Psychosekte bedient sich perfider Methoden

Von: ahw
Letzte Aktualisierung:
Pfarrer Udo Lenzig und der Sek
Pfarrer Udo Lenzig und der Sektenbeauftragte Andrew Schäfer (3.v.r.) mit den Teilnehmern der Veranstaltung zum Thema Scientology im Peter-Beier-Haus. Foto: Wolters

Jülich. „Totgesagte leben länger”, hatte Pfarrer Udo Lenzig vom Schulreferat des Kirchenkreises Jülich die ökumenische Veranstaltung mit der katholischen Regionalstelle für Religionspädagogik im Jülicher Peter-Beier-Haus überschrieben, die sich drei sehr kurzweilige Stunden lang den aktuellen Aktivitäten der Scientology-Sekte in NRW und speziell in der Region widmete.

Als Experte referierte Landespfarrer Andrew Schäfer, Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland, der die scientologischen Umtriebe zum Anlass genommen hatte, eine Präventionsveranstaltung im Einzugsgebiet anzubieten, die vor allem von Lehrkräften besucht wurde.

Konkret ging es um „Die Streber”, eine Tarnorganisation, die in Wegberg und Rath-Anhoven (Kreis Heinsberg) Nachhilfeunterricht anbietet. Im Internetauftritt wird Scientology zwar an keiner Stelle erwähnt, doch die Nachhilfelehrer berufen sich bei der von ihr angewendeten Methodik auf L. Ron Hubbard, einen früheren amerikanischen Science-Fiction Autor und inzwischen verstorbenen Gründer von Scientology.

Der Sektenbeauftragte vermittelte Einblicke in Entwicklung und strikt hierarchische Struktur der Psychosekte und ihre perfide Methoden, um beispielsweise Jugendliche anzulocken und an sich zu binden. „Man kann leicht reinrutschen”, warnte Schäfer nicht nur vor unseriösen Nachhilfe-Instituten, die wie „Die Streber” die scientologische „Parade-Studiermethode” Applied Scholastics anbieten, die im übrigen völlig wirkungslos sei, sondern auch vor Gefahren im Internet, wo Mitglieder von Scientology Köder auslegten und unter falscher Flagge segelten, um das Vertrauen von Jugendlichen zu gewinnen. Mit psychoanalytischen Methoden würde dann versucht, Interessenten in die Sekte zu locken.

„Das müsste in den Köpfen aller Lehrer präsenter sein”, fürchtet Pfarrer Lenzig, der selbst am Mädchengymnasium Evangelische Religion unterrichtet, dass die Gefahren, die von Scientology ausgehen, durch mangelnde Aufklärung über die Handlungsmuster der Sekte vielfach sträflich unterschätzt werden.

So wird es vermutlich nicht die letzte Veranstaltung mit Landespfarrer Andrew Schäfer in Jülich gewesen sein, der für weitere fundierte Auskünfte eine E-Mail-Adresse wärmstens empfahl: info@sektenfragen.de
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert