Jülich - Rat und Hilfe in Jülich für russische Bürger

Rat und Hilfe in Jülich für russische Bürger

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
russisches konsulat jülich
Vielfältige konsularische Serviceleistungen für hier lebende Bürger der Russischen Förderation bieten Ingeborg Zimmermann und Rechtsanwalt Viktor Lakhtin in ihrem Büro in Jülich an. Foto: Wolters

Jülich. Wenn in Deutschland lebende Bürger der Russischen Förderation einen neuen Personalausweis benötigen oder Fragen zu ihrem Rentenanspruch haben, brauchen sie sich für Auskünfte nicht zum Generalkonsulat in Bonn oder gar zur Botschaft nach Berlin zu bemühen, sondern sind auch in der Jülicher Römerstraße an der richtigen Adresse.

Viktor Lakhtin unterhält hier seit 2006 ein Büro für russische Konsular-Angelegenheiten, das den oft weiten Weg nach Bonn erspart.

Indirekt trägt der russische Rechtsanwalt, der als eine Art Handlungsreisender für das Generalkonsulat fungiert, mit seiner Beratungstätigkeit dazu bei, den deutschen Steuerzahler finanziell enorm zu entlasten, denn Rentenzahlungen aus Russland werden auf die deutsche Sozialhilfe angerechnet. „Das ist ein großes Thema”, weiß Lakhtin aus den Rathäusern etlicher klammer Kommunen, die ganz genau hinsehen. So hat inzwischen auch die Deutsche Rentenversicherung zweisprachige Formulare in deutscher und kyrillischer Schrift.

Jurastudium in Sibirien

Der 50-jährige Lakhtin kam durch Zufall nach Deutschland: Nach dem Jurastudium an der staatlichen Hochschule in Krasnojarsk (Sibirien) absolvierte er den einjährigen Pflichtwehrdienst in der damaligen DDR in Weimar, wo er seinen Dienst bei der russischen Staatsanwaltschaft versah. Viktor Lakhtin ist in den Westen zurückgekehrt, denn in einer Zeitung las er, dass die russische Botschaft in Berlin gerade händeringend einen russischen Juristen mit deutschen Sprachkenntnissen suchte. Er wurde nach Bonn ins Generalkonsulat eingeladen und auch genommen. Seit knapp zehn Jahren betreut er als juristischer Außendienstmitarbeiter und Serviceanbieter in NRW lebende Bürger der Russischen Förderation sowie von Aachen aus Landsleute aus Belgien und den Niederlanden.

Verkehrsgünstiger Standort

Standort war neben einem Service-Center am Adalbertsteinweg in Aachen zunächst ein weiteres Büro in Düren, bevor der Anwalt vor sechs Jahren nach Jülich umzog, das für sein Klientel aus dem Großraum Düsseldorf, Mönchengladbach und Krefeld bequemer zu erreichen ist. Zudem zählt auch die Herzogstadt dank des Forschungszentrums etliche Einwohner, die aus Russland stammen und noch einen russischen Pass haben.

8000 bis 10 000 Leute betreut der juristische Ratgeber in (fast) allen Lebenslagen, von der Ausstellung russische Reisepässe bis hin zur Durchsetzung von Rentenansprüchen in Russland sowie der Erstellung so genannter Lebensbescheinigungen, die jeder Rentner einmal im Jahr in Moskau vorlegen muss, damit weiterhin die Ruhestandsbezüge überwiesen werden.

Neben den regelmäßigen Sprechstunden in Aachen und Jülich ist Viktor Lakhtin donnerstags im Bonner Generalkonsulat zu finden, denn der stetig anschwellende Berg aus Dokumenten und diversen Unterlagen, den der Anwalt ordnet und zur Weiterbearbeitung vorbereitet, muss auf russischem Boden gestempelt und gesiegelt werden.

Ihm zur Hand geht in Jülich Ingeborg Zimmermann, die neben Sekretariatsdiensten auch die Buchführung übernimmt und seine Termine koordiniert. Lakhtin ist übrigens nicht nur Ansprechpartner für Bürger der Russichen Förderation, sondern kümmert sich auch um die Erledigung der Formalitäten bei einem Touristenvisum für einen Besuch an der Wolga oder dem Schwarzem Meer.
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