Projektwoche zwischen Schmieröl und Lochkamera

Von: Kr.
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Einen richtigen Motor zerlegten diese Schüler und Schülerinnen in seine Einzelteile, um so seine Funktion kennenzulernen. Foto: Kròl

Linnich. Für die Schüler der Rheinischen Förderschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung in Linnich bedeutet die jährliche Projektwoche immer etwas ganz besonders. Abseits des Stundenplans, manchmal auch Klassen-übergreifend dürfen sie sich einem besonderen Thema zuwenden und eine Woche lang intensiv daran arbeiten.

Im Vorfeld haben die 33 Lehrer und Lehrerinnen Themen gesammelt und ganz demokratisch abgestimmt. Das Projekt bietet zumeist jedem der 157 Schüler ein Betätigungsfeld und so wird in dieser Woche ganz besonders intensiv gearbeitet. „Erfinder und Erfindungen” lautete in diesem Jahr das Motto, ein Thema, dass eine große Bandbreite aufweist.

Kerzen und Kalender

Nicht nur Computer und Autos wurden in der Vergangenheit von großen Tüftlern und Denkern erfunden, zu den Erfindungen zählen auch Fotoapparate, Kerzen, Telefon, Flugzeuge, ja sogar Kalender, der einst von Papst Gregor erdacht wurde. Dampfmaschinen standen am Anfang des industriellen Zeitalters, Comics mussten ebenso erfunden werden und vielleicht gibt es ja sogar eine Sockensuchmaschine.

Auch Rollstühle zählen zu den Erfindungen, die gemacht wurden, um vor allem Menschen mit Handicap das Leben zu erleichtern. Mit dieser Erfindung beschäftigten sich die ältesten Schüler der Schule und gingen noch ein Stück weiter „Pimp my Wheelchair” hatten sie über ihre Projektwoche gesetzt und machten sich daran, ihre Rollstühle mit viel Phantasie „aufzumotzen”.

Die Klasse 8 beschäftigte sich ausführlich mit der Geschichte und auch der Praxis der Fotografie. Zunächst bauten sie einfach Lochkameras, mit deren Hilfe sie sogar Bilder machten. Der nächste Schritt waren Fotoapparate, die noch mit Film arbeiteten. Ihre Bilder entwickelten sie in der Dunkelkammer selbst, um dann zum Schluss zur digitalen Fotografie überzugehen.

Am Computer wurden die Bilder bearbeitet und später in einem Drogeriemarkt ausgedruckt. So können die Schüler später auch eigene Fotos machen, bearbeiten und ausdrucken lassen. Einen künstlerischen Kalender stellten die jüngsten Schüler her, doch auch sie beschäftigten sich mit dem Thema. Monate und Jahreszeiten und die Geschichte des Kalenders wurden besprochen.

Wer hat den ersten Comic erfunden? Was macht ein Comic aus? Und zum Schluss, wie mache ich mein eigenes Comic? war ein weiteres Thema an dem gearbeitet wurde.

Bis zu den Ellbogen in Schmieröl steckten die motorbegeisterten Schüler, die mit großem Arbeitseifer einen kompletten Motor auseinandernahmen. Doch auch für sie gab es Theorie. Wie sieht so ein Motor aus, Wer war Nikolaus Otto und wo kommt der Treibstoff her, waren nur einige Fragen die sie beantworten mussten.

„Auch für uns sind die Projektwochen immer sehr spannend, weil auch wir so viel dazu lernen”, meinte Schulleiterin Ute Vogt Blockhaus. Im Laufe dieser Woche verlässt die eine oder andere Gruppe dann auch schon einmal die Schule, um außerhalb auf Entdeckungsreise zu gehen.

So besuchte die Rollstuhlgruppe und auch die Motorgruppe unter anderem einen Schrottplatz und die AG, die sich mit Flugzeugen beschäftigte, einen Flugplatz.

Die Ergebnisse ihrer Arbeiten zeigen die Schüler und Schülerinnen am Samstag, 20. November, von 11 bis 15 Uhr, wenn die Schule alle Interessierten zum Tag der offenen Tür einlädt. Gezeigt werden dann auch die kleinen Animationsfilme, die eine Klasse in dieser Woche vorbereitete, denn auch Film gehört zu den großen Erfindungen.
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