Jülich - Quartette aus drei Jahrhunderten in der Jülicher Zitadelle

Quartette aus drei Jahrhunderten in der Jülicher Zitadelle

Letzte Aktualisierung:
14683980.jpg
Musikalisch Perfekt war das Konzert des Verdi-Quartetts, das vor spärlich besetzten Reihen in der Schlosskapelle spielte. Foto: Emde

Jülich. „Ren Rong – Dialog der Weltkulturen“, so ist die aktuelle Ausstellung mit dem chinesisch-deutschen Künstler überschrieben. Dieser Dialog wurde von dem renommierten Verdi Quartett aufgenommen und musikalisch umgesetzt. Die drei Kompositionen des Abends regten durchaus zum Gespräch und zur Auseinandersetzung mit dem Komponisten und seiner Zeit an.

 Leider fanden nur wenige Musikbegeisterte den Weg in die Schlosskapelle, in der nur einige Plätze besetzt waren. Die Atmosphäre hätte einem intimen Hauskonzert angemessen sein können, wurde aber leider durch die vielen Stative für Aufnahmegeräte und das Herumwuseln des Techniker empfindlich gestört.

Maddalena Sirmen war eine venezianische Violinistin, Sängerin und Komponistin, 1745 in Venedig geboren und 1818 dort verstorben. Ihren Werken wird heute besondere Bedeutung zugesprochen. Das Larghetto und Minuetto aus dem Streichquartett Nr. 5 führte mit vollendeter Harmonie und Leichtigkeit in das Konzert ein.

Schwerere Kost folgte mit dem Streichquartett Nr. 3 von Benjamin Britten. Der Einfluss, den die Musik Schönbergs auf seine Kompositionen nahm, war deutlich spürbar. Es ist ein introvertiertes Werk über Themen aus seiner Oper „Death in Venice“.

Dieses fast Suiten-artige Werk besticht durch seine abwechslungsreichen fünf Sätze, bei denen der leise, anrührende Solo-Satz in der Violine besonders gefangen nahm.

Es war bewundernswert, wie die Musiker dieses technisch und musikalisch äußerst schwierige Werk mit großer Intensität und in perfektem Zusammenspiel interpretierten und präsentierten. Entspannter konnten die nach der Pause verbliebenen Zuhörer das Streichquartett Nr. 1 g-Moll von Ralph Vaughan Williams genießen. Das frühe Werk des Komponisten ist eingängig in der Melodik und hat Anklänge zur Romantik und dem heimischen Volkslied.

Die Mitglieder des Verdi-Quartetts musizierten hochkonzentriert, musikalisch und technisch perfekt. Fehlende Emotionen und mangelnde Kontaktaufnahme mit dem Publikum ließen den berühmten Funken nicht so recht überspringen. Herzlicher Applaus und verbaler Dank beschlossen den Abend.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert