Proteste gegen die Urananreicherung

Von: Kr.
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Für den Frieden und gegen Atomkraft demonstrierten friedlich Atomkraftgegner vor dem ETC in Jülich mit einer Mahnwache. Foto: Kròl
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„Atomkraft Nein danke“, Luftballons mit dieser Aufschrift stiegen in den Himmel. Foto: Kròl

Jülich. Es war nur eine kleine Gruppe Unverdrossener, die dem Aufruf gefolgte war, Verantwortung für den Frieden und für zukünftige Generationen zu übernehmen. Sie waren am Karfreitag zum Tor der Enrichment Technology Company (ETC) gekommen, um im Rahmen der bundesweiten Ostermarschaktionen auch in Jülich ein Zeichen zu setzen und für die Stilllegung der Urananreicherungsanlagen zu demonstrieren.

Eingeladen hatte dazu das Jülicher Aktionsbündnis Stop Westcastor im Zusammenwirken mit dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Im münsterländischen Gronau steht die Urananreicherungsanlage des Urenco-Konzerns, in der Natururan angereichert und zur Verwendung in Atomkraftwerken aufbereitet wird. In Jülich werden von der ETC, einer weiteren Tochter des Urenco-Konzerns, die dazu benötigten Zentrifugen entwickelt und gebaut.

Eine Gefahr für den Weltfrieden sehen die Demonstranten in der Herstellung der Brennelemente, die in alle Welt exportiert werden und angesichts der zahllosen kriegerischen Konflikte sahen sie sich in die Pflicht genommen, die Tradition der Ostermarschaktionen wieder aufzunehmen.

Mit Transparenten und Fahnen, mal mit dem bekannten Logo „Atomkraft Nein Danke“, mal mit der weißen Friedenstaube auf blauem Grund, machten sie ruhig und friedlich auf ihr Anliegen aufmerksam. Sie forderten von der Bundesregierung, dass sie endlich ein Zeichen setzt, die Urananreicherungen stoppt und damit den tatsächlichen Ausstieg aus der Kernenergie vollzieht.

„Deutschland ist einer der wichtigsten Lieferanten für angereichertes Uran und macht damit den Atomausstieg zur Lüge“, erklärte Marita Boslar, Sprecherin der Jülicher Initiative. Sie prangerte auch die 7000 Tonnen Atommüll an, der auf diese Weise entstehen und für die es noch kein schlüssiges Entsorgungskonzept gebe. Sie erinnerte außerdem an die Baupläne, die ein pakistanischer Wissenschaftler in den 1970er Jahre in der Urenco Anlage in Almelo/NL stahl, die in den Iran und nach Nordkorea gelangten und die beiden Länder in die Lage versetzten, Atomwaffen zu bauen.

Rainer Moormann, ehemaliger Mitarbeiter im Forschungszentrum, wandte sich in einem Brief an die Demonstranten, den Marlies Schmidt von den Wegberger Montagsspaziergängern gegen Atomkraft verlas. Er forderte, dass Jülich endlich die Verantwortung für seinen Atommüll übernehme und für eine sichere Unterbringung sorge, statt Pläne für abenteuerliche Transporte des Mülls zu erarbeiten. Natürlich war auch die Genehmigung des Verkaufs von Brennstäben an die belgischen Kraftwerke Tihange und Doel durch das Umweltministerium ein Thema.

Menschenkette am 25. Juni

Inge Gauglitz vom Aachener Aktionsbündnis griff dies in ihrer Rede auf und forderte die Anwesenden sowie die Menschen der Region auf, sich an der Menschenkette zu beteiligen, die am 25. Juni diesen Jahres über 90 Kilometer zwischen Aachen, Maastricht und bis nach Lüttich und Tihange gebildet werden soll. „Wir brauchen jeden einzelnen von euch“, erklärte sie. Sie erinnerte außerdem daran, dass zurzeit wieder die Diskussion auffrische, atomare Waffen auch in Deutschland zu stationieren. Auch Moormann hatte dies in seinem Brief erwähnt und alle Redner machten eins deutlich: „Es gibt keinen Grund für Atomkraftgegner, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil, der Kampf für eine friedliche und atomkraftfreie Welt geht weiter“.

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