Rat diskutiert Flüchtlingssituation in Aldenhoven

Von: Antonius Wolters
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Aldenhoven. Bei der Sitzung des Aldenhovener Gemeinderates am Donnerstag wurde die Tagesordnung auf Antrag der SPD-Fraktion kurzfristig um den Punkt „Flüchtlingssituation“ erweitert. Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven wollte wissen, wie sich der stete Flüchtlingsstrom in der Merzbachgemeinde auswirkt.

Er wollte dabei nicht allein mehr über die Konsequenzen für das Verwaltungshandeln wissen, sondern auch auf die finanzielle Situation der klammen Stärkungspaktkommune.

„Heute sind es 144 Flüchtlinge, morgen werden es 149 sein“, illustrierte Fachbereichsleiterin Anita Klotz die Zuweisung von etwa zehn Personen pro Woche. Das wäre eine Verdoppelung in den nächsten drei Monaten, rechnete der SPD-Fraktionschef hoch – und erschrak im gleichen Moment.

Betont unaufgeregt fiel die Analyse von Bürgermeister Ralf Claßen aus. Es sei schwierig nachzuvollziehen, wie die Flüchtlinge verteilt werden, zumal die Information über das Eintreffen weiterer Personen die Gemeinde oft erst sehr spät erreichten.

„Wir sind gezwungen, zu improvisieren“, sei es dann meist schwierig, verfügbare Wohnungen vorzubereiten. Doch insgesamt herrschten in der Gemeinde „noch verhältnismäßig gute Zustände“. „Von Zwangsmaßnahmen wie der Beschlagnahme von Gewerbeimmobilien sind wie noch weit entfernt“, sagte Bürgermeister Claßen.

„Wir müssen auch an einem Plan B arbeiten“, sei es gleichwohl notwendig, sich auf den Fall vorzubereiten, dass sich die Flüchtlingskrise verschärft. Ein dickes Lob galt dem Aldenhovener Flüchtlingskreis, mit dem die Gemeinde eng zusammenarbeitet und bei der Versorgung der Flüchtlinge oder der Möblierung von Wohnungen teilweise Dinge übernimmt, die von den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung allein gar nicht mehr zu leisten seien.

Zudem werde im Gemeindegebiet einiges auf die Beine gestellt, um auch die soziale Integration in Gang zu setzen, begründete der Bürgermeister seine insgesamt „positive Grundstimmung“.

Was die Unterbringung angeht, sprach Klotz davon, dass nicht alle Wohnungen, die der Gemeinde angeboten werden, geeignet seien.Zudem gingen die Mietpreise „von Woche zu Woche“ nach oben.

„Mit einer Abnahme des Zustroms ist nicht zu rechnen“, sagte der Bürgermeister, der gleichzeitig betonte: „Wir sind verpflichtet, die Menschen bei uns aufzunehmen.“ Was offenbar mit zu seiner unerschütterlichen Motivation zur Hilfestellung beiträgt, illustrierte ein weiterer Satz: „Es kommt auch viel von den Flüchtlingen zurück.“

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