Jülich - Rahmenrichtbank statt Schrottpresse

Rahmenrichtbank statt Schrottpresse

Von: hfs.
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Wolfgang und Norbert Steufmehl (v.l.) begutachten den Unfallwagen. Der steht auf der neuen Rahmenrichtanlage, von der er Millimeter genau wieder gerade gezogen wird. Ein elektronisch gesteuertes Punktschweißgerät übernimmt dann die „Restarbeiten”. Foto: hfs.

Jülich. Vor zwei Jahren wurde der jetzt auf den Markt gekommene Mercedes SLS in Stuttgart auf einer neuartigen Rahmen-Richtbank gezogen. So wollten sich die Autobauer ein Bild davon machen, wie sich die Aluminiumkarosserie nach einem Unfall „unter Zug” verhält. Jetzt steht diese Neuheit im Jülicher Heckfeld in der Firma der Karosserie- und Lackexperten Norbert und Wolfgang Steufmehl.

Weniger Spritverbrauch, dafür mehr Komfort und mehr Sicherheit. Die Bauer setzen auf leichte, aber stabile Fahrzeugkonstruktionen. Zum Beispiel aus Aluminium. Was die Werkstätten vor neue Herausforderungen stellt.

„Der Wagen hat noch einen geschätzten Wert von 30.000 Euro, die Reparatur beträgt über 25.000 Euro, normalerweise ein Totalschaden.” Die Gebrüder Steufmehl stehen vor einem BMW M3, einem Sportwagen mit Rennsporttechnik, 420 PS stark. Für den Besitzer aus Stolberg steht fest, dass „er einen solchen Wagen nicht mehr bekommt, der Wagen unbedingt wieder repariert werden muss”.

An extra fixierten Haltepunkten mit der Anlage verbunden, werden die Experten an bis zu zehn Messpunkte die Karosserie vertikal und horizontal neu ausrichten, millimetergenau, wie vom Autobauer vorgegeben.

„Eine Reparatur von solcher Intensität ist kompliziert, erfordert Fachwissen”, sagt Norbert Steufmehl. Nichts mehr mit Schutzgasschweißung, in der Jülicher Firma kommt ein elektronisch gesteuertes Punktschweißgerät zum Einsatz, das mit der Richtanlage verbunden ist. „Unsere Werkzeuge werden mit den Daten der Hersteller gefüttert, so dass wir für jedes Fahrzeugmodell die exakt vorgeschriebene Schweißtemperatur und -dauer einhalten.”

Die Schweißverfahren sind bei einer solchen Instandsetzung andere, Ersatzteile - heute verwenden die Automobilhersteller ultraleichte, aber hochfeste Stähle, verschrauben oder kleben einzelne Bauteile zusammen - werden mit Spezialwerkzeug zusammengesetzt, Bauteile werden häufiger ausgetauscht. Dass anschließend die gleiche Sicherheit wie vor dem Schaden herrschen muss, ist oberstes Gebot.

„Ob Crashbox oder Korrisionsschutz, alles muss exakt wieder so hergestellt werden wie bei der Auslieferung des Fahrzeuges”, sagt Norbert Steufmehl . Dafür trainieren die Mitarbeiter regelmäßig den Umgang mit modernen Werkzeugen, werden über neue Entwicklungen informiert, besuchen Schulungen von Fachverbänden.

Wenn der M3 nach etwa drei Wochen die Werkstatt in der Jülicher Margaretenstraße verlässt, ist alles so wie vorher, einschließlich der Lackierung. „Auf unsere Arbeit geben wir eine fünfjährige Garantie”, sagen die Gebrüder, die Schäden dieser Art als neue Herausforderung ansehen, ihr Fachwissen unter Beweis zu stellen.
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