Projektgruppe „Hand in Hand“ bietet Rat und Begleitung

Von: ptj
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Erstes Treffen der neuen Initiative „Hand in Hand“ mit 12 Personen: Es spricht Caritas-Gemeindesozialarbeiterin Sylvia Karger-Kämmerling. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Unsere Orientierungshilfe ist der letzte Baustein, der in Jülich noch fehlt.“ Das betonte Gemeindereferent Ralf Cober beim ersten Austausch der neuen Projektgruppe „Hand in Hand“ im „Café Gemeinsam“. Insgesamt fanden sich zwölf Menschen ein, die bereits alle über Vorkenntnisse im sozialen Bereich verfügen. Sie wollen fortan die bestehende Lücke im Netz Jülicher Sozialanbieter schließen.

Es geht darum, als „niederschwellige Anlaufstelle“ die Menschen sinnbildlich „an die Hand“ zu nehmen, sie in Notsituationen zu den bestehenden Beratungsstellen zu begleiten und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe in der Lebensgrundsicherung zu bieten.

Denn: „Oft gehen die Menschen diesen Schritt nicht“, weiß Sozialamtsleiterin Doris Vogel. Und das, obwohl das Unterlassen meist die Verschlimmerung der Notsituation bedeutet. Ines Zeller bestätigte: „Wir beim SkF erleben oft in unseren allgemeinen sozialen Beratungen, dass die Menschen sich ein Stück Begleitung wünschen.“

Ihrerseits an die Hand genommen werden die Ehrenamtler von den drei Hauptamtlern Sylvia Karger-Kämmerling, Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes, Ralf Cober, Gemeindereferent der Pfarrei Heilig Geist und Ines Zeller vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).

Das Projekt hatte eine Vorlaufzeit von zwei Jahren, rund zehn Mal traf sich im vergangenen Jahr eine Steuerungsgruppe, bestehend aus den Sozialanbietern: Caritas, SkF, Sozialamt, der Pfarrei Heilig Geist, der evangelischen Gemeinde und dem Freiwilligenzentrum. Bis auf letzteren sind alle Projektsteuerer noch im Team.

Für Menschen in Notsituationen ist zeitnah jeden Montag im „Café Gemeinsam“ eine von Hauptamtlern geführte Beratungsstunde geplant. Wünschen die Betroffenen Begleitung, wird ein geeigneter Ehrenamtler benannt. Ein erstes Treffen in einer Dreierrunde (Haupt- und Ehrenamtler und Hilfesuchender) wird terminiert. Die Begleitung des Ehrenamtlers erfolgt beim Gang zu den Ämtern.

Wichtig hierbei ist: „Treffen Sie sich nicht zu Hause, (sondern im „Café Gemeinsam) weil die Gefahr besteht, vereinnahmt zu werden“, betonte Cober. „Häufig ist es mit einem Termin nicht getan. Man muss gucken, wie man sich selbst (Schritt für Schritt) zurücknimmt“, wie Zeller hervorhob.

„Wird es einen Vertrag oder einen Kontrakt (Vereinbarung) geben?“, fragte ein pensionierter Beamter aus dem Ehrenamtlerteam. Natürlich werden die Freiwilligen nicht vertraglich gebunden, jeder „bestimmt seinen Zeitrahmen selbst“. Wegen der Schweigepflicht soll aber ein Kontrakt unterschrieben werden.

Ein weiter wichtiger Punkt kristallisierte sich in der Runde heraus. Kein Ehrenamtler sollte selber versuchen, die finanzielle Notsituation des Betroffenen zu klären. Erstens „wollen wir nicht in Konkurrenz, sondern in Ergänzung zu den bestehenden Stellen arbeiten, zum Beispiel mit der Schuldnerberatung“, wie Karger-Kämmerling betonte. Zweitens „kann der Schuss nach hinten losgehen, weil die gesetzlichen Bestimmungen genauestens eingehalten werden müssen“, wie Vogel unterstrich.

Zur Absicherung wurde deshalb die „Schaffung bestimmter Standards“ vorgeschlagen, an die sich jeder Teamer hält. Natürlich werden die Ehrenamtler nicht alleine gelassen. Geplant sind monatliche Austauschtreffen mit den Hauptamtlern und bisher vier ausführliche Schulungsabende. Besteht darüber hinaus Bedarf, werden weitere terminiert.

Abschließend stellte sich die Frage aus dem Team in punkto Begleitung von Asylsuchenden. Vogel, die zur Zeit bereits mit 260 Flüchtlingen in Kontakt steht, betonte: „Die Asylsuchenden sollten wir hier herausnehmen.“ Speziell für Flüchtlingsproblematik sei der „Arbeitskreis Asyl“ zuständig. Wer sich lieber oder zusätzlich dort engagieren möchte, möge sich am Donnerstag, 19. Februar, um 15 Uhr im Bonhoeffer-Haus einfinden. Der Arbeitskreis Asyl trifft sich vierzehntägig.

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