Kreis Düren - Raserstrecken: Messpaten für den Blitzmarathon gesucht

Raserstrecken: Messpaten für den Blitzmarathon gesucht

Von: Jörg Abels
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Mit seinen Kollegen beim 2. Bl
Mit seinen Kollegen beim 2. Blitzmarathon im Einsatz: Karl-Heinz Hamacher, Leiter des Verkehrsdienstes der Dürener Polizei. Foto: Abels

Kreis Düren. „Es ist bestimmt nicht unser Ziel, die Einnahmen des Staates zu steigern”, versichert Landrat Wolfgang Spelthahn. Auch der zweite landesweite Blitzmarathon hat eine ganz andere Intention.

„Wir wollen die Autofahrer sensibilisieren”, betont der Leiter der Kreispolizeibehörde Düren. Sensibilisieren dafür, dass überhöhte Geschwindigkeit immer noch der Killer Nummer Eins auf den Straßen auch im Kreis Düren ist.

Bei jedem vierten bis fünften der insgesamt 1065 Verkehrsunfälle mit einem oder mehreren Schwerverletzten zwischen Heimbach und Titz war im vergangenen Jahr Raserei im Spiel. Wolfgang Spelthahn nennt ein Beispiel, warum die von NRW-Innenminister Ralf Jäger angestoßene Kampagne „Brems Dich - rette Leben” nicht nur eine hohle Phrase ist: „Fußgänger, die von einem Fahrzeug, das 65 Stundenkilometer schnell ist, getroffen werden, überleben den Zusammenstoß in durchschnittlich 80 Prozent der Fälle nicht. Schon bei 15 km/h weniger sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Todesfalls aber auf 30 Prozent.”

Ein gutes Dutzend Messtrupps mit rund 50 Beamten schicken Norbert Latuske und Robert Houben von der Dürener Polizei am 3. und 4. Juli in drei Schichten in den Blitzmarathon. Von 6 bis 6 Uhr werden sie im gesamten Kreisgebiet bis zu 50 Messstellen einrichten, „um das Thema Tempoverstöße auf ein neues Bewusstseinsniveau zu bringen”, erklärt Houben. Und dabei nimmt die Polizei nicht mehr nur wie früher Unfallschwerpunkte ins Visier oder Straßen, auf denen die Disziplin der Autofahrer bekanntermaßen zu wünschen übrig lässt.

Landesweit aber auch im Kreis Düren setzt sie auch auf die Beteiligung der Bürger. Sie ruft explizit dazu auf, vermeintliche Raserstrecken als „Messpate” zu melden. „Wir werden die uns genannten Punkte dann polizeistrategisch bewerten, gegebenenfalls in unser Konzept integrieren, wollen dann aber auch vor Ort das Gespräch mit den Messpaten führen”, erklärt Norbert Latuske. Denn subjektive Wahrnehmung und objektiv gemessene Geschwindigkeit stimmen nicht immer überein.

Seit Monaten hat die Kreisdürener Polizei der Raserei den Kampf angesagt. Neben verstärkten Tempokontrollen will sie mit der Bekanntgabe der Messstellen die Verkehrsteilnehmer auch nachhaltig wachrütteln und an die Einhaltung der Vorschriften erinnern. Auch wenn die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten immer noch ansteigt, sieht Robert Houben durchaus erste Erfolge. Immerhin ist die Zahl der Verletzten insgesamt bereits gesunken.

Auch seine Bilanz des ersten Blitzmarathons im Februar fällt positiv aus. „Es wurde unheimlich vorsichtig gefahren”, erinnert sich der Leiter der Direktion Verkehr. Damals nahm die Polizei im Kreis rund 4000 Fahrzeuge ins Visier und registrierte knapp 200 Verstöße.

„Messpaten” können der Polizei vermeintliche Rasestrecken am Montag und Dienstag, 25./26. Juni, jeweils von 8 bis 18 Uhr unter Tel. 02421/949-5555 melden.

Von Montag, 25. Juni, 8 Uhr, bis Mittwoch, 27. Juni, 6 Uhr, die Polizei in Düren über die E-Mail-Anschrift blitzmarathon.dueren@polizei.nrw.de zu erreichen.
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