Ramadan: Sich einen Monat auf das Wesentliche besinnen

Von: Adi Zantis
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Im Kreis der Familie beim Ramadan nach Sonnenuntergang: (von links) Dursan Demirtas, Tochter Elvan, Sohn Serkan, Schwiegersohn Recep Oral und Rahmi Demirtas. Foto: Zantis

Aldenhoven. Der Fastenmonat Ramadan ist für die Aldenhovener Muslima Dursan Demirtas im alltäglichen Leben die „wahre Form des Gottesdienstes”. Keineswegs fühlt sich die gläubige Hausfrau einem Gebot verpflichtet. „Wer fastet”, sagt sie, „denkt mehr an Gott und übt sich in wohltätiger Nächstenliebe für die Familie, für Freunde und Mitmenschen!”

Im Kreis der Familie mit Ehemann Rahmi Demirtas - dem Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Aldenhoven - mit den erwachsenen Kindern Elvan und Serkan sowie Schwiegersohn Recep Oral ist das abendliche Fastenbrechen auch für Dursan Demirtas „besonderes Miteinander in der Familie”.

Das Fasten mit dem Verzicht auf Nahrung von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang ist eher eine „äußere Entsagung”. Weitaus bedeutsamer aber seien die „inneren Werte”. Im Ramadan wollen sich Muslime von der Sünde freihalten, auf nichts Verwerfliches, Schlechtes oder Böses hören. „Fasten heißt erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Gott abhängig ist”, heißt es im Koran.

Im Hause Demirtas ist Fastenbrechen im gemeinsamen Mahl nach der Enthaltsamkeit des Tages, aber auch ein Augenblick des Innehaltens. Aus dem Lautsprecher der „Fastenuhr” tönt das Bittgebet des Propheten: „O Allah, um Deinetwillen habe ich gefastet und an Dich geglaubt und mit Deiner Hilfe breche ich das Fasten. Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen, des Gnädigen!” Als fester Brauch wird das Fastenbrechen gewöhnlich mit einer Dattel und einem Schluck Wasser eingeleitet.

Vielerorts - so auch in der Aldenhovener Moschee - ist es Sitte, dass während des Fastenmonats Ramadan täglich Teile des Korans gelesen werden. Dann versammeln sich die Gläubigen zum täglichen Mittagsgebet und zum abendlichen Nacht- und Ramadangebet.

Ist es sinnvoll, den ganzen Tag nichts zu essen und das dann mit einem üppigen Mahl abends nachzuholen? Fasten Muslime, um abzunehmen? Ist Fasten in unserer Region besonders schwer? Warum fasten Muslime einen ganzen Monat lang? All diese Fragen berühren kaum den eigentlichen Wert der Fastenübung im Ramadan, denn Fasten ist für die frommen Muslime „eine gottesdienstliche Handlung”. Gerade daraus erwächst eine Tat, die als Gottesdienst zählt. Damit wird der Fastende in seinem Glaubensbekenntnis bestärkt.

Überraschend auch die deutliche Intention, mit der die jungen Familienmitglieder einen festen Standpunkt zum Glauben und zum Fasten bekunden. Aus Überzeugung bekräftigen sie nachdrücklich ihre religiöse Haltung und ihre aus der Familie herangewachsene Denkweise.

Von Rahmi Demirtas wird die Frage „Kann ein Muslime durch Fasten zu innerer Einkehr gelangen sowie Ruhe und Erneuerung erfahren?” deutlich mit Ja beantwortet. „Es hilft, um sich neu zu formen und zu mobilisieren!”
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