wird.

Mit Genugtuung schaut Paffen zurück auf die Vielzahl der „in seiner Zeit“ geschaffenen Dinge, z.B. die Neugestaltung des Marktes in Siersdorf, die Umwandlung der Sportgelände in Aldenhoven und Siersdorf in Baugebiete, den neuen Flächennutzungsplan. „Aber damals hatten wir noch Geld.“

Nun freut Paffen sich darauf, sich mehr der Familie widmen zu können. Der Familie wegen habe er übrigens nie Ambitionen auf Höheres, wie Kreistag und Landtag, gehabt.

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