Titz - Rathaus ist jetzt barrierefrei erreichbar

Rathaus ist jetzt barrierefrei erreichbar

Von: hfs.
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Blick ins Bürgerbüro des Rathauses: Bürgermeister Jürgen Frantzen mit Traudel Ropohl (l.) und Ines Lange vom Bürgerservice-Punkt.

Titz. Zu denjenigen in Titz, die den kommenden Samstag herbeisehnen, zählen die Reinigungskräfte im Titzer Rathaus. Seit September arbeiten sie gegen Staub und Schmutz an. Denn in dem Verwaltungsgebäude hatten über vier Monate lang 25 Firmen das Sagen.

Sie haben den Bau, in dem Bürgermeister Jürgen Frantzen mit 25 Mitarbeitern tätig ist, generalüberholt. Davon können sich die Bürger beim Tag der offenen Tür am Samstag ab 10 Uhr überzeugen.

30 Jahre alt war der Bau. 1980 konnten der damalige (ehrenamtliche) Bürgermeister Wilhelm Lieven und Gemeindedirektor Franz-Matthias Nelles das neue Rathaus beziehen. Es war ein „kleines Schmuckstück”, wie es bei der Einweihung hieß. Doch in den letzten Jahren wurde klar, dass der Bau den Ansprüchen nicht mehr genügte und zum Beispiel eine hochmoderne EDV-Technik unbedingt erforderlich war.

Doch war dies nicht ursächlich für die Überlegungen, dem Rathaus ein neues „Innenleben” zu verpassen. „Den Anstoß dafür gab eigentlich Hans Schüller vom Sozialverband VdK. Denn der plädierte für einen behindertengerechten Umbau”, blickt Bürgermeister Frantzen zurück auf die Anfänge im Jahre 2008.

So unterzeichnete die Gemeinde Titz als erste im Kreis Düren eine Zielvereinbarung nach dem Behindertengleichstellungsgesetz mit dem Landesbehindertenrat, dem Schwerhörigenbund und dem VdK. Damit hatten sich die Titzer verpflichtet, eine Verbesserung der barrierefreien Nutzbarkeit der öffentlich zugänglichen Bereiche im Rathaus zu gewährleisten. Gestreckt auf einem Zeitraum bis 2013. „Denn wir befanden uns ja schließlich im Haushaltsicherungskonzept”, erläutert Frantzen.

Doch dann kam die Weltwirtschaftskrise, und die Bundesregierung legte das Konjunkturpaket II auf, um die Wirtschaft anzukurbeln - auch durch kommunale Investitionen.

Nachdem in Titz die politischen Gremien nach vielen Diskussionen den Weg frei gemacht hatten für den Rathausumbau, wurden die Arbeiten ausgeschrieben. Für die 25 Gewerke erhielten acht Handwerksbetriebe direkt aus der Gemeinde Titz, 17 aus der unmittelbaren Region die Aufträge.

Der große Kehraus begann dann Anfang September des Vorjahres. Zuerst einmal musste die zum Haupteingang führende Rampe mit rutschfesten Handläufen beidseitig nachgerüstet werden. Die Beleuchtung im Treppenhaus wurde verbessert und Trittstufen im Treppenhaus und Außenbereich kontrastreich markiert. Für die jeweiligen Amtsräume erhielten die Mitarbeiter für Menschen mit Behinderung mobile Hörhilfen. Eine Toilette im Erdgeschoss wurde barrierefrei umgebaut.

„Aber vieles, was gemacht wurde, sieht man überhaupt nicht”, erwähnt Frantzen zum Beispiel eine im Boden des Sitzungssaal verlegte Induktionsschleife, die Schwerhörigen von nun ermöglicht, eine Ratsitzung zu verfolgen.

Hinzu kam die Verbesserung der gesamten Raumakkustik mitsamt einer Beleuchtung, die modernen Gesichtspunkten entspricht. Neue Bodenbeläge, ein neuer Wandanstrich und entsprechende Vorhänge runden mitsamt einer Sprechanlage die Neugestaltung im Sitzungssaal ab. Der verfügt nun auch über ein fest installiertes Projektionsgerät an der Stirnwand des Saals.

Dieser firmiert jetzt als „Bürgersaal” für Titz. „Der Kernort verfügt über keine Bürgerhalle. Deshalb die Namensänderung, kann der neue Bürgersaal doch künftig auch für private Veranstaltungen angemietet werden”, so Frantzen.

m Foyer wurde ein komplett neuer Bürger-Service-Punkt eingerichtet, wo fast alle anfallenden Behördengänge erledigt werden können. Dass automatische Glasschiebetüren den Zugang erheblich erleichtern, fällt ebenso sofort r ins Auge wie eine neue Klingel -und Gegensprechanlage. „Wir haben ein kleines Rathaus, das mit kurzen Wegen bürgerfreundlich genutzt werden kann”, hebt der Bürgermeister hervor. Ein wenig Geschichte ist auch präsent. Denn zufällig wurde die fast 200 Jahre alte ehemalige Eingangstür des Rathauses entdeckt. Restauriert schmückt sie jetzt das Foyer.

Der Umbau kostete ingesamt 238.000 Euro, aus dem Konjunktur II-Paket standen 207.000 Euro zur Verfügung. Die Differenz wurde im Haushalt 2010 veranschlagt.

Um die damals von Frantzens Vorgänger Josef Nüßer unterzeichnete Zielvereinbarung komplett umzusetzen, bedarf es jetzt noch des zu installierenden Aufzugs. Der kostet rund 90.000 Euro. „Geld, das wir selbst aufbringen müssen”, sagt Frantzen. Doch zunächst lädt er die Bürger ein, am Samstag ab 10 Uhr einen Blick ins Rathaus zu werfen. „Ich freue mich, dass sich die Mitarbeiter des Bürgerservice bereit erklärt haben, an diesem Tag für alle Arbeiten dem Publikum zur Verfügung zu stehen.” Sagt Frantzen und legt selbst Hand an, denn bis zum Tag der offenen Tür muss noch einiges erledigt werden.
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