Rathäuser kapitulieren auf breiter Front

Von: ptj/hfs./gep
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Die Musikfreunde Hambach gaben den Ton an für Prinzessin Janina I (Frenzer Burgnarren), das Lucherberger Dreigestirn, das Dreigestirn aus Lamersdorf und den solotanzenden Prinz Thomas I von der KG Lustige Jonge aus Inden/Altdorf. Foto: hfs.

Jülicher Land. Kapitulation auf breiter Front: Seit 11.11 Uhr regieren die Jecken im Jülicher Land. Mit dem Schlachtruf Alaaf stürmten die Karnevalsgesellschaften, unterstützt von freischaffenden Narren, die Rathäuser in Aldenhoven, Titz und Inden/Altdorf.

In Aldenhoven musste Bürgermeister Lothar Tertel letztendlich, was ihm bisweilen schwergefallen war, die neuen Machtverhältnisse anerkennen, nachdem ihn die IG Rosenmontagszug Siersdorf, die KG Schlemmännchere Dürboslar und die KG Turmschwalben Aldenhoven vor dem Rathaus ausgezählt hatten. „Da hat man keine Chance“, ergab er sich, übergab den Schlüssel an Prinz Hans Jürgen und erhielt dafür ein Bützchen von Prinzessin Ute. Sodann fügte er sich in sein Schicksal, von Turmschwalben-Präsident Wolfgang Hörnlein gefesselt („Nicht um den Hals“) zu werden, um zum Festzelt abgeführt zu werden. Dort wurden 90 Liter Freibier ausgeschenkt, davon 30 Tertel-Liter.

Weiblicher Übermacht musste im Titzer Rathaus Bürgermeister Jürgen Frantzen weichen. Seine Büttenrede, die er in Sträflingskleidern in den Farben des Absteigers Alemannia Aachen hielt, fand wieder reichlich Applaus: „Und dann der Dauerbrenner ‚Schulen‘, uns‘re Nachbarn um Titzer Kinder buhlen. Anstatt zu bilden ‚ne Kooperation, spricht man von Krieg, von Konfrontation. Dabei ist es eigentlich Idiotie angesichts fortschreitender Demografie“ hieß es dort. Zudem entkräftete der entmachtete erste Bürger der Landgemeinde das „Gerücht, dass „ich demnächst flüchte“. Denn „Land und Leute hier sind echt genial, so dass ich entwickle keine großes Fluchtpotenzial“.

Dann gab es sich der „Fasteleer her“, vor allem natürlich „den Weibern mit ihren wohlgeformten Leibern“. Im Mittelpunkt standen die beiden Damendreigstirne aus Opherten und Rödingen: die Prinzen Christel Boß und Bettina Weckauf, die Bauern Susanne Renker und Steffi Leinesser und die Jungfrauen Michaela Bircks und Daniela Dolfus. Nach Ordensverleihungen und Schlüsselübergaben wurde reichlich gebützt. Mit dabei waren ferner die Interessengemeinschaft Titzer Karneval, die KG Total verdötsch Ameln, drei Tanzgruppen aus Titz, Opherten und Rödingen sowie die Titzer Frauengemeinschaft.

„Es gab kein Blutvergießen, drinnen gibt es Bier zum Gießen“, reimte in Inden Heinrich Unterberger als Bürgermeister-Stellvertreter. Zuvor hatte er den Rathausschlüssel unter dem donnernden Alaaf-Rufen der Jecken an das Dreigestirn aus Lucherberg übergeben – Prinz Jürgen (Müller) und Jungfrau Lubbinchen (Hans Lubaczewski), Bauer Jupp (Hans Josef Salzmann) fehlte krankheitsbedingt. Der Prinz versprach, die Gesetzeslage im Verwaltungshaus genau zu prüfen.

Was Unterberger nicht erschrecken konnte angesichts der klammen Haushaltslage. „Aber wir haben einen Sponsor gefunden, damit ich Euch heute alle bewirten kann“, gab er die Tür frei zur Erstürmung. Zuvor hatte Herbert Schlächter in Namen der Belegschaft die Narren begrüßt, angeführt vom Lamersdorfer Dreigestirn Prinzessin Silke I, Bauer Gaby I und Jungfrau Sandra I.

Ein Heimspiel hatte der Prinz der KG Lustige Jonge, Thomas, der ein Solotänzchen hinlegte. „Dies ist hier eine liebgewonnene Besonderheit, die Harmonie unter den Karnevalsgesellschaften.“ Der Schlüssel werde daher auch von von Jahr zu Jahr an die jeweiligen Gesellschaften weitergereicht. Gleichzeitig entschuldigte er Bürgermeister Ulrich Schuster. „Der lässt es sich jetzt im Tal der Könige bei 26 Grad wohlergehen.“

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