Räte bringen Gesamtschule auf den Weg

Von: Otto Jonel und Gerard Peters
Letzte Aktualisierung:

Aldenhoven/Linnich. Die Kommunalpolitiker in Linnich und Aldenhoven haben am Mittwoch die Weichen zur Gründung einer gemeinsamen Gesamtschule gestellt.

Der Rat der Gemeinde Aldenhoven hat am Donnerstag mit Mehrheit beschlossen, die mit der Stadt Linnich geplante Gesamtschule nur in der vertikalen Variante zu beantragen. Das heißt, dass in beiden Orten alle Klassen - von der 5 bis zum Schulabschluss - angeboten werden sollen.

„Wir gehen aufs Ganze”, begründete der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Dieter Froning, das Votum von SPD, FWG und Freien Liberalen (F-L). Diesem Beschlussvorschlag stimmte auch die CDU-Opposition zu. Seine Partei, so Fraktionschef Reinhard Paffen, wolle demonstrieren, dass man den Willen der Eltern respektiere und auch eine ortsnahe Beschulung ab Klasse fünf sicherstellen wolle. Allerdings hat die CDU massive Zweifel, ob eine vertikale Gesamtschule genehmigt werde.

Daher stimmten die Christdemokraten für einen zweiten zustätzlichen Beschlussvorschlag, „hilfsweise” auch eine Gesamtschule in horizontaler Gliederung zu beantragen, wobei per Ausnahmegenehmigung die Klassen fünf und sechs an beiden Standorten unterrrichtet werden sollen, die folgenden Klassen dagegen nur entweder in Aldenhoven oder Linnich. Paffen erinnerte auch an den geforderten Konsens mit den Nachbarkommunen. Dem folgte die Mehrheit aber nicht.

Käme es zu einer horizontalen Lösung, so SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven, wäre das „gefährlich” für das ganze Projekt. Wenn Kinder aus abgelegenen Orten wie Hottorf einen weiten Schulweg zurücklegen müssten, „bricht das ganze System zusammen”. Die „Nachteile” wären zu groß für diese Dörfer. „Wir haben den Willen der Eltern zu respektieren”, fügte Willi Zander (F-L) hinzu.

Während sich im Aldenhovener Rat zumindest einige das Hintertürchen „horizontale Gliederung” offen halten wollten, setzte der Linnicher Rat alles auf die vertikale Gesamtschule. Die wurde ebenso einstimmig auf den Weg gebracht, wie die horizontale in Bausch und Bogen abgelehnt wurde.

Diese Geschlossenheit hatte offenbar ausgerechnet die Kölner Bezirksregierung mit ihrem Hilfskonstrukt horizontale Gliederung begünstigt. Die Reaktionen im Linnicher Rat waren empört. „Wir lehnen diesen Ergänzungsvorschlag ab”, sagte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Oetjen bestimmt.

Ebenso fest war das Votum der PKL. Deren Fraktionsvorsitzender Michael Hitzen verkniff sich dabei nicht den Seitenhieb Richtung Titz, wo der Gemeinderat vor Wochenfrist eine Resolution gegen die Gesamtschulpläne verfasst hatte. „Vor drei Jahren war Bürgermeister Frantzen selbst noch für eine Gesamtschule.” Auch die FDP gab sich unverrückbar: „Wir stehen zur vertikalen Lösung”, bekräftigte Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Selter. Cato Hilfert, Grünen-Fraktionschef: „Wir hielten die Gesamtschule schon immer für die bessere Schulform.”

Und schließlich zeigte auch die CDU Flagge. „Mit der Gesetzesänderung vom Vortag ist die Sekundarstufe-I-Beschulung an beiden Standorten möglich” und der Schulstandort Linnich gesichert, meinte Fraktionsvorsitzender Hans-Willi Dohmen. Daher stimme auch die CDU für die vertikal gegliederte Gesamtschule.

Den endgültigen Beschluss fasst der Rat am 20. November.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert