Aldenhoven - „Ramazan bayrami”: 1000 Muslime feiern das Fastenbrechen

„Ramazan bayrami”: 1000 Muslime feiern das Fastenbrechen

Von: ptj
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Segenswünsche zum Fastenbrechen: Das Fest des Fastenbrechens ist für alle Muslime ein hohes Fest, vergleichbar mit dem christlichen Weihnachtsfest. Foto: Jagodzinska

Aldenhoven. Rund 1000 Muslime in Aldenhoven haben mit ihren Glaubensgeschwistern weltweit einen mit dem christlichen Weihnachtsfest vergleichbareren hohen Feiertag gefeiert: Nach genauen Berechnungen endete der islamische Fastenmonat Ramadan um 7.42 Uhr am Donnerstag. Das hohe Fest des Fastenbreches heißt in arabisch „Id-ul Fitr” und in türkisch „Ramazan bayrami”.

Während der Großteil der marokkanischen Muslime Aldenhovens das Fest in arabischer Sprache in der Aachener Moschee feierte, saßen in der Aldenhovener „Ditib”-Moschee fast nur türkische Männer und Jungen auf dem Teppich, ohne Schuhe, einige mit Gebetsmützen auf dem Kopf. Sie hörten die Predigt des Hodschas Hilmi Keskin in türkischer Sprache über den Sinn des Festes.

Koran gelesen

Keskin rief die 30 Tage des Fastens und des Gebets in Erinnerung, die die Gläubigen in Gemeinschaft mit allen Muslimen herausgefordert und Gott näher gebracht haben. Neben dem kompletten Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sollten Muslime, „soweit sie dazu in der Lage sind”, wie sonst auch fünf mal täglich das Gebet „Salah” verrichten, und im Monat Ramadan den kompletten Koran in arabisch und der türkischen Übersetzung lesen, „damit jeder versteht”. Wie in der Moschee zu erfahren, handelt es sich dabei um jeweils 6666 Verse. Unter den getreuen Koranlesern wird sogar eine Pilgerfahrt nach Mekka verlost, eine der fünf Säulen des Islams.

Auf Stühlen direkt neben dem Eingang hatten männliche und weibliche Mitglieder des 1994 in Aldenhoven gegründeten christlich/islamischen Gesprächskreises Platz genommen - ebenfalls ohne Schuhe - und hörten still dem Gottesdienst zu.

Für sie ist das nichts Besonderes: „Wir sind immer hier”, wie der evangelische Pfarrer Charles Cervigne betont. Im Gegenzug besuchen Aldenhovener Muslime sogar die Christmette am Heiligabend, was Cervigne schon für außergewöhnlich hält. Nach der Ansprache begab sich der Hodscha zur Gebetsnische, und Muezzin Ahmed Koc rief im Innenraum zum Gebet. Es folgte die etwa eine halbe Stunde dauernde Festtagsliturgie in arabischer Sprache mit dem Hodscha, in einen weißen Mantel mit goldener Borte gehüllt, das Haupt mit einem weißen Turban bedeckt.

Wie zu beobachten, halten Muslime ihre Hände beim Gebet wie Schalen gen Himmel.

Glück gewünscht

Nun kam der freudige Augenblick, in dem sie sich in großer Runde umarmten, sich die Hände schüttelten und „Bayraminiz Mubarek olsun”, Glückwünsche zum Fastenbrechen, aussprachen.

Wie selbstverständlich bezogen sie die christlichen Gäste mit ein und hießen diese herzlich willkommen. So luden Rahmi Demirtas als Vorsitzender des 165 Mitglieder zählenden türkisch/islamischen Kulturvereins zusammen mit dem Hodscha zum Imbiss in einen Nebenraum.

Bei schwarzem Tee mit Zucker in kleinen Gläsern, schwarzen Oliven und belegten Brötchen waren einige interessante Details zu erfahren.

So laufen nach Bekunden Cervignes, dessen katholischer Amtskollege im Übrigen wegen einer Beerdigung fern blieb, „alle offiziellen Geschäfte über den Vorsitzenden des türkisch-islamischen Kulturvereins, während Hodschas alle drei bis fünf Jahre kommen und gehen”. Hodscha Hilmi Keskin ist vom türkischen Staat in die „Ditib”-Moschee entsandt.
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