„Projektträger Jülich” zieht um in Millionenbau

Von: hfs.
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Präsentieren stolz 2,4 Millio
Präsentieren stolz 2,4 Millionen Euro teuren Neubau für eine in Jülich fast unbekannte Einrichtung namens Projektträger auf dem Gelände des Forschungszentrums, das Milliarden Euro verteilt: (v.l.) Karsten Beneke, Thomas Rachel, Dr. Ulrich Schlüter und Dr. Christian Stienen. Foto: hfs.

Jülich. Von moosbewachsenen Alt-Baracken in ein rund 2,4 Millionen Euro teures Energieeffizienzhaus: Dieser Umzug wurde am Freitag auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich vollzogen. Die Mitarbeiter des so genannten Projektträgers Jülich (PTJ) haben eine neue Bleibe.

Diese Einrichtung in Jülich ist mit über einer Milliarde Euro Umsatzvolumen der zweitgrößte „Berater” in der Bundesrepublik.

Was genau ist ein Projektträger? Diese Frage konnten viele Gäste beim Festakt im Foyer des Hörsaals aus dem Stand beantworten. Denn die meisten gehörten zum PTJ und verabschiedeten ihren Chef Dr. Ulrich Schlüter in den Ruhestand.

Die Beratung von an öffentlichen Zuschüssen Interessierten, Antragstellern und Zuwendungsempfängern ist das „Geschäft” von 565 Mitarbeitern, die an drei Standorten in Deutschland arbeiten. 320 davon sind im Forschungszentrum Jülich angesiedelt. Denn die Förderberatung „Forschung und Innovation” des Bundes ist beim Projektträger Jülich angesiedelt, der auch zentrale Erstanlaufstelle der gesamten Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes, der Länder, von Universitäten oder Industriepartner ist. Eine „ganz große Nummer” also...

Von der administrativen Bearbeitung und Fachbegleitung von Projekten sowie von der Idee bis zum Ergebnis reicht dabei die Betreuung. Die Anfänge der Projektträger liegen beim Bundesministerium für Forschung und Technologie. Dort wurde 1974 eine erste Arbeitsgruppe mit 15 Personen gegründet, die bis zum Jahre 2001 auf gut 300 anwuchs. Daran erinnerte Karsten Beneke, neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FZJ.

Schon bald siedelte das Team nach Jülich um - in einen Barackenanbau, der Provisorium blieb. „Den hätten wir liebend gern viel früher verlassen”, erklärte Ulrich Schlüter als scheidender Chef des Projektträgers.

Zu Beginn der Schlüter-Ära zählte der Projektträger 300 Mitarbeiter und bewegte ein Fördervolumen von 600 Millionen Euro. Beneke dankte Ulrich Schlüter, dem er Anerkennung aussprach und Ideenreichtum bescheinigte. Das stellen auch die nackten Zahlen eindrucksvoll unter Beweis, die der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, zur Hand hatte.

„Waren es zu ihrem Dienstantritt 4800 Projekte, die das PTJ betreute, sind es nun 9020. Man kann sagen, Jülich hat Erfolgsgeschichte geschrieben”, meinte Rachel, der sich auch angesichts der Barackenverhältnisse dafür einsetzte, dass ein Umzug in ein energieeffizientes neues Gebäude geplant wurde. Dafür wurden aus dem Konjunkturpaket II 2,4 Millionen Euro bereitgestellt.

„Planung und Bau verliefen in rekordverdächtiger Zeit, es hat nicht einmal anderhalb Jahre gedauert”, meinte Schlüter. Für Scherze, offenen Umgangston, Sach- und Entscheidungskompetenz, aber auch für hervorragende Aprilscherze - dafür war Schlüter laut Dr. Joachim Harms als Wegbegleiter bei seinen Mitarbeitern beliebt und geachtet.

Kein Wunder, dass alle bei seiner Verabschiedung dabei waren, zumal sie dort seinen Nachfolger, Dr. Christian Stienen, kennenlernten, der von Berlin nach Jülich gewechselt ist. Zum Abschied schockte Ulrich Schlüter ein letztes Mal scherzhaft den Staatssekretär: „Eigentlich sah das Programm jetzt vor, dass Herr Rachel die Baracken mit der Raupe platt macht.”
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