Jülich - Projekt „Sunfire”: Kohlendioxid wird in Kraftstoff verwandelt

Projekt „Sunfire”: Kohlendioxid wird in Kraftstoff verwandelt

Von: jan
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So unscheinbar sieht eine Hoch
So unscheinbar sieht eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle aus, die dazu beiträgt, Wasser in Wasser- und Sauerstoff aufzuspalten und bei den weiteren chemischen Prozessen als Katalysator wirkt.

Jülich. Die Zukunft ist etwa fünf mal fünf Zentimeter groß, schwarz und dünn. So klein ist eine der Brennstoffzellen, an der das Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK) im Forschungszentrum (FZ) Jülich arbeitet.

Hochtemperatur-Brennstoffzelle heißt das Teil. Und es soll in Zukunft wahre Wunderdinge vollbringen. Deswegen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Arbeit des IEK mit einem Zuschuss. Thomas Rachel, Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium und CDU-Bundestagabgeordneter aus Düren, hatte dem IEK einen Förderbescheid über 587.203 Euro mitgebracht.

Die 95 Forscher und Mitarbeiter des Instituts arbeiten an einem Verfahren, das es möglich machen soll, aus Kohlendioxid Treibstoff zu gewinnen. Die Idee klingt genau so spannend wie nachhaltig. Das CO2, das die Industrie bisher in die Atmosphäre pustet, soll zu flüssigem Treibstoff werden, Diesel und Kerosin beispielsweise. „Das ist ein hoch spannendes Projekt”, sagte Rachel, als er den Förderbescheid übergab.

„Wir nutzen das CO2, das damit auch gar nicht in die Atmosphäre gelangt”, sprach der Staatssekretär vom positiven Effekt für die Umwelt. Aber auch die Wirtschaft soll profitieren. Schließlich sei ein Land, dass die so genannte Technik der Elektrolyse mit den Hochtemperatur-Brennstoffzellen beherrscht, nicht mehr so stark von den immer knapper und teurer werdenden Rohöl-Reserven abhängig.

„Wir wünschen uns, dass die Forschung, die sie hier in Jülich betreiben, ihre Umsetzung findet”, ermunterte Rachel die führenden Köpfe des IEK, den Weg weiter zu gehen. „Auf dem Feld der Energiewende besteht noch reichlich Forschungsbedarf. Das sollte eines der Kernthemen im Forschungszentrum sein”, sagte FZ-Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt. Der Leiter des IEK, Dr. Hans Peter Buchkremer, berichtete von den insgesamt 66 Einzelprojekten, die das Institut derzeit verfolge.

3,5 bis 4,5 Millionen Euro an Drittmitteln könne das Institut jedes Jahr einwerben. „Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist sehr wichtig”, betonte Buchkremer. Etwa fünf bis sieben Jahre werde es dauern, bis das Projekt abgeschlossen ist, welches unter dem Namen Sunfire geführt wird.

„Die Herausforderung ist die technische Umsetzbarkeit”, erläuterte Projektleiter Dr. Frank Tietz. Wichtigstes Bauteil im Prozess sei die Brennstoffzelle. Und die arbeite noch nicht wirtschaftlich genug. „Sie muss noch langlebiger werden”, so Tietz.
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