Jülich/Siersdorf - Prunkstücke der Renaissance

Prunkstücke der Renaissance

Von: Adi Zantis
Letzte Aktualisierung:
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Uber den Fortgang der Restaurationsarbeiten am Lettnerbogen der Ordenskirche informierte im Landesmuseum Bonn die leitende Restauratorin Katharina Liebetrau die Mitglieder des Siersdorfer Kirchenvorstandes. Foto: Zantis

Jülich/Siersdorf. In die für 2010 im Bonner Landesmuseum des Landschaftsverbandes Rheinland geplante Ausstellung „Renaissance am Rhein” ist auch das Jülicher Land einbezogen. Neben der Jülicher Zitadelle als bedeutsames Renaissancebauwerk wird auch der Lettnerbogen aus der Siersdorfer Ordenskirche St. Johannes als Prunkstück im Stile der Renaissance einen Blickfang bilden.

Im Ausblick auf das vom 16. September 2010 bis 6. Juni 2011 andauernde Ausstellungsprojekt verweist ein Memorandum auf das prägende 16. Jahrhundert am Rhein, in dem Fürsten, Gelehrte, Künstler, Ordensgemeinschaften und Bürger lebendig werden. Somit wendet die Ausstellung sich der Regionale 2010 zu, die ebenfalls beabsichtigt, die vielfältigen aktuellen wie historischen Facetten der Rheinregion ins rechte Licht und Bewusstsein zu rücken.

Die Ausstellungsinhalte gliedern sich in vier Schwerpunktthemen: „Die Länder am Rhein im europäischen Kontext”, „Renaissance als kultureller Innovationsprozess”, „Die Welt im Umbruch: Renaissance am Rhein” und „Das Rheinland um 1600”.

Unter Leitung von Dr. Gabriele Uelsberg (Direktorin LVR-Landesmuseum Bonn) und dem Wissenschaftlichen Beirat gehört zum vierköpfigen Kuratoren-Team auch der Jülicher Historiker Guido von Büren (Museum Zitadelle). Im Themen-Beitrag „Musik” wird von einem Arbeitskreis die musikalische Betrachtung über die legendäre Reise des Erbprinzen Karl-Friederich von Jülich-Kleve-Berg vorbereitet.

Die umfassende Beschreibung orientiert sich im Reiseweg an jene Musik, die dem Erbprinzen bei Empfängen, folkloristischen Festen, Messfeiern und Konzerten dargebracht wurde. Bekanntlich endete die Italienreise des Jülicher Prinzen mit seinem Tod in Rom, wo er auch beigesetzt wurde.

Das Gebilde des Siersdorfer Lettnerbogens wird zurzeit im Zuge einer konservatorischen und restauratorischen Maßnahme mit einer Diplomarbeit des Kölner Fachhochschulstudenten Chris Theile auch in seiner Standfestigkeit neu konzipiert. Die in Einzelteile zerlegten Segmente des Renaissancebogens erfahren im Landesmuseum Bonn mit einer sorgfältig angelegten Reinigung und restauratorischen Aufarbeitung unter Führung der leitenden Restauratorin Katharina Liebetrau eine gewissenhafte Behandlung. Davon konnten sich kürzlich bei einem Besuch im Landesmuseum auch einige Mitglieder des Siersdorfer Kirchenvorstandes überzeugen.

Der Lettnerbogen gilt als ein bedeutendes und einzigartiges Objekt. An Hand der wissenschaftlichen Erforschung wurde entgegen bisheriger Angaben die Entstehungszeit um das Jahr 1520 datiert. Wahrscheinlich kommt daher als Stifter auch nur Conrad von Reuschenberg in Betracht, der von 1491 bis 1522 als Komtur in Siersdorf residierte. Das kunstvoll ausgefertigte Relikt aus dem 16. Jahrhundert wird den Werkstätten des Meisters von Elslo zugeordnet.
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