Jülich - Rattengift: Hündin Shakira ist tot, Benni gerettet

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Rattengift: Hündin Shakira ist tot, Benni gerettet

Von: Guido Jansen
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Benni geht‘s jetzt wieder besser: Diese Diagnose freut Tierarzt Markus Reinartz und natürlich Frauchen Petra Brandt. Foto: Guido Jansen

Jülich. „Ich habe Benni vorhin gesehen. Ihm scheint es wieder besserzugehen“, sagt Roswitha Ostholt. Das tröstet die 69 Jahre alte Witwe zumindest ein wenig. Denn der vier Monate Welpe Benni, der nur ein paar Häuser weiter entfernt ebenfalls im Schatten der Jülicher Zitadelle lebt, wurde auch vergiftet. Rattengift ist die Ursache, das steht in Bennis Fall sicher fest.

Und wahrscheinlich war das auch bei Shakira so, der acht Jahre alten Hündin von Roswitha Ostholt. Alle Symptome waren gleich. Mit einem Unterschied: Shakira musste am Samstag eingeschläfert werden.

„Ich musste mit ansehen, wie sie elendig verreckt ist“, sagt Ostholt. Über Tage sei das Leiden gegangen. „Sie hat mit großen Augen geguckt, aber wir konnten ihr nicht mehr helfen.“ Für die Shakiras Frauchen ist das tragisch. Sie erzählt von ihrer Hündin, die sie großgezogen hat, seit sie acht Wochen alt war. Nie sei die Tibet-Terrier-Hündin krank gewesen. Jetzt ist sie nicht mehr da.

Von Leiden erlöst

Shakira konnte etwas ganz Besonderes. Sie hat als Therapiehund für behinderte Kinder gearbeitet. Ausgebildet wurde sie im Verein Tiere als therapeutische Begleiter, der die Jülicher Tierärztin Dr. Josephine Heckhausen-Reinartz vorsitzt. In Reinartz‘ Praxis wurde Shakira am Samstag von ihren Leiden erlöst. Unter großen Schmerzen verblutete die Hündin innerlich, konnte sich in ihren letzten Stunden kaum noch auf den Beinen halten.

Benni hat dagegen vermutlich nur Glück gehabt. Scheiße-Glück, um genau zu sein. Als Benni Anfang der Woche aus der Schnauze geblutet hat und seinen Kot nicht mehr halten konnte, hat die Familie gehandelt. Denn sie hat ein paar Tage vorher zwei wichtige Beobachtungen gemacht, die ihrem Welpen vermutlich das Leben gerettet haben.

Frauchen Petra Brandt hat blaue Bestandteile im Kot ihres Hundes gefunden. Genau diese blaue Substanz hat Brandts Tochter dann auch in größeren Mengen im Gebüsch rund um Mülltonnen an der Artilleriestraße gefunden, genau da, wo sie mit Benni immer Gassi geht, auf freier, öffentlicher Fläche. Die Familie hat schnell eins und eins zusammengezählt und war auf den richtigen Schluss gekommen, dass es sich um Rattengift handelt. Sie suchte Reinartz‘ Tierarztpraxis auf, die seit dem Fall Shakira für das Thema sensibilisiert war.

Dr. Markus Reinartz hat den Welpen behandelt. Das definitive Wissen, welches Rattengift Benni gefressen hatte, half. „Es gibt ein Gegenmittel“, sagt Reinartz. Trotzdem stand das Leben des Welpen zwei Tage auf der Kippe. Dienstag war der kleine Hund der Rasse Balonka Zwetna dann über den Berg. „Er wird vermutlich keine bleibenden Schäden davontragen“, sagt Reinartz. Darüber, dass illegal verstreutes Rattengift der Grund für ein qualvolles Sterben und einen lebensgefährlichen Zustand ist, sind der Tierarzt und die beiden Hundehalterinnen entsetzt. „Ich verstehe nicht, wie man so etwas tun kann“, sagt Petra Brandt.

Rattengift zeichnet sich dadurch aus, dass es erst nach einigen Tagen wirkt. Das ist notwendig, weil Ratten einen Zusammenhang herstellen können zwischen einer Futterquelle und dem unmittelbaren Erkranken. Die anderen Tiere meiden die Quelle dann. Das birgt auch Gefahren für Hunde, Katzen und letztlich auch Menschen.

Erst fünf bis sieben Tagen nach der Aufnahme beginnt der Wirkstoff, die Blutgerinnung zu hemmen. Und dann ist es sehr schwierig, einen Zusammenhang herzustellen.

Roswitha Ostholt hat Anzeige erstattet nach dem Tod ihres Hundes. Einen neuen Hund will sie sich nicht zulegen. „Der Schmerz jetzt war zu groß“, sagt sie.

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