Projekt Schlittschuhbahn liegt erstmal auf Eis

Von: jago
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Das Projekt Schlittschuhbahn ist in Jülich kurzfristig nicht realisierbar. Foto: dpa
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Ideengeber Norbert Tirtey (l.), unterstützt von Marc Kaehler, bei der jüngsten Diskussion über das Eisbahn-Projekt, das wohl frühestens 2015 umgesetzt werden kann. Foto: Jagodzinska, Stock/Imagebroker

Jülich. Das Projekt Schlittschuhbahn in Jülich 2014 ist wohl kurzfristig nicht realisierbar und liegt ein Jahr auf Eis – mindestens. Die Idee war im sozialen Netzwerk Facebook „geboren“ worden und sollte im Rahmen des nächsten Weihnachtsmarktes umgesetzt werden. Dieser Gedanke war auf große Zustimmung im Internet gestoßen.

Aus der virtuellen Welt heraus kamen die Schlittschuhbahn-Fans zu mehreren Treffen zusammen, jüngst am Mittwochabend im Kulturbahnhof. Dabei kristallisierte sich heraus, dass das Projekt aus finanziellen, technischen und organisatorischen Gründen nicht in diesem Jahr umzusetzen sein dürfte.

Bei dem Treffen verdeutlichte Stadtwerke-Geschäftsführer Ulf Kamburg, dass für sein Unternehmen ein Sponsoring in Folge des nicht klar erkennbaren Konzepts und des Zeitrahmens „nicht für das Jahr 2014“ in Frage käme: „Was wir an Erkenntnissen haben, zeigt, dass die Zeit zu kurz ist, etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen.“

Nicht sachdienlicher Streit

Nachdem die öffentliche Gesprächsrunde, zu der die Initiatoren der Gruppe „Schlittschuhbahn Jülich 2014“ vor drei Wochen eingeladen hatte, ohne konkrete Ergebnisse geblieben ist, traf man sich nun erneut mit Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie der Vereine Stadtmarketing und Werbegemeinschaft Jülich und potenziellen Sponsoren. Dass zwischenzeitlich innerhalb der Facebook-Gruppe heftige, teils wenig zielführende Diskussionen erfolgt sind, wurde allgemein als der Sache nicht dienlich gewertet und hat zu internen personellen Veränderungen geführt.

Auch wenn es nicht direkt Thema des Abends war, sah sich Ute Werner als Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft und als betroffene Geschäftsfrau auf Grund dort getätigter heftiger Vorwürfe gegenüber der Werbegemeinschaft veranlasst, den Gruppenbetreibern klare Worte mitzugeben: „Auch bei Facebook kann man nicht ungestraft alles tun. Ich sage jetzt mal ganz klar ‚Rote Karte‘. Wenn etwas in Richtung Rufschädigung in diesen Foren weiter passiert, wird es Maßnahmen geben.“

Eingeladen zum erneuten Gedankenaustausch hatte Ideengeber Norbert Tirtey, der in einer kurzen Übersicht die Eckpunkte des von ihm als „Facebook-Idee vom 15. Januar“ überschriebenen Projekts umrissen hatte. Die Verantwortlichkeit wird darin der Werbegemeinschaft Jülich zugeordnet, die Standortfrage mit der „Mitte des Weihnachtsmarktes auf dem Schlossplatz, mit Platzierungsmöglichkeit für ein kleineres Zelt“ beantwortet und das Kostenvolumen auf „ca. 23 000 Euro für die Eisbahn (ohne Personal, Licht, Ton)“ beziffert.

Im Planungskonzept werden in großen Teilen unverbindlich Programmpunkte vom Heinsberger Weihnachtsmarkt aufgegriffen. Tirtey bekräftigte: „Es kann keiner von mir oder von der Gruppe verlangen, als Veranstalter aufzutreten.“ Auf die Frage von Ratsmitglied Jürgen Laufs, wie es überhaupt weitergehen solle und wer sich verantwortlich fühle, antwortete Tirtey mit einem Hinweis auf die zusammengestellten Informationen: „Ich erwarte jetzt eigentlich, dass irgend jemand sagt, wir machen das oder wir machen das nicht.“ Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde die vorgelegte Kalkulation mit dem Nennwert 23 000 Euro von Franz-Anton Derichs (looping Medienagentur) in Folge eigener Recherchen als „schlicht und ergreifend falsch“ eingeschätzt.

Standort Schlossplatz entfällt

In einem Gespräch soll das Volumen der Kalkulation geklärt werden. Für die Werbegemeinschaft bekräftigte Ute Werner, dass es keine Übernahme der Verantwortlichkeit für ein Eisbahn-Projekt und keine Änderung des erarbeiteten Konzepts für den Weihnachtsmarkt 2014 geben werde, da die finanziellen und arbeitskräftemäßigen Ressourcen des Vereins ausgereizt seien. Damit entfällt der Schlossplatz definitiv als Standort für die Schlittschuhbahn. Hans Pinell vom Ordnungsamt sagte zu, dass er weiterhin die Überprüfung alternativer Plätze durch das Tiefbauamt zur Sprache bringen werde. Aufgenommen wurde der Vorschlag, in der Facebook-Gruppe nachzufragen, ob die Mitglieder bereit sind, in einem zu gründenden Verein mitzuwirken, damit beispielsweise Sponsoren konkrete Ansprechpartner und Konzepte benannt werden können.

Das Ergebnis der Diskussionsrunde am Mittwochabend lautete: Mit einer schönen Idee alleine ist es nicht getan, eine erneute Planung für 2015 wird angestrebt, bei einer Versammlung Ende Juni sollen die Weichen hierzu gestellt werden.

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