Quartett auf Drahteseln sucht Gefahren

Von: Daniela Martinak
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Radtour Ortsvorsteher

Jülich. Sanft geschwungene Landschaften, herrliches Sommerwetter und frische Luft. Was gibt es da Schöneres, als sich auf den Drahtesel zu schwingen? „Ja, mir san mit‘m Radl da“ hätten jetzt auch die Ortsvorsteher der Jülicher Kernstadt (Innenstadt-Nord, Innenstadt-West und Innenstadt-Mitte-Süd) trällern können.

Die haben zwei Tage lang kräftig in die Pedale getreten und sämtliche Straßen und Kreuzungen mit dem Fahrrad befahren und unter die Lupe genommen. Mit von der Partie war Polizeihauptkommissar Willi Sommer. Der allerdings in erster Linie, damit „die Schilder auch endlich mal einen Sinn ergeben“. Da haperte es nämlich bereits. „Wenn wir schon manche Hinweise nicht richtig deuten können, wie sieht es dann erst bei den Kindern aus?“, fragen sich Margarete Esser-Faber (Mitte-Süd), Peter Schmitz (Nord) und Hermann-Josef Buers (West) nach dem Ausflug.

Grund dieser Radtour war nicht etwa, den Anwohnern zu zeigen, dass auch die Ortsvorsteher sportlich sind, und einen Picknickkorb hatten die Stadtteilbürgermeister auch nicht dabei. „Uns hat interessiert, wie sicher man als Radfahrer in Jülich unterwegs ist, was an manchen Stellen dringend verbessert werden müsste und auch, an welchen Kreuzungen oder Straßen die Radbefahrung super läuft“, erklärt Margarete Esser-Faber.

Relativ großes Gefahrenpotenzial ließe sich ohne lange Beobachtung an Abschnitten der Römerstraße, Adolf-Fischer-Straße, Rochusstraße und der Neusser Straße erkennen. Insgesamt müssten aber mehrere Punkte im Gesamtkonzept des Jülicher Radwegenetzes verbessert werden.

Teilweise seien, wie etwa auf der Großen Rur-straße bis zum Hexenturm, gar keine Radwege vorhanden, oder manche konnten nicht ohne Komplikation befahren werden. „Hier bitten wir die Anwohner eindringlich, das Grünzeug zurückzuschneiden. Die Fahrradwege sind zum Teil so stark davon eingenommen, dass man auf die Straße ausweichen muss“, hat Peter Schmitz beobachtet.

Während seine beiden Kollegen eifrig diktierten, zückte Schmitz seinen Kugelschreiber. Das mitgeschriebene „Ortsvorsteher-Radtour-Protokoll“ wird nun mit Polizist Sommer, dem Ordnungsamt und dem Tiefbauamt ausgewertet und diskutiert. Hier müssten Schilder aufgestellt, da Bürgersteige gesenkt werden... Doch lässt die Haushaltslage es überhaupt zu, auch diese Baustellen auszubügeln? Muss sie vielleicht gar nicht! „Da es sich um Landesstraßen handelt, ist nicht die Stadt, sondern der Landesbetrieb NRW zuständig“, erklärt der Hauptkommissar und weist darauf hin, dass diese übergeordneten Stellen aber „erst einmal zustimmen müssen, sollte es zu einer Anfrage diesbezüglich kommen“. Wie auch immer: Sicherheit sollte vorgehen. Das betonen Margarete Esser-Faber, Peter Schmitz und Hermann-Josef Buers. Jülich sei eine zu verbessernde Fahrradstadt, bei der mit simplem Aufwand schon einiges besser gemacht werden könne.

Auf die Frage, wie viele Fahrradwege es in Jülich gibt, kam eine Antwort, die deutlicher nicht hätte sein können: „Zu wenige!“ Vielmehr hänge aber meist die Ursache von Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind, laut Sommer mit „dem Unrechtsbewusstsein der Zweiradfahrer zusammen“. Auch, wenn häufig die Autofahrer darauf hingewiesen werden, Rücksicht zu nehmen – für diejenigen, die mit dem Drahtesel unterwegs sind, gilt das genauso!

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