Raiba-Entscheid fällt unerwartet knapp aus

Von: gre
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Die wichtigsten Entscheidungsträger, auch für die Zukunft: v.l. Ralf Schwegmann, Björn Hühne, Heinz Wilhelm Spelthann, Ralf Herhut, Norbert Pinell und Leonie Ottinger-Stevens. Foto: Greven

Aldenhoven. Das war knapp! Nach dem guten Verlauf der Informationsveranstaltung zur beabsichtigten Fusion der Raiffeisenbank Aldenhoven mit der Aachener Bank hatte man mit dem Widerstand der Genossen auf der Generalversammlung am vergangenen Mittwoch nicht rechnen können. Nur um Haaresbreite wurde die benötigte qualifizierte Mehrheit von Dreiviertel der abgegebenen gültigen Stimmen erreicht.

111 Mitglieder stimmten dafür, 36 waren dagegen. Ergebnis 75,5 Prozent. Glücklicherweise blieben die 19 Enthaltungen bei der Berechnung außer Betracht. Diese Erkenntnis hatte man erst nach einigen Irritationen.

Dabei war die Fusion mit der wesentlich größeren Bank sehr ordentlich vorbereitet worden. Schließlich war die Raiba Aldenhoven aus Arrondierungsgründen Wunschpartner der Aachener Bank. In den Vertragsverhandlungen wurden dem Juniorpartner alle gewünschten Zugeständnisse gemacht: Die Beibehaltung der Filialen und die Übernahme des gesamten Personals.

Vorstand Ralf Schwegmann und Aufsichtsratsvorsitzender Björn Hühne erläuterten umfassend die Beweggründe und die Vertragsbestandteile für den Zusammenschluss, zu den ersteren gehörte der Umstand, dass die verbliebenen Vorstände alsbald in den Ruhestand treten werden und der stetig steigende Regulierungsaufwand und Verbraucherschutz übermäßig viel Verwaltungskraft bindet.

„Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“ Diesen 160 Jahre alte Genossenschaftsgrundsatz der Gründerväter stellte Schwegmann in den Vordergrund, darauf hinweisend, dass diese Prinzipien im Genossenschaftsbereich stets praktiziert worden sind und werden.

In der über 100 Jahre alten Geschichte der Raiba Aldenhoven hat es fünf Fusionen gegeben. Wichtig sei, so Schwegmann, dass man sich mit dem Partner auf Augenhöhe befindet, dass zwei gesunde Banken fusionieren.

Aufgewertet

Die Vorstandsmitglieder der Aachener Bank, Jorias und Meyer, sowie deren Aufsichtsratsvorsitzender Soiron bestätigten überdies, dass der Beratungsstandort Aldenhoven deutlich aufgewertet werde. Für das aufzunehmende Personal eröffnen sich durch die Verschmelzung neue Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten. Für Anleger und Kreditnehmer könne sich der Zusammenschluss ebenfalls positiv auswirken.

Vertreten werden die Aldenhovener Genossen durch zwei zusätzliche Aufsichtsratsposten, in die Björn Hühne und Norbert Pinell hineingewählt wurden.

Bevor es zu der Abstimmung kam, trug der Vertreter des Rheinisch-Westfälischen Prüfungsverbandes seine gutachtliche Stellungnahme zur Verschmelzungsabsicht vor, die vollinhaltlich positiv war.

Bevor diese bedeutungsvolle Entscheidung von der Generalversammlung getroffen wurde, nahmen die Mitglieder zunächst die auf das Geschäftsjahr 2014 bezogenen Rechenschaftsberichte zur Kenntnis, die sich gegenüber dem Vorjahr in wesentlichen Punkten leicht verbessert erwiesen. Die Bilanzsumme war mit 86,9 Millionen um rund 1,7 Millionen Euro höher. Der Bilanzgewinn von 149 556 Euro entsprach in etwa dem des Vorjahres. Hieraus wird eine vierprozentige Dividendenzahlung auf die Geschäftsanteile gewährt. Der größte Teil des Gewinns wird den Rücklagen zugeführt. Schon bei dieser Entscheidung gab es 49 Gegenstimmen und 19 Enthaltungen. Verschiedene Anteilseigner wollten noch kurz vor Schluss besser bedient werden. „Wie wenn vor einer Hochzeit die vereinbarte Mitgift der Braut teilweise reduziert wird. Was soll dazu der betuchtere Bräutigam sagen?“, so ein treffender Kommentar. Die Feststellungs- und Entlastungsbeschlüsse wurden weitgehend einstimmig gefasst.

Abschließend sprach man sich gegenseitig den Dank aus. Letztlich war man von Aldenhovener als auch von Aachener Seite aus erleichtert ob des letztlich glücklichen Ausganges der Fusionsentscheidung.

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