Aldenhoven - Ratsherr verärgert die Gemeindeverwaltung mit Büttenwitz

Ratsherr verärgert die Gemeindeverwaltung mit Büttenwitz

Von: gep
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Aldenhoven. Auch in der fünften Jahreszeit ist mit dem öffentlichen Dienst nicht zu spaßen. Das hat der Aldenhovener Ratsherr Bernd Jansen (SPD) erfahren.

In einem Interview mit dieser Zeitung vor dem Jahreswechsel hatte Jansen einen Büttenwitz erzählt, den der Personalrat prompt als „Diffamierung der Bediensteten” wertete und zugleich durch Bürgermeister Lothar Tertel auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ausrichten ließ, dass er „eine Entschuldgung erwartet”.

Jansen, seit einer Session stellvertretender Geschäftsführer der KG Turmschwalben Aldenhoven, hatte in dem Interview auf die beiden Fragen „Was begeistert Sie denn am Dorfkarneval? Was war der beste Büttenwitz der Session?” geantwortet: „Der rheinische Karneval stellt das „Wir” in den Mittelpunkt. Gerade in Aldenhoven schafft er ein Miteinander all derer, die Glück zulassen. Sorgen, Vorurteile, Ängste und alles Trennende verbannt der Karnevalist aus Herz und Zelt. Ein Gefühl, das ich jedem auf dieser Welt wünsche. Die Turmschwalben bringen jedes Jahr dieses Lebensgefühl mitten in den Ort. Für den Büttenwitz bleibe ich beim Karnevalsauftakt und überlasse dem Bürgermeister die Bühne.”

Nach der Begrüßung soll ihm diese Frage gestellt worden sein: „Wie viele Beamte arbeiten eigentlich in der Verwaltung?” Nach kurzer Überlegung soll er geantwortet haben: „Knapp die Hälfte!”

Auch Tertel mißfiel diese Passage, wie er nachhaltig deutlich machte. Dadurch werde das „Misstrauen des Bürgers gegen den Staat hochgepusht”. Der Bürgermeister zitierte zudem den Bundesvorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Peter Heesen.

Heesen hatte vor kurzem zum Auftakt der Tarifrunden 2011 für den öffentlichen Dienst „populistische Neidattacken” „Vorurteile” und „Verunglimpfungen” kritisiert, mit denen das Staatspersonal überschüttet werde. Tertel zitierte Heesen mit den Worten: „Welcher Abgeordnete wüsste nicht, dass man einen müden Saal am besten aufmischen kann, indem man über den öffentlichen Dienst herzieht - Maulhelden brauchen Prügelknaben.”

Jansen, im Rat derart zur Rede gestellt, sagte in Richtung Personalrat: „Es tut mit leid, dass das so angekommen ist.” Und fügte hinzu: „Ich entschuldige mich.”

Der junge Ratsherr äußerte zugleich die Hoffnung, dass man trotz alledem künftig noch zusammen „ein Bierchen trinken” in Aldenhoven könne.
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