Qualitätsanalyse: Das MGJ gehört zu Top-Schulen

Von: Antonius Wolters
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Strahlende Gesichter im Zimmer
Strahlende Gesichter im Zimmer der Chefin: Die Leitung des Mädchengymnasiums Jülich und Dr. Barbara Schellenberger (l.) vom Trägerverein freuen sich über das gute Abschneiden beim „Schul-TÜV”. Foto: Wolters

Jülich. Dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt, ist längst ein geflügeltes Wort. Da tut es gut, wenn Spezialisten von außerhalb ein Qualitätsurteil abgeben.

Solch eine Expertise hält das Mädchengymnasium Jülich in Händen, das sich in diesem Jahr der Qualitätsanalyse durch Spezialisten der Bezirksregierung Köln unterzogen hat, die das MGJ eine Woche lang auf Herz und Nieren durchleuchtet haben und der Schule anschließend ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellen.

Zu Beginn des Schuljahres 2006/07 sind in den Bezirksregierungen des Landes Dezernate eingerichtet worden, die Qualitätsanalysen (QA) an Schulen durchführen. Nach Abschluss einer Kooperationsvereinbarung wurde die staatliche QA auch auf katholische Schulen ausgeweitet.

„Ein Blick von außen ist immer gut”, begrüßte MGJ-Schulleiterin Maria Bardenheuer diesen Schritt, auch wenn er ihr und dem Kollegium viel Arbeit eingebracht hat. So hat eine Schule nach dem Anruff aus Köln zwei Monate Zeit, einen Satz genau definierter Unterlagen einzureichen. Um darauf vorbereitet zu sein, wurde ein so genannter QA-Ausschuss gegründet, geleitet von stellvertretendem Schulleiter Norbert Billstein und Monika Herzog, Vorsitzende des Lehrerrates.

In das ambitionierte Arbeitsprogramm wurde das gesamte Kollegium einbezogen. „Es hat sich keiner gedrückt, alle haben das als ihr Ding empfunden”, lobt Bardenheuer den Einsatzwillen der Lehrerschaft, als es daran ging, alle Unterlagen zu überarbeiten und später auch zu digitalisieren. Acht Monate nahmen die nebenher erledigten Vorarbeiten in Anspruch, so dass die Qualitätsprüfer „schon zu Beginn des letzten schuljahres hätten kommen können”, wie die schlleiterin betonz.

So hatte das MGJ seine Schublade schon gut gefüllt, als Anfang Februar der Anruf aus Köln erfolgte und der Countdown der QA lostickte. Bis Mitte April wurden das ausgefüllte Portfolio und die übrigen Schuldokumente abgegeben, Anfang Mai folgten ein erster Rundgang sowie die Information der Schulleitung, Schulöffentlichkeit und des Trägers über die weiteren Schritte.

Herzstück der QA war vom 11. bis 14. Juni der Schulbesuch durch zwei Prüfer mit Unterrichtshospitationen und Gesprächen. In dieser Zeit befand sich das MGJ im Ausnahmezustand: Die ursprünglich angesetzten Abiturprüfungen mussten verlegt werden, denn in der Zeit durften weder Klausuren noch Prüfunden stattfinden. Es gab auch erstaunlicherweise keine Erkrankungen und das Bemühen aller, „die Schule gut zu präsentieren”. Doch nicht nur die Schülerinnen waren „besonders lieb”, auch die beiden Prüfer erwarben sich höchsten Respekt: Meist von sieben bis 22 Uhr im Haus, arbeitete das Duo sehr gründlich und zeigte sich super gut vorbereitet. Das zeigte sich nicht zuletzt bei den Interviews von Eltern, Lehrern, Schulleitung und den Schülerinnen. Bei den Unterrichtsbesuchen wurden diverse Unterrichtsformen, -fächer und 80 Prozent der Pädagogen anhand eines festen Rasters begutachtet. Da sich die Prüfer durchweg neutral gaben, waren Schulleitung und Kollegium lange im ungewissen, wie die QA ausfällt.

Die Anspannung war so groß, dass der eine mit rot gekennzeichnete Kritikpunkt ins Auga fiel, als im PZ das vorläufige Ergebnis präsentiert wurde. „Nun freuen Sie sich mal. Sie können sich ruhig beglückwünschen”, entfuhr es den Prüfern, die vor allem Schulklima und -kultur lobten. „Ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass wir so gut sind”, schaut Schulleiterin Maria Bardenheuer mit Stolz auf die Bilanzierung der QA, die inzwischen Schwarz auf Weiß vorliegt. Darin ist nachzulesen, dass 13-Mal Aspekte mit „vorbildlich„ bewertet werden. Elf weitere Aspekte sind mit der Stufe „eher stark als schwach” bewertet. Handlungsfelder werden in Details sowie durch das Fehlen von Standardisierungen, systematischem Vorgehen und verbindlichen Absprachen sowie deren fehlender Überprüfung gesehen.

Das zusammenfassende Qualitätsurteil der Prüfer lautet: „Auf dieses Ergebnis können alle Beteiligten zu Recht stolz sein.” Mit der QA ist zwar kein Ranking verbunden, doch das MGJ sieht sich „als eine der Top-Schulen in NRW”. Zudem, so die Schulleiterin, habe diese Rückmeldung beim Kollegium einen wahren Motivationsschub ausgelöst.
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